Probleme mit Loks und Waggons Rost bremst Gütergeschäft der Bahn

Die Bahn hat nach SPIEGEL-Informationen massive Probleme mit vielen Loks und Güterwaggons: Wegen der Wirtschaftskrise hatte die Konzerntochter Schenker Zehntausende Wagen eingemottet. Jetzt zieht das Geschäft wieder an - doch die Bremsen vieler Wagen sind angerostet.

Güterzüge in Maschen bei Hamburg: Rost-Problem bei DB-Tochter Schenker Rail
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Güterzüge in Maschen bei Hamburg: Rost-Problem bei DB-Tochter Schenker Rail


Hamburg - Die Deutsche Bahn hat massive Engpässe - nicht nur bei ICE-Schnellzügen, sondern auch bei Güterloks und Waggons. Das Problem sind nach SPIEGEL-Informationen Mängel an zwischenzeitlich eingelagerten Objekten.

Infolge der Wirtschaftskrise hatte die DB-Tochter Schenker Rail in Spitzenzeiten bis zu 50.000 Wagen eingemottet und auf Gleisen der DB Netz AG abgestellt. Doch inzwischen zieht das Güterverkehrsgeschäft wieder an - und zwar schneller, als DB Schenker Rail die Waggons wieder auf die Schiene bekommt.

Bei etlichen Wagen soll sich Rost im Bremszylinder gebildet haben, die Systeme müssen erst geprüft werden, bevor sie wieder in Betrieb genommen werden können. Und nach einem Unfall im italienischen Viareggio kontrolliert die Bahn alle Radsätze besonders genau. Zum Teil seien nicht genügend neue Räder in den jeweiligen Lagern vorhanden, heißt es aus dem Unternehmen.

50 bis 100 fehlende Güterloks

Vor den Werkstätten des Konzerns komme es derweil zu Staus, weil auch die winterbedingten Probleme an den ICE-Zügen noch nicht alle abgearbeitet seien. Insidern zufolge mangele es vor allem an Waggons für Stahltransporte, kombinierte Verkehre und geschlossene Autotransporte. Zudem gebe es inzwischen auch bei den Lokomotiven Engpässe. Von 50 bis 100 fehlenden Güterloks ist die Rede.

In dieser Woche konnten beispielsweise an einem Tag rund 180 Güterzüge nicht starten, weil es an Zugmaschinen fehlte. "Wir können derzeit nicht alle Kundenwünsche erfüllen, weil wir das Material nicht auf die Schiene kriegen", sagt ein mit dem Thema Vertrauter. Man habe das Problem erkannt, heißt es in der Konzernführung, und gehe die Sache "mit großem Nachdruck" an.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
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Benjowi 01.04.2010
1. Hochflexible Privatwirtschaft!
Wo doch privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen ach so flexibel am Markt reagieren können - außer Chaos hat diese Scheinprivatisierung scheinbar nichts bewirkt!
ADie 01.04.2010
2. Kaputtgespart
nennt man sowas. Naja, hat auch was Gutes: Jetzt muss die Bahn investieren und das belebt die Konjunktur.
Stefanie Bach, 01.04.2010
3. Die Bahn gehört allen
Zitat von BenjowiWo doch privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen ach so flexibel am Markt reagieren können - außer Chaos hat diese Scheinprivatisierung scheinbar nichts bewirkt!
Die Politik muss endlich dieses lächerliche Projekt Bahn-Privatisierung stoppen und begraben. Die Bahn ist ein wichtiges Unternehmen, es gehört allen Bürgern der Bundesrepublik, es gehört unter eine ordnungsgemäße öffentliche Verwaltung. Schluss mit dem Privatisierungs-Wahn! In öffentlicher Verantwortung kann die Bahn auch volkswirtschaftlich eine wichtige Rolle spielen. Soziales Konjunkturprogramm statt Not und Realitätsverlust (http://www.plantor.de/2009/soziales-konjunkturprogramm-statt-not-und-realitatsverlust/)
derlabbecker 01.04.2010
4. klasse, und ich wunderte mich schon die ganze Zeit...
... warum ich auf der Autobahn wieder nur noch hinter LKW herfahre.
Kretin, 01.04.2010
5. ordnungsgemäße öffentliche Verwaltung
Zitat von Stefanie BachDie Politik muss endlich dieses lächerliche Projekt Bahn-Privatisierung stoppen und begraben. Die Bahn ist ein wichtiges Unternehmen, es gehört allen Bürgern der Bundesrepublik, es gehört unter eine ordnungsgemäße öffentliche Verwaltung. Schluss mit dem Privatisierungs-Wahn! In öffentlicher Verantwortung kann die Bahn auch volkswirtschaftlich eine wichtige Rolle spielen. Soziales Konjunkturprogramm statt Not und Realitätsverlust (http://www.plantor.de/2009/soziales-konjunkturprogramm-statt-not-und-realitatsverlust/)
Zwei Fragen: meinen Sie mit "ordnungsgemäßer öffentlicher Verwaltung" eine *funktionierende* öffentliche Verwaltung? Und gibt es sowas überhaupt in Deutschland? Meine Erfahrungen sehen anders aus. Funktionieren tun da nur Geldverschwendung und Bereicherung.
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