Quartalszahlen Google enttäuscht, Microsoft-Ergebnis stabil

Der Suchmaschinen-Gigant Google hat die Erwartungen am Markt verfehlt - und das, obwohl seine Quartalserlöse erstmals mehr als zehn Milliarden Dollar betragen. Microsoft verzeichnet stabile Ergebnisse, ein Rekordjahr war 2011 für den Halbleiterkonzern Intel. 

Google-Logo: Erstmals mehr als zehn Milliarden Dollar Quartalserlöse
AFP

Google-Logo: Erstmals mehr als zehn Milliarden Dollar Quartalserlöse


Mountain View/Santa Clare - Der Internetkonzern Google hat trotz eines Umsatzsprungs und eines höheren Gewinns im vergangenen Quartal die Investoren enttäuscht. Die Aktie rutschte nachbörslich um fast zehn Prozent ab. Das Software-Unternehmen Microsoft übertraf die Erwartungen der Analysten leicht, über ein "Ausnahmejahr 2011" freute sich der Halbleiterkonzern Intel.

Der Umsatz von Google war im Schlussquartal 2011 auf 10,6 Milliarden Dollar gestiegen - ein Plus von 25 Prozent im Jahresvergleich. Es ist das erste Mal, dass die Quartalserlöse des Suchmaschinen-Riesen über zehn Milliarden Dollar liegen. Der Gewinn verbesserte sich aber nur von 2,54 auf 2,71 Milliarden Dollar, wie Google am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erwartungen der Marktexperten wurden mit den Zahlen verfehlt.

Google verwies unter anderem auf hohe Investitionen in Rechenzentren und andere Infrastruktur. Das im Sommer gestartete Online-Netzwerk Google+ habe inzwischen 90 Millionen Mitglieder, gab Konzernchef Larry Page bekannt. Google konkurriert mit seinem sozialen Netzwerk mit dem weltweiten Marktführer Facebook, der bereits mehr als 800 Millionen Mitglieder hat.

Microsoft-Quartalszahlen trotz schleppendem PC-Verkauf stabil

Software-Primus Microsoft kommt auch ohne seinen einstigen Gewinnbringer Windows 7 aus. Die Nachfrage nach dem in die Jahre gekommenen Betriebssystem sank im zweiten Geschäftsquartal, das von Oktober bis Dezember dauerte. Doch dafür griffen die Firmenkunden stärker als im Vorjahreszeitraum zu Office- und Server-Software. Auch die Spielekonsole Xbox 360 war gefragt.

Der Umsatz stieg insgesamt um fünf Prozent auf 20,9 Milliarden Dollar (16,1 Milliarden Euro). Höhere Kosten etwa in der Entwicklung ließen den Gewinn allerdings bei 6,6 Milliarden Dollar stagnieren. Konzernchef Steve Ballmer sprach am Donnerstag von "soliden Finanzergebnissen", vor allem da in diesem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen anstünden. Das lässt die Kunden üblicherweise zurückhaltender werden bei den aktuellen Produkten.

So steht Windows 8 vor der Tür, das endgültig die Brücke vom PC zu den boomenden Tablet-Computern schlagen soll. Erschwerend kommt hinzu, dass die PC-Verkäufe allgemein schwächeln. Die Marktforschungsfirma Gartner rechnete für das abgelaufene Quartal ein Minus von 1,4 Prozent aus. Windows wird üblicherweise zusammen mit einem neuen PC ausgeliefert.

Der PC-Schwund hat im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen greifen viele Kunden mittlerweile lieber zu Tablet-Computern und Smartphones und sparen sich die Neuanschaffung eines Notebooks oder Tischrechners. Zum anderen hatte die Flut in Thailand bestimmte Bauteile knapp werden lassen, so dass die PC-Produktion stockte.

Über allem schwebt die Unsicherheit durch die Schuldenkrise. Dennoch konnte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Kevin Turner verkünden: "Das Weihnachtsgeschäft war das stärkste in Microsofts Geschichte." Vor allem die Spielekonsole Xbox 360 mit der Gestensteuerung Kinect fand viele Fans. Die Aktie stieg angesichts dessen nachbörslich um drei Prozent.

"2011 war ein Ausnahmejahr für Intel"

Mit Rekordzahlen konnte der weltgrößte Halbleiterkonzern Intel das Jahr beenden. Selbst im Schlussquartal, als fehlende Bauteile die PC-Produktion hemmten, konnte der führende Prozessoren-Hersteller seinen Umsatz noch um 21 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar steigern (10,7 Mrd Euro). Der Gewinn legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent zu auf unterm Strich 3,4 Milliarden Dollar.

Zusammen mit dem bisherigen guten Verlauf führte das im Gesamtjahr zu Rekordzahlen. "2011 war ein Ausnahmejahr für Intel", erklärte Konzernchef Paul Otellini