Samwer-Tochter Putzportal Helpling sammelt 43 Millionen Euro ein

Ein Berliner Start-up-Unternehmen macht Karriere: Helpling, eine Agentur für die Vermittlung von Putzkräften, hat sich 43 Millionen Euro frisches Kapital gesichert. Für die Branche ist das ein wichtiges Signal.

Helpling-Werbung: Agentur für Reinigungskräfte als Geschäftsidee
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Helpling-Werbung: Agentur für Reinigungskräfte als Geschäftsidee

Von Astrid Maier


Berlin - Das Berliner Start-up Helpling, Teil des Rocket-Internet-Imperiums der Samwer-Brüder, hat sich nach Informationen von manager-magazin.de bei Investoren 43 Millionen Euro frisches Kapital gesichert. Als neue Geldgeber sind zudem die Wagnisfonds Lakestar und Kite Ventures bei Helpling eingestiegen. Lakestar gilt als einer der führenden Start-up-Finanzierer in Europa und hat sich als früher Geldgeber von Skype und Spotify einen Namen gemacht. Kite Ventures päppelten den Essenslieferservice Delivery Hero mit auf.

Ein Helpling-Sprecher bestätigte die Finanzierungsrunde, wollte sich zu Details aber nicht äußern. Das Portal, auf dem online Reinigungshilfen gebucht werden können, ist erst vor einem Jahr gestartet und hat laut eigenen Angaben bereits mehr als 50.000 Putzkräfte an Haushalte vermittelt.

Das Geschäftsmodell wurde ursprünglich in San Francisco ersonnen. Dort ging schon 2012 der Rivale Homejoy an den Start und expandierte im vergangenen Jahr auch nach Deutschland. Mit der neuen Finanzierungsrunde hat sich Helpling, Teil der börsennotierten Start-up-Holding Rocket Internet Chart zeigen, mit insgesamt 56,5 Millionen Euro inzwischen mehr Kapital gesichert als das US-Original mit rund 35,6 Millionen Euro.

Wichtiges Signal für die europäische Startup-Branche

Für die europäische Start-up-Branche setzt dies ein wichtiges Signal: Gründer aus dem Silicon Valley konnten im Portal-Geschäft nicht zuletzt dank der üppigen Schecks der heimischen Wagnisfonds meist mühelos an der europäischen Konkurrenz vorbeiziehen, wenn es darum ging, möglichst schnell global zu expandieren. So setzte sich die Unterkünfte-Plattform Airbnb zielsicher als Marktführer in dem Geschäft ab, ebenso wie einst Facebook Chart zeigen die Freunde-Plattform StudiVZ überrollte.

Im Geschäft mit Putzhilfen scheint sich nun aber ein gegenläufiger Trend abzuzeichnen: Während Helpling zügig expandiert und mittlerweile von Kanada über die Vereinigten Arabischen Emirate bis nach Australien in über 200 Städten verfügbar ist, musste sich Homejoy zuletzt aus Kanada und Frankreich zurückziehen. Auch in Deutschland soll das Homejoy-Geschäft laut Brancheninsidern stocken und wichtige Manager zurück in die US-Zentrale beordert worden sein.



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