Prozess um Steuersünder: Früherer UBS-Banker bekennt sich schuldig

US-Ermittler können bei der Jagd auf Steuersünder einen Erfolg verbuchen: Ein früherer Mitarbeiter der Schweizer Großbank UBS hat sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekannt. Er soll 150 reichen Amerikanern geholfen haben, Geld zu verstecken.

Gebäude der UBS in New York: Ärger mit US-Behörden wegen Steuersündern Zur Großansicht
dapd

Gebäude der UBS in New York: Ärger mit US-Behörden wegen Steuersündern

Miami - Es war eine Kehrtwende des Angeklagten: Zunächst hatte Christos Bagios vor einem Gericht im US-Bundesstaat Florida auf nicht schuldig plädiert. Doch nun überlegte es sich der Banker anders. Bagios hat sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekannt. Er war als Vermögensverwalter zuerst bei der Schweizer Großbank UBS und später bei der Credit Suisse beschäftigt.

Anwälte erklärten, die neue Aussage des aus Griechenland stammenden Bankers deute darauf hin, dass Bagios mit den US-Behörden kooperiere. Diese werfen ihm vor, in seinen Jahren bei der UBS etwa 150 reichen Amerikanern bei der Hinterziehung von Steuern geholfen zu haben.

Bagios war im Januar 2011 festgenommen worden und steht seitdem mit elektronischen Fußfesseln in Miami praktisch unter Hausarrest. Als er in New York verhaftet wurde, war er bei Credit Suisse angestellt.

Whistleblower hat die UBS verraten

Die UBS steht in den USA enorm unter Druck. Der Ex-Banker Bradley Birkenfeld hatte Informationen über die Schweizer Großbank im Steuerhinterziehungsskandal an die USA geliefert. Er hatte seinen Arbeitgeber im Jahr 2007 ans Messer geliefert und Ermittlern berichtet, Banker der UBS hätten reichen Amerikanern systematisch dabei geholfen, ihre Vermögen vor dem US-Fiskus zu verbergen.

Birkenfeld erhielt im Gegenzug 104 Millionen Dollar. Bei dem Geld soll es sich um einen Anteil an den Millionen von Dollar handeln, die der amerikanische Fiskus dank seiner Informationen eintreiben konnte.

Birkenfeld war als Kronzeuge in der UBS-Steueraffäre im August 2009 zu einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt worden. Er hatte dem Milliardär und Immobilienhändler Igor Olenicoff dabei geholfen, rund 200 Millionen Dollar an der US-Steuerbehörde vorbei auf Konten in der Schweiz und in Liechtenstein zu verstecken. Birkenfeld kam nach 31 Monaten Haft am 1. August 2012 frei.

Die UBS zahlte 2009 im Rahmen eines Vergleichs 780 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten. Zudem sollte die Bank Tausende Konten offenlegen - dies sorgte für erheblichen Zwist mit der Schweiz, die ihr Bankgeheimnis bedroht sah. Mit dem Einverständnis der Schweizer Behörden gab die UBS die Namen von rund 4500 mutmaßlichen amerikanischen Steuersündern heraus.

