Münster - Das Nervenaufreibendste im Tagesablauf des Provinzial-Chefs Ulrich Rüther hätte am Mittwoch eigentlich die bevorstehende Betriebsversammlung sein sollen. Doch auf dem Weg von der Tiefgarage in sein Büro griff ihn ein vermummter Unbekannter mit einem Schraubenzieher an. Der Täter soll Rüther mit dem Werkzeug mehrere Male in die Brust gestochen haben. Albert Roer, Betriebsratsvorsitzender der Provinzial Nordwest, bestätigte den Vorfall.
Wie die "Münstersche Zeitung" berichtet, wird Rüther in einem Krankenhaus behandelt. Es bestehe keine Lebensgefahr, sagte Provinzial-Sprecher Jörg Brokkötter. Der Provinzial-Chef sei auf dem Weg der Besserung.
Ob die Attacke im Zusammenhang mit den möglichen Verkaufsabsichten der Provinzial Nordwest an den Branchenriesen Allianz steht, ist unklar. Eigentlich hätte Rüther an einer Betriebsversammlung teilnehmen sollen, zu der die Belegschaften aus Münster und Kiel zusammengekommen waren. Der Gewerkschaft Ver.di zufolge wären durch einen Verkauf des Konzerns 6000 Arbeitsplätze gefährdet.
Anteilseigner haben die Kaufabsichten "aus dem Versicherungslager" mittlerweile bestätigt - ohne allerdings die Allianz zu nennen. Es solle schnell entschieden werden, ob ein Verkauf überhaupt in Frage käme.
rit/dpa/dapd/Reuters
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