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Protest der Tepco-Aktionäre: "Springt in die Reaktoren und sterbt"

Bei einer Hauptversammlung heizen Aktionäre dem Tepco-Management ein. Sie verurteilen den Umgang mit der Fukushima-Krise - und fordern den Ausstieg aus der Atomenergie. Die Spitzenmanager haben Mühe, die Wogen zu glätten.

Tepco-Chefs Fujimoto, Katsumata (Mitte), Muto: "Es tut uns aufs Tiefste leid" Zur Großansicht
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Tepco-Chefs Fujimoto, Katsumata (Mitte), Muto: "Es tut uns aufs Tiefste leid"

Tokio - Drei Monate hatte sich die Wut aufgestaut - nun machten Tepco-Aktionäre ihrem Ärger Luft. Auf einer Hauptversammlung mit Rekordbeteiligung heizten 9300 Anteilseigner dem Betreiber der Atomruine im japanischen Fukushima ein.

Immer wieder kam es während der Sitzung in einem Tokioer Hotel zu Zwischenrufen. "Springt in die Reaktoren und sterbt", rief ein Anteilseigner der Vorstandsriege zu. Der Tsunami, der die Kühlsysteme des AKW am 11. März zerstörte, hätte einkalkuliert werden müssen, sagte ein anderer der Nachrichtenagentur Kyodo. Die Krise sei ein "von Menschenhand gemachtes Desaster".

Andere warfen dem Konzern vor, das Ausmaß der radioaktiven Verseuchung nicht umfassend offengelegt zu haben. Zahlreiche Sicherheitskräfte standen bereit, um zu verhindern, dass Zwischenrufer die Bühne stürmen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Tsunehisa Katsumata versuchte, die Wogen zu glätten und eröffnete das Treffen mit einer Entschuldigung. "Es tut uns aufs Tiefste leid, dass wir Ihnen Ärger und Sorgen bereitet haben", sagte er. Wer die Gegend rund um das Kraftwerk Fukushima-Daiichi hatte verlassen müssen, würde zügig entschädigt, kündigte er an. Dies gelte auch für Bauernhöfe, deren Produkte wegen der Strahlenbelastung nicht mehr verkauft werden. Tepco tue außerdem sein Bestes, um die austretende Strahlung unter Kontrolle zu bringen.

Einer der Aktionäre forderte, Katsumata als Moderator der Hauptversammlung das Vertrauen zu entziehen, scheiterte jedoch. Auch ein Antrag von 402 Aktionären, die den Ausstieg des Unternehmens aus der Kernenergie forderten, wurde abgelehnt.

Die Tepco-Aktien verloren infolge des Atomunglücks 90 Prozent an Wert. Ende Mai hatte Tepco einen Nettoverlust in Höhe von 1,3 Billionen Yen (11 Milliarden Euro) für das am 31. März beendete Geschäftsjahr ausgewiesen. Zur Begleichung der Kosten plant Tepco den Verkauf von Firmeneigentum im Wert von mehr als 600 Milliarden Yen (5,2 Milliarden Euro).

sar/dpa/Reuters/dapd

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