mmq/Reuters

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1. die als Whistleblower mithelfen
Emil Peisker 06.11.2012
Zitat von sysopUS-Ermittler können bei der Jagd auf Steuersünder einen Erfolg verbuchen: Ein früherer Mitarbeiter der Schweizer Großbank UBS hat sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekannt. Er soll 150 reichen Amerikanern geholfen haben, Geld zu verstecken. Prozess in USA um Steuerhinterziehung: Ex-UBS-Banker gesteht - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/prozess-in-usa-um-steuerhinterziehung-ex-ubs-banker-gesteht-a-865674.html)
Zudem zahlten die USA einem UBS-Mitarbeiter für die Herausgabe von Kundendaten und die entscheidenden Informationen über Beweise der systematischen Beihilfe zur Steuerhinterziehung reicher Amerikaner, mehr als 100 Millionen Dollar. Aber auf Deutschland mit dem Finger zeigen, so sind die Schweizer eben. Bei den amerikanischen Behörden ziehen sie den Schwanz ein, Deutschland bezeichnen sie als Hehler. Die deutsche Regierung sollte die gleiche Konsequenz an den Tag legen. Jeden verantwortlichen UBS-Banker anklagen und bei Schuldspruch einknasten. Hohe Belohnungen öffentlich ausloben, für Mitarbeiter betroffener banken, die als Whistleblower mithelfen, diesen Sumpf auszuheben. Und weil sie danach wohl in der Schweiz nicht mehr arbeiten können, die hohe Belohnung.
2. @ Emil Peisker
-J.A.G- 06.11.2012
Sie haben hier wohl etwas gründlich missverstanden. In Amerika sind Schweizer Banken dem amerikanischen Gesetzt unterworfen. In der Schweiz sind sie jedoch an Schweizer Gesetze gebunden. Deutschland kann gerne gegen UBS Mitarbeiter in Deutschen Niederlassungen ermitteln und im Zuge Deutsche Bürger verhaften, denn stellen sie sich vor, die meisten Mitarbeiter in deutschen Niederlassungen sind Deutsche. Gegen Schweizer Banker in der Schweiz, haben sie aber keine Handhabe, da die nach Schweizer Gesetz nicht illegal gehandelt haben. Diese Gesetze gelten da ja nicht nur für deutsche Hinterzieher sondern auch für die Einheimische Normalos, die Immigrierten Facharbeiter, Normalarbeiter usw. Wenn sie also gegen unser Deutschen Mitbürger vorgehen wollen stört dies die meisten Schweizer sicherlich nicht.
3.
-snowlife- 06.11.2012
Zitat von Emil PeiskerDie deutsche Regierung sollte die gleiche Konsequenz an den Tag legen. Jeden verantwortlichen UBS-Banker anklagen und bei Schuldspruch einknasten. Hohe Belohnungen öffentlich ausloben, für Mitarbeiter betroffener banken, die als Whistleblower mithelfen, diesen Sumpf auszuheben. Und weil sie danach wohl in der Schweiz nicht mehr arbeiten können, die hohe Belohnung.
wenn sie sich auch nur ein wenig mit der sache auseinandergesetzt hätten, wüssten sie, dass die sachlage in den usa eine ganz andere war. die banker haben in den usa us-amerikanisches recht gebrochen. sollten banker in deutschland deutsches recht gebrochen haben, ja dann sollte eure justiz handeln. aber auf ihren wunsch hin wird dies wohl nicht einfach so geschehen. deutschland ist zum glück nicht weissrussland, obwohl deutsche polizisten ja gerne in deutschland tätig sind.
4.
-snowlife- 06.11.2012
Zitat von -J.A.G-- ... In der Schweiz sind sie jedoch an Schweizer Gesetze gebunden.....Wenn sie also gegen unser Deutschen Mitbürger vorgehen wollen stört dies die meisten Schweizer sicherlich nicht.
was auch lustig wär, wenn deutschland gegen deutsche und eu banken vorgehen müssten... oder warum hat wohl die deutsche bank eine filiale in zürich. jedenfalls nicht für die laufkundschaft.
5. möglichst Deutschland meiden, sonst...
Emil Peisker 06.11.2012
Zitat von -J.A.G-- Sie haben hier wohl etwas gründlich missverstanden. In Amerika sind Schweizer Banken dem amerikanischen Gesetzt unterworfen. In der Schweiz sind sie jedoch an Schweizer Gesetze gebunden.
Und in Deutschland sind die Filialen deutschem Recht unterworfen. Und wer da Beihilfe zur Steuerhinterziehung leistet, der muss mit Strafverfolgung rechnen. Und ein Schweizer Vorstand einer Bank, der Filialen in Deutschland verantwortet, und dem solche Anweisungen nachgewiesen werden können, der sollte dann möglichst Deutschland meiden, sonst könnte das deutsche Recht zuschlagen. Was Sie bei den Amerikanern ohne Kommentar hinnehmen, sollten Sie auch in Deutschland erwarten.
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