146 Milliarden Dollar für US-Chipkonzern Qualcomm weist höheres Gebot von Broadcom zurück

Die Offerte sei "die beste und die letzte" heißt es von Broadcom: 146 Milliarden Dollar bietet der US-Chipkonzern für seinen Rivalen Qualcomm. Doch der hält den Preis für noch nicht angemessen.

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Der Übernahmepoker um den US-Chipkonzern Qualcomm könnte in die entscheidende Runde gehen. Der Konkurrent Broadcom will sein jüngst erhöhtes Gebot nicht erhöhen. Diese Offerte sei "die beste und die letzte", teilte der Konzern mit.

Zuvor hatte das Qualcomm-Management das nachgebesserte Angebot abgelehnt. Broadcom hatte sein Gebot für den Rivalen auf 146 Milliarden Dollar hochgeschraubt und betont, man wäre bereit, weitreichende Auflagen zu akzeptieren. Zu den Konditionen wäre es die bisher teuerste Tech-Übernahme. Von Qualcomm Chart zeigen hieß es jedoch, die Bewertung sei noch nicht angemessen, zudem stünden nach wie vor mögliche Probleme mit Regulierungsbehörden im Raum. Zugleich schlug Qualcomm der Gegenseite jedoch ein Treffen vor, um über die "Mängel" des Vorschlags zu sprechen.

Ursprünglich lag das Angebot bei 70 Dollar pro Qualcomm-Aktie. Nun hat Broadcom Chart zeigen das Gebot je Aktie um zwölf Dollar auf 82 Dollar angehoben. Damit wird Qualcomm mit rund 121 Milliarden Dollar bewertet. Dazu kämen nach früheren Angaben noch Schulden von rund 25 Milliarden Dollar hinzu, falls Qualcomm wie geplant den Konkurrenten NXP übernimmt.

Qualcomm ist der weltgrößte Hersteller von Handychips. Die Chips in Smartphones und Tablet-Computern sorgen für die Verbindung zu Netzen. Zudem stammt in vielen Telefonen der Hauptprozessor von dem Unternehmen. Bei Qualcomm sorgen die Chips für den Großteil der Umsätze - der Gewinn hingegen wird vor allem mit Patentlizenzen auf diverse Technologien erzielt.

Broadcom erhofft sich, im Falle einer Fusion mit Qualcomm unter anderem eine Schlüsselposition beim kommenden schnellen 5G-Datenfunk einzunehmen. Da sich das Geschäft von Qualcomm und Broadcom aber an vielen Stellen überschneidet, gehen Experten davon aus, dass die Regulierungsbehörden einen möglichen Deal streng prüfen würden. Ähnliche Geschäftsfelder beider Konzerne sind zum Beispiel die Bereiche WLAN und Bluetooth.

mmq/dpa/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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thequickeningishappening 09.02.2018
1. Wie wird Der Deal bezahlt?
Mit eigenen Aktien oder Cash?
laracrofti 09.02.2018
2. Witziger Artikel,
die Regulierungsbehörden sind doch längst "überzeugt" worden, sonst würde Broadcom niemals soviel Geld auf dem Tisch legen; und Qualcomm sträubt sich, weil die Führung noch nicht genug Zusicherung hat ob der eigenen Zukunft bzw. Geld in Aussicht.
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