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Protest: Französische Siemens-Arbeiter halten Manager fest

In einem Siemens-Werk in Frankreich haben die Beschäftigten zwei Manager festgesetzt. Sie wollen damit gegen den drohenden Stellenabbau demonstrieren.

Siemens-Zentrale in München: Massive Proteste gegen Stellenstreichungen Zur Großansicht
dapd

Siemens-Zentrale in München: Massive Proteste gegen Stellenstreichungen

Saint-Etienne - In einem französischen Siemens-Werk in Saint-Chamond in der Nähe von Lyon werden seit Montagnachmittag zwei Manager festgehalten. Verwaltungschef Christian Paris und Personalchefin Annie Bobinet würden in einem Büro als Geiseln gehalten, bestätigten Gewerkschaftsvertreter und Management. Die beiden sollten auch über Nacht festgehalten werden. "Wir haben ihnen etwas zu essen und Getränke gebracht", versicherte ein Gewerkschaftssprecher.

Grund des neuen Falls von "Bossnapping" in Frankreich: Siemens Chart zeigen will an zwei Standorten die Mitarbeiterzahl von 600 auf 365 abbauen. Für die gekündigten Mitarbeiter fordert die Belegschaft Abfindungen. Die beiden Manager würden so lange festgehalten, bis die Verhandlungen vorankämen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Verwaltungschef Paris erklärte am Telefon, er und seine Kollegin würden korrekt behandelt. Vor dem Büro hätten Mitarbeiter bengalische Feuer angezündet.

Die Aktion ist nicht der erste Fall von "Bossnapping" in Frankreich. In der Vergangenheit hatten immer wieder aufgebrachte Beschäftigte in verschiedenen Unternehmen des Landes Manager vorübergehend festgesetzt, um für ihre Belange zu demonstrieren. In den vergangenen Monaten wurden mehrfach Top-Manager von Firmen wie Sony, Caterpillar, Scapa und 3M von aufgebrachten Arbeitnehmern stundenlang in Geiselhaft genommen. Viele erreichten mit den Aktionen beispielsweise höhere Abfindungen.

mik/AFP/apn/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
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1. Also kochen können...
olicrom 02.03.2010
...sie nicht besser als die Italiener und die Deutschen, da halt ich unsere Nachbarn für maßlos überschätzt. Aber sonst haben sies schon drauf, die Franzosen, muss man schon sagen.
2. Vive la France
Izmir.Übül 02.03.2010
Zitat von sysopIn einem Siemens-Werk in Frankreich haben die Beschäftigten zwei Manager festgesetzt. Sie wollen damit gegen den drohenden Stellenabbau demonstrieren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,681128,00.html
Warum gibt's so was eigentlich nicht auch hierzulande? Sicherlich ist das keine echte Lösung, aber dann würden unsere Hundts, Henkels, Sinns und wie sie alle heißen vielleicht endlich mal begreifen, dass sich der "Pöbel" nicht auf die Dauer alles völlig widerstandslos gefallen lässt.
3. Straftäter
gaga007 02.03.2010
Freiheitsberaubung ist eine Straftat. Siemens muß schon aus Gründen der Fürsorgepflicht die Sicherheitsbehörden einschalten, die Täter müssen ermittelt und bestraft werden. Selbstverständlich fristlos kündigen und sofort durchrechnen lassen, was eine komplette Werksschließung kostet und welche Auswirkungen sie auf den Gesamtkonzern hat. Es darf nicht sein, dass Arbeitnehmer oder die Gewerkschaften die Richtlinienkomopetenz des Managments eines Konzerns übernehmen ! Eine Konzernführung darf niemals erpressbar sein.
4. Im Namen des Volkers
Izmir.Übül 02.03.2010
Zitat von gaga007Freiheitsberaubung ist eine Straftat. Siemens muß schon aus Gründen der Fürsorgepflicht die Sicherheitsbehörden einschalten, die Täter müssen ermittelt und bestraft werden. Selbstverständlich fristlos kündigen und sofort durchrechnen lassen, was eine komplette Werksschließung kostet und welche Auswirkungen sie auf den Gesamtkonzern hat. Es darf nicht sein, dass Arbeitnehmer oder die Gewerkschaften die Richtlinienkomopetenz des Managments eines Konzerns übernehmen ! Eine Konzernführung darf niemals erpressbar sein.
Mit Ihrer rein formaljuristischen Weltsicht hätten Sie sicherlich auch einen gut funktionierenden VGH-Präsidenten abgegeben.
5.
Direwolf 02.03.2010
Zitat von Izmir.ÜbülMit Ihrer rein formaljuristischen Weltsicht hätten Sie sicherlich auch einen gut funktionierenden VGH-Präsidenten abgegeben.
Sorry aber was ist daran formaljuristisch? Freiheitsberaubung ist nun mal nicht umsonst eine Straftat. Sonst könnte man ja auch Problemlos Betriebsräte entführen und einsperren, bis sie die gewünschten Verträge unterzeichnen.
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