Nonnenmacher vor Gericht Verteidiger im HSH-Prozess beklagen Vorverurteilung

Kaum hat der Prozess gegen den Ex-Vorstand der HSH Nordbank begonnen, da gibt es schon die erste Unterbrechung. Die Verteidigung beantragte, die Klageschrift nicht zu verlesen. Sie sei zu wertend.

DPA

Hamburg - Der Prozess gegen den ehemaligen Vorstand der HSH Nordbank hat begonnen. Unter großem Medienandrang betraten die Manager am Mittwoch das Hamburger Strafjustizgebäude. Unter ihnen: der 2007 amtierende Vorstandschef Hans Berger und der damalige Ex-Finanzchef und spätere Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher.

Bereits kurz nach dem Auftakt musste der Prozess jedoch bereits unterbrochen werden. Die Verteidigung von zwei Angeklagten beantragte, die Anklageschrift so wie formuliert in einigen Punkten nicht zu verlesen, da sie teilweise zu wertend sei. Die Unschuldsvermutung werde dadurch nicht gewahrt.

Nach kurzer Beratung der Kammer wies der Vorsitzende Richter, Marc Tully, den Antrag zurück. Der Prozess wurde mit Verlesung der Anklageschrift fortgesetzt. Die angeklagten Manager sollen der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein bei einem Finanzgeschäft 2007 einen Schaden von mehr als 150 Millionen Euro zugefügt haben.

Das Gericht wird monatelang verhandeln, ehe ein Urteil fällt. Mehr als 40 Prozesstermine bis in den Januar sind terminiert. Den Angeklagten drohen Strafen bis zu zehn Jahren Haft. Alle sechs haben bislang die Vorwürfe zurückgewiesen und darauf verwiesen, ihre Pflichten als Vorstände gewissenhaft erfüllt zu haben. Gegenstand des Prozesses ist ein komplexes Finanzgeschäft aus dem Dezember 2007, das unter dem Namen Omega 55 bekannt ist. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sie hätten auf der Grundlage ihrer Unterlagen die Chancen und Risiken des Geschäfts gar nicht abwägen können.

cte/dpa

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willi.mueller.1919 24.07.2013
1. Heul doch!
Vorverurteilung in einem Fall wie dem Ihren gibt es nicht. Das musste auch schon Göring lernen Herr Nonnenmacher.
mischpot 24.07.2013
2. Bankster
Vorverurteilung wo sich die Stadt und die Begünstigten der HSH doch nur auf Steuerzahlerskosten bedienen das kann man wirklich nicht unterstellen. Er soll nur nachverurteilt werden auch eine Abfindung die als Schweigegeld dient ist illegitim. Man wir Herrn Nonnenmacher hier nicht verurteilen das ist alles nur Show für den "Dummen" Hamburger Steuerzahler.
lospi 24.07.2013
3. Vorhersage
nach 40 Verhandlungstagen wird herauskommen, dass die Angeklagten zwar 150 Mill. versenkt haben, aber zum damaaligen Zeitpunkt korrekt gehandelt haben, da die Risiken damals noch nicht zu erkennen waren und dass den Managern noch ein Abschiedsgeschenk zusteht und die Kosten des Verfahrens der Staat trägt. Dann sind wieder ein paar Anwälte reicher - 150 Mio Streitwert mach 275 000 € Anwaltskosten und die Steuerzahlen müssen für alles aufkommen. Da hilft nur Vermögen einziehen, auf Harz 4 setzen.
querdenker13 24.07.2013
4. Die armen
Zitat von sysopDPAKaum hat der Prozess gegen den Ex-Vorstand der HSH Nordbank begonnen, da gibt es schon die erste Unterbrechung. Die Verteidigung beantragte, die Klageschrift nicht zu verlesen. Sie sei zu wertend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/prozess-gegen-nonnenmacher-verteidiger-beklagen-anklageschrift-a-912806.html
Wieso soll eine Anklageschrift zu wertend sein? Endlich ein Richter der nicht vor den Bankstern einknickt. Uns ja, der Vorsitzende Richter hat Recht wenn er den Antrag ablehnt. Was wollen sich diese sogenannten 'Götter' noch alles erlauben und heraus holen? Es geht ihnen, den 'Göttern' hoffentlich an den Kragen, und atmen die nächsten Jahre nur noch gefilterte Luft. Es wird Zeit das Banker endlich Haftbar gemacht werden für ihren Schaden den sie dem ehrlichen Steuerzahler zugefügt haben.
fleischwurstfachvorleger 24.07.2013
5. Skandal
Zitat von sysopDPAKaum hat der Prozess gegen den Ex-Vorstand der HSH Nordbank begonnen, da gibt es schon die erste Unterbrechung. Die Verteidigung beantragte, die Klageschrift nicht zu verlesen. Sie sei zu wertend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/prozess-gegen-nonnenmacher-verteidiger-beklagen-anklageschrift-a-912806.html
Wie kann man es wagen verdiente (und gut verdienende) Banker vor Gericht zu stellen? Es ist schelcht gelaufen. Na und! 150 Millionen € weg - da kann doch der Herr Nonnenmacher nichts dafür. Herr Nonnenmacher war nur für die positiven Zahlen / Gewinne verantwortlich. dafür hat er sein fürstliches Gehalt und Bonu kassiert. An Verlusten ist nur der Markt schuld. Der gehört vor Gericht gestellt. Ironie-Modus aus.
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