Sportartikelhersteller Luxuskonzern Kering trennt sich von Puma

Der französische Kering-Konzern will sich auf den Luxussektor konzentrieren. Da passt der Sportartikelhersteller Puma nicht mehr ins Programm. Die Aktionäre besiegelten nun die Trennung.

Puma-Logo (Archiv)
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Puma wird künftig nicht mehr von Kering kontrolliert. Die Aktionäre des französischen Luxuskonzerns stimmten auf der Hauptversammlung dafür, einen Großteil der Aktien des Sportartikelherstellers als Sachdividende an die eigenen Aktionäre auszuschütten.

Kering will sich künftig auf den deutlich profitableren Luxussektor mit Marken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent konzentrieren. Der Konzern hatte das Vorhaben im Januar bekannt gegeben, nachdem schon länger über eine Trennung spekuliert worden war. Die Puma-Aktien sollen Mitte Mai an die Kering-Aktionäre ausgeschüttet werden.

Statt aktuell 86 Prozent hält Kering dann nur noch rund 16 Prozent an Puma. Die deutsche Marke ist damit künftig mehrheitlich im Streubesitz. Sie erhofft sich von der neuen Unabhängigkeit eine bessere Sichtbarkeit und schnellere Entscheidungen. Das Unternehmen mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Mitarbeiter.

Erfolgreicher Umbau

Bei Puma läuft es nach schwierigen Jahren des Umbaus wieder rund. 2017 konnte das Unternehmen den Gewinn unter dem Strich auf 136 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Der Konzern knackte zudem erstmals die Umsatzmarke von vier Milliarden Euro. Der Abstand zu Adidas und Marktführer Nike ist aber weiterhin groß. Das Unternehmen gehört seit 2007 mehrheitlich zum Pinault-Imperium, das damals noch PPR hieß.

Kering verliert mit der Abspaltung zwar deutlich an Umsatz, das verbleibende Geschäft wirft aber im Verhältnis zu den Erlösen deutlich mehr Gewinn ab. Die Trennung werde die operative Marge von Kering deutlich verbessern, sagte Finanzchef Jean-François Palus vor den Aktionären.

Kering-Chef François-Henri Pinault bleibt für Puma aber wichtig: Denn die Holdinggesellschaft seiner Familie, Artémis, profitiert als wichtigster Kering-Aktionär ebenfalls von der Verteilung der Puma-Anteile. Sie wird künftig etwa 29 Prozent an dem deutschen Unternehmen halten, und soll ein "langfristiger strategischer Aktionär" sein.

Artémis will Anteile mindestens zwölf Monate halten

Die Holding und Kering bleiben damit wichtige Anker-Investoren für Puma. Artémis hat sich laut Kering-Finanzchef Palus verpflichtet, die Anteile für mindestens zwölf Monate zu halten.

Kering hatte seinen Gewinn unter dem Strich im vergangenen Jahr auf 1,79 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg einschließlich Puma um 25 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro.

brt/dpa/Reuters

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meresi 27.04.2018
1. Puma
Einst eine Marke die ich neben Adidas als das Non+Ultra gesehen habe, quasi als Porsches der Sportschuhe. Zeitloses Design. Funktion und Qualität. Zumindest in den 70ern bis Mitte 90. Dann wars auf einmal vorbei damit. Seit Jahren hab ich ein Problem damit. Diese beiden Marken könnten noch immer Top sein. Aber Design und Qualität lassen mehr als zu wünschen übrig. Allein schon diese neuen Materialien. Zum Stinken...und die Designs hausbacken und Massenware. Dabei weiß jedes Kind nur Schuhe aus Leder sind das Wahre, mit echter Ledersohle, oder wie erforderlich bei Sportschuhen mit, genau, Gummisohlen, aber den Echten. Den div. Designern würd ich am liebsten ihre Produkte zum Essen geben. Das traurige ist, die Konkurrenz ist auch nicht besser. War beruflich ein halbes Jahr in Indien, da werden viele europäische u. amerikanische Marken hergestellt. Die Arbeiter dort, 55 h Woche, verdienten 2013 so ca. 130 Dollar im Monat.
kaiosid 27.04.2018
2. leider wahr
Finde es auch bizarr, aus welchem Material solche Schuhe bestehen. Es gibt allerdings Ausnahmen, auch aus Deutschland. Einfach mal suchen. Bei den Umsatzerwartungen börsennotierter Firmen wäre Leder jedoch auch fatal. Würde wohl zu einer Knappheit führen.
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