Immobilienprojekt auf Rügen Prora-Investor meldet Insolvenz an

Luxuswohnungen mit Ostseeblick, in einer von Nazis errichteten Urlaubsfabrik - die Idee findet reißenden Absatz. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, doch nun ist einer der Prora-Investoren pleite.

DPA

Der Inhaber von Block 1 des riesigen Proraer Gebäudekomplexes bei Binz auf der Insel Rügen hat Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG wurde durch das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bekannt gegeben. Zunächst hatte die "Ostsee-Zeitung" darüber berichtet.

Geschäftsführerin Iris Hegerich war am Dienstag zunächst nicht zu erreichen. Ihre Firma wollte den etwa 450 Meter langen Gebäudeteil sanieren und 280 Eigentumswohnungen bauen. Dem Bericht der "Ostsee-Zeitung" zufolge sollen die Arbeiten bereits zu 90 Prozent abgeschlossen und fast alle der Wohnungen verkauft worden sein. Dennoch sei das Bankdarlehen für die Firma nicht verlängert worden. Wie es mit dem Projekt nun weitergehen soll, blieb ebenfalls zunächst unklar.

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Prora: Von der Nazi-Urlaubsfabrik zum Spekulationsobjekt

In Prora bauten die Nationalsozialisten einen gigantischen, 4,5 Kilometer langen Häuserblock als "KdF-Seebad". Vier der fünf Blöcke sind in vergangen Jahren an Investoren verkauft worden. Für den letzten Block soll im Oktober die Entscheidung fallen, wer von zwei Bietern den Zuschlag erhält.

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mkl/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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mastermindchaos 07.08.2018
1. prellung?
vielleicht ein fieser move, um handwerker-rechnungen nicht zu bezahlen?
coyote38 07.08.2018
2. Schwein gehabt ...
Vor anderthalb Jahren habe ich mit dem Gedanken gespielt, ein Apartement zu kaufen ...
Heinrichxxx 07.08.2018
3.
Insolvenz bei guter Verkaufslage, das riecht nach Entzug. Ansonsten: Warum wurde dieser Schandfleck nicht abgerissen?!!!! Man muss nicht jeden Mist behalten und ihm ein Denkmal setzen, auch die Ordensburgen gehören nach meinem Dafürhalten geschleift!
exHotelmanager 07.08.2018
4. Ganz normal
ja, fast planmäßig und absehbar in großen Bauvorhaben. Die Kreditgeber stehen mit Krediten für die Auffanggesellschaft bereit - ohne lästige Baukosten zahlen zu müssen.
mimas101 07.08.2018
5. Man kennt's ja
Die übliche Ami-Masche halt: Billig eine Immobilie aufkaufen (die sowieso der damalige Steuerzahler bezahlte), danach einen auf eingebauten billigen sog. Luxus gemacht und mit massig Aufschlag weiterzuverkaufen versucht. Werbewirksam wurde da auch gleich in unserem öffentlich-rechtlichen Betreuungs-TV, Abteilung Schrott- und Regenbogenmagazine, ein paar kaufwütige Senioren in die Kamera gehalten die natürlich sofort zugeschlagen haben wollen. Der Preis: Exorbitant hoch wenn ich's richtig in Erinnerung habe. Das die gezeigten Käufer das garnicht stemmen konnten war offensichtlich. Kein Wunder das da die Banken dicht machen. Entweder sind bei den Käufen noch keine Eigentümerwechsel im Grundbuch erfolgt oder die Banken besorgen Regreßforderungen und Kaufvertragsrücktritte seitens der, sicherlich mit phantastischen Rechen- und Steuersparmodellen übertölpelten, Käufer gegenüber dieser Immobilienfirma. Möglich auch das die aufgerufenen Wohnungspreise außerhalb jedweden Marktes sind. Dann hätten wir schon den Beginn des Platzens der bundesdeutschen alternativlosen Immobilienblase.
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