Prognose für 2013: Forscher sagen Deutschland starkes Wachstum voraus
Die deutsche Wirtschaft wird ihre Schwächephase nach Ansicht von Experten schon bald überwinden. Die Forscher des DIW rechnen bereits ab dem Jahreswechsel mit dem Beginn eines Aufwärtstrends. Insgesamt soll das Wachstum 2013 bei 1,6 Prozent liegen.
Berlin - Zwar belasten Euro-Krise und die schwächelnde weltweite Konjunktur auch die deutschen Unternehmen - doch bald schon könnte die Wirtschaft das Schlimmste hinter sich haben. Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr wieder stärker zulegen als 2012. Die Wirtschaft werde dann um 1,6 Prozent wachsen, erklärten die DIW-Forscher. Für dieses Jahr sagen sie ein Plus von lediglich 0,9 Prozent voraus.
"Die Dynamik zieht ab dem Jahreswechsel allmählich an", sagte DIW-Experte Simon Junker. Zuvor allerdings werde vor allem die Schuldenkrise in der Euro-Zone das Wirtschaftswachstum dämpfen, da die Nachfrage nach deutschen Produkten in den besonders betroffenen Ländern des gemeinsamen Währungsraums weiter sinke.
Aber auch im Rest der Welt werde sich die Nachfrage zunächst deutlich schwächer entwickeln. Die Forscher des DIW sind daher etwas pessimistischer als noch im Sommer. Damals hatten sie noch 1,9 Prozent Wachstum für das kommende Jahr erwartet. "Vor allem in den Schwellenländern und den USA lässt die Konjunktur merklich nach", erklärte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.
Wachstum in den kommenden Jahren stabil
Doch gerade auf diese Regionen setzen die Experten ihre Hoffnungen für das kommende Jahr. Besonders in China und Brasilien reagierten die Regierungen mit expansiver Geldpolitik und Konjunkturpaketen auf die Wachstumsschwäche, argumentieren die DIW-Forscher. "Wir gehen deshalb davon aus, dass die Konjunktur dort ab der Jahreswende wieder etwas anzieht. Das dürfte sich positiv auf die deutsche Exportwirtschaft auswirken", sagte Fichtner.
Wichtig sei, dass die Signale von der Weltwirtschaft die Unsicherheit bei den Unternehmen verringerten, die zuletzt Investitionen zurückgehalten hatten. Auch mittelfristig gebe es eine Tendenz, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt. Fichtner sieht Deutschlands Wirtschaftswachstum auch in den kommenden Jahren bei 1,5 Prozent.
Die Unternehmen in Deutschland werden der DIW-Prognose zufolge ab dem Frühjahr wieder neue Arbeitsplätze schaffen. Bis dahin würden allerdings noch Jobs abgebaut, wenn auch nur begrenzt: Wegen der knappen Arbeitskräfte bemühten sich die Firmen mittlerweile, ihre Belegschaft zu halten und stattdessen zunehmend auf Überstundenabbau oder Kurzarbeit zu setzen.
Laut den Forschern liegt die Arbeitslosigkeit im Gesamtjahr 2013 mit gut drei Millionen im Schnitt voraussichtlich leicht höher als dieses Jahr. Es wäre der erste Anstieg seit dem Rezessionsjahr 2009. In diesem Jahr werden dem DIW zufolge durchschnittlich 2,9 Millionen Menschen in Deutschland erwerbslos sein.
fdi/Reuters/dpa/dapd
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