Deutscher Solar-Pionier: Südkoreaner übernehmen Q-Cells

Der Deal ist perfekt: Der südkoreanische Konzern Hanwha kauft den deutschen Solarzellenhersteller Q-Cells für 250 Millionen Euro. Ob die mehr als 1000 Arbeitsplätze am Stammsitz in Bitterfeld erhalten werden, ist noch nicht klar.

Q-Cells-Logo: 250 Millionen Euro für deutsche Solarfirma Zur Großansicht
DPA

Q-Cells-Logo: 250 Millionen Euro für deutsche Solarfirma

Seoul - Der Niedergang der deutschen Solarindustrie lässt sich in zwei Zahlen ausdrücken: Einst war Q-Cells acht Milliarden Euro wert - nun wechselt der deutsche Solarpionier für gerade mal 250 Millionen Euro den Besitzer.

Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha besiegelte am Sonntag seine Übernahme von Q-Cells. Die Kosten setzen sich aus einem Bar-Kaufpreis von etwa 55 Milliarden Won (38,7 Millionen Euro) und der Übernahme von Schulden in Höhe von rund 300 Milliarden Won zusammen, teilte ein Hanwha-Sprecher am Montag mit. Die Höhe der Transaktionskosten könne sich bis zum endgültigen Abschluss des Geschäfts noch ändern.

Der Kaufvertrag steht nach Angaben von Q-Cells unter der Bedingung, dass die Gläubigerversammlung am 29. August der Veräußerung zustimmt. Der strategische Investor beabsichtige, den weitaus größten Teil der gesamten Q-Cells-Gruppe zu übernehmen, hieß es. Beim Hanwha-Konzern musste noch der Verwaltungsrat die Übernahme des deutschen Solarherstellers durch die Chemietochter Hanwha Chemicals billigen.

Q-Cells hatte Anfang April Insolvenz angemeldet. Zuletzt beschäftigte der einst weltgrößte Solarhersteller rund um den Globus 2200 Mitarbeiter, unter ihnen 1300 am deutschen Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen und 500 in Malaysia.

Hanwha ist der zehntgrößte südkoreanische Industriekonzern. Er könnte im "SolarValley" im Süden von Sachsen-Anhalt sein zentrales Solar-Forschungszentrum aufbauen. Die deutsche Solarbranche ist in den vergangenen Monaten immer stärker unter Druck geraten. Als Auslöser einer ganzen Serie von Pleiten gilt die harte Konkurrenz aus China, wo Hersteller staatlich gestützt werden.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Ein strategischer Investor
Europa! 27.08.2012
Zitat von sysopDer Deal ist perfekt: Der südkoreanische Konzern Hanwha kauft den deutschen Solarzellenhersteller Q-Cells für 250 Millionen Euro. Ob die mehr als 1000 Arbeitsplätze am Stammsitz in Bitterfeld erhalten werden, ist noch nicht klar. Q-Cells: Hanwha übernimmt deutsche Solarfirma für 250 Millionen Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852272,00.html)
"Ein strategischer Investor" - in Südkorea, China und anderen asiatischen Ländern denkt man eben strategisch. Im Gegensatz zu den kleinkarierten Erbsenzählern von der FDP, die unsere Solarindustrie auf dem Gewissen hat.
2. Optional
daskänguru 27.08.2012
Zitat von Europa!"Ein strategischer Investor" - in Südkorea, China und anderen asiatischen Ländern denkt man eben strategisch. Im Gegensatz zu den kleinkarierten Erbsenzählern von der FDP, die unsere Solarindustrie auf dem Gewissen hat.
Fragen sie mal bei den Strategen von BenQ oder den Strategen die damals Atika gekauft haben. Ja ja Hauptsache es passt ins Weltbild. Was hat die FDP damit am Hut das Solarpanele mit deutschen Anlagen(die Chinesen bauen mit deutschen Anlagen) jeder Depp zusammen bauen kann. Es ist kein Wunder heute Solarpanele herzustellen, damals zu Zeiten der Wuseltronik war es noch Hexenwerk und ohne Menschen wie Reiner Lemoine wäre es das immer noch. Aber die Zeiten andern sich, Hanwha will den Namen die Kunden ein paar Patente und die Maschinen. Nachher werden die Panele auch in China hergestellt, und in Bitterfeld arbeiten wenn überhaupt 3 Mann.
3. Nonsens...
Taugur 27.08.2012
Zitat von Europa!"Ein strategischer Investor" - in Südkorea, China und anderen asiatischen Ländern denkt man eben strategisch. Im Gegensatz zu den kleinkarierten Erbsenzählern von der FDP, die unsere Solarindustrie auf dem Gewissen hat.
Die Art der Förderung war/ist in Deutschland völlig falsch. In China werden offenbar die Hersteller direkt vom Staat subventioniert. In Deutschland wurde von grün/rot die Subvention direkt an die Verbraucher/Käufer gegeben. Das hat natürlich den kurzfristigen Effekt das man sich damit etliche Stimmen der so subventionierten mit Steuergeldern kauft. Hat aber den Nachteil das diese sich dennoch die billigeren Panele aus China auf's Dach schrauben. Im Endeffekt bekommen die chinesischen Produzenten also aus diesem Wahlkampfgeschenk einte zusatzliche Subvention. Aber davon abgesehen, Subventionen sollten ausser evtl. zur Anschubfinanzierung nicht verteilt werden. Gegen staatliche Subventionen in China helfen Handelsverträge und gegebenenfalls Zölle in der EU. Aber keine Kontersubvention.
4. Das scheint noch nicht ausgemacht
eckawol 27.08.2012
Zitat von sysopDer Deal ist perfekt: Der südkoreanische Konzern Hanwha kauft den deutschen Solarzellenhersteller Q-Cells für 250 Millionen Euro. Ob die mehr als 1000 Arbeitsplätze am Stammsitz in Bitterfeld erhalten werden, ist noch nicht klar. Q-Cells: Hanwha übernimmt deutsche Solarfirma für 250 Millionen Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852272,00.html)
zu sein. Die spanische Gesellschaft ISOFOTON (Hintergrund ABENGOA) hat sich auch beworben und die Gläubiger entscheiden am Mittwoch.
5. Was Jahre ausmachen können
mitbestimmender wähler 27.08.2012
Früher jammerten wir über die Kopier-Koreaner, Heute sind wir froh wenn Koreaner was kaufen anstatt die Chinesen. Was wird Morgen sein?
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