Windkraftunternehmen: Stiftung Warentest warnt vor Prokon-Papieren

Die Renditen sind verlockend, doch Anlegern droht der Totalverlust: Das umstrittene Windkraftunternehmen Prokon will in den kommenden Jahren zehn Milliarden einsammeln. Stiftung Warentest warnt ausdrücklich vor dem Geschäftsmodell.

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Windräder bei Freiburg: "Lassen Sie die Finger von Genussrechten"

Berlin - Die Itzehoer Firma Prokon und Verbraucherschützer liegen schon lange über Kreuz. So klagte die Verbraucherzentrale Hamburg erfolgreich gegen ein Unternehmen der Prokon-Gruppe, weil dieses nicht ausreichend auf die Risiken seiner Wertpapiere hingewiesen hatte. Nun warnt die Stiftung Warentest erneut vor Genussrechten, wie Prokon sie verkauft: "Lassen Sie die Finger von Genussrechten, wenn Sie eine sichere Geldanlage suchen", heißt es in der September-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest".

Hintergrund der Warnung sind die Zukunftspläne des Windkraftunternehmens und Stromanbieters: Die Prokon Regenerative Energien GmbH will bis 2018 rund zehn Milliarden Euro einwerben. Stiftung Warentest kritisiert, dass sich Prokon im Prospekt jedoch auf kein einziges konkretes Investment festlege, in das Anlegergeld fließen soll. Die Verbraucherschützer weisen zudem darauf hin, dass der Prokon-Prospekt keine Kapitalflussrechnung enthalte, die normalerweise die Zu- und Abflüsse von Geld dokumentiert. Anleger können daran sehen, ob durch das normale Geschäft genug Kapital zufließt, um die Verpflichtungen abzudecken.

Den Käufern von Genussrechten hat Prokon in den vergangenen Jahren hohe Zinsen von acht Prozent gezahlt. Doch im Gegensatz zu Sparguthaben gilt für die Anleger keine Einlagensicherung und im Gegensatz zu Aktionären haben sie auch keine Mitbestimmungsrechte. Falls die flüssigen Mittel einer Firma nicht reichen, hat sie das Recht, Genussrechtebesitzern ihr Geld verspätet, nur in Teilen oder gar nicht zurückzuzahlen - ein Totalverlust ist also möglich.

Auf inhaltliche Fragen erhielt "Finanztest" nach eigenen Angaben keine Antworten von Prokon. Auf seiner Internetseite erklärt das Unternehmen mit Verweis auf angeblich falsche Berichte, es stehe "für Anfragen der Medien nicht mehr zu Verfügung".

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insgesamt 121 Beiträge
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1. Zu recht wird gewarnt.
hansepapa 20.08.2013
Die großen Energiekonzerne tun sich schwer, die Milliarden für Großprojekte zusammen zu bekommen ..... 10 Mrd. Kann nur unseriös sein.
2. Auch PlusMinus warnte bereits...
Jurx 20.08.2013
... "Windige Versprechen": http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/hr/2013/windige-versprechen-104.html Das Geschäftsmodell wirft offenbar starke Zweifel auf, von welchem Geld eigentlich bisher 8% Verzinsung an die bisherigen Anleger ausbezahlt wurden.
3. Gier pur
oelli 20.08.2013
Man muss nur einmal die sogenannte Informationsveranstaltung besuchen uns sich ansehen, wie gläubige Kleinanleger ihren Guru Rodbertus anhimmeln. Er kann ihnen den größten Blödsinn erzählen auf das Risiko hinweisen, dass man sein Geld bei Banken und Sparkassen über Nacht verlieren kann und behaupten, ein Investment bei Prokon sei eine sicher Anlage in Sachwerten - sie glauben es. 8% vernebeln die Sinne. Das Hirn setzt aus. Die Gier gewinnt.
4. Ach Leute was braucht Ihr immer Neues an Finanzprodukte ?
mitbestimmender wähler 20.08.2013
Eine altbackene, konservative Dividenden-Aktie wirft auch 5% ab und den Kursgewinn von im Schnitt 3% jährlich gibt es dazu. Ja klar Euer Banker hat damit keine Arbeit und Ihr fast kein Stress mehr. Nach den gescheiterten Schiffs-Fonds sind nun schon die Transport-Container Fonds der Banken im Anmarsch auf die Kleinanleger ;-)
5. Wo habe ich Geld verloren?
monza 20.08.2013
Also ich muß ehrlich sagen, dass ich nun seit über 5 Jahren zuverlässig halbjährlich meine Rendite von Prokon ausgezahlt bekommen habe. Geld habe ich bisher verloren bei Investmentfonds, die mir von der Dirketanlagebank München empfohlen wurden und bei Aktienkäufen. Aufgrund der schlechten Presse hatte ich einen Teil meiner Genußrechte wieder an Prokon zurückgegeben, was übrigens ordentlich und problemlos geklappt hat, und stattdessen bei RWE investiert. Ein Minusgeschäft. Tatsächlich hat Prokon mit seiner Aussage Recht behalten, dass Anlagen, die über Banken vermittelt werden, wesentlich unsicherer sind als die Genussrechte von Prokon.
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