Betrugsvorwurf: FBI ermittelt wegen Milliardenloch bei HP

Die US-Bundespolizei FBI hat sich in die Ermittlungen bei Hewlett-Packard eingeschaltet. Wegen eines Fehlkaufs des Tech-Konzerns hatte die US-Börsenaufsicht um Hilfe gebeten. HP vermutet frisierte Bilanzen bei einem Tochterunternehmen.

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dapd

Logo von HP: Auf der Suche nach dem Milliardenloch

New York - Selbst für einen Großkonzern wie Hewlett-Packard (HP) sind 8,8 Milliarden Dollar ein gewaltiger Betrag. Weil das Unternehmen diese Summe nach der Übernahme eines Software-Spezialisten in den Wind schreiben musste, untersuchen nun Profi-Ermittler das Geschäft.

Wie die "New York Times" und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichteten, hat sich das FBI in den Fall eingeschaltet. Die US-Börsenaufsicht SEC habe die Bundespolizei um Hilfe gebeten, hieß es unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Bei HP gibt es Ärger wegen eines Zukaufs, den noch der frühere Chef Léo Apotheker einfädelte. Dieses Geschäft wurde zum Milliardengrab: Der Konzern muss im abgelaufenen Quartal fast neun Milliarden Dollar auf seine Tochtergesellschaft Autonomy abschreiben. HP bezichtigt das alte Management der zugekauften britischen Software-Firma, die Bilanzen geschönt und damit den Preis in die Höhe getrieben zu haben. Der US-Konzern informierte auch die SEC und die britische Ermittlungsbehörde SFO.

HP hatte im vergangenen Jahr mehr als zehn Milliarden Dollar für die britische Firma bezahlt. Autonomy-Gründer Mike Lynch wies die Vorwürfe zurück: Es sei ihm unverständlich, dass HP nicht auf diese angebliche Sache gestoßen sei, "als man mit 300 Leuten die Bücher geprüft hat", sagte er. Die einzige mögliche Erklärung sei für ihn: "Da ist nichts." Seiner Meinung liegen die schlechten Ergebnisse von Autonomy einzig im Missmanagement durch HP begründet.

Der Konzern hatte "ernsthafte Unregelmäßigkeiten" in den Bilanzen von Autonomy angeprangert. Die Unstimmigkeiten seien erst aufgefallen, nachdem Autonomy-Gründer Lynch zur Jahresmitte aus dem Konzern ausgeschieden sei, sagte HP-Chefin Meg Whitman. Ein ranghoher Manager der britischen Software-Tochter habe einen Hinweis gegeben. Durch die hohe Abschreibung liegt der Verlust von HP im vierten Geschäftsquartal (August bis Oktober) bei 6,9 Milliarden Dollar.

mmq/dpa-AFX

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1. Wenn ein Apotheker ins Spiel kommt...
Emil Peisker 21.11.2012
Zitat von sysopDie US-Bundespolizei FBI hat sich in die Ermittlungen bei Hewlett-Packard eingeschaltet. Wegen eines Fehlkaufs des Tech-Konzerns hatte die US-Börsenaufsicht um Hilfe gebeten. HP vermutet frisierte Bilanzen bei einem Tochterunternehmen. Probleme von HP bei Autonomy: FBI ermittelt wegen Betrugsvorwurf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/probleme-von-hp-bei-autonomy-fbi-ermittelt-wegen-betrugsvorwurf-a-868546.html)
Wenn ein Apotheker ins Spiel kommt, wird es immer teuer.
2. Daß Apotheker zum Allerteuersten gehören,
Privatier 21.11.2012
Zitat von sysopDie US-Bundespolizei FBI hat sich in die Ermittlungen bei Hewlett-Packard eingeschaltet. Wegen eines Fehlkaufs des Tech-Konzerns hatte die US-Börsenaufsicht um Hilfe gebeten. HP vermutet frisierte Bilanzen bei einem Tochterunternehmen. Probleme von HP bei Autonomy: FBI ermittelt wegen Betrugsvorwurf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/probleme-von-hp-bei-autonomy-fbi-ermittelt-wegen-betrugsvorwurf-a-868546.html)
was einem im Leben über den Weg laufen kann, dürfte aufmerksamen Mitmenschen bereits seit Jahrzehnten geläufig sein.
3. Wahnsinn
rucke 21.11.2012
Unglaublich was da an Murks passiert ist. Als Marktführer wird der Ausstieg aus der PC Sparte verkündet. Ich meine mich zu erinnern dass der Kursverlust die irgendwas um die 13 Milliarden gekostet hat. Die Touchpads werden weit unter materialwert rausgeschleudert. Und WebOS darf nun nur noch Drucker steuern. Leute die sich mehr mit der Materie beschäftigen können wahrscheinlich noch einiges mehr aufzählen. Ich frage mich nur wieviele Milliarden die noch in den Sand setzen bevor die dicht machen müssen ?
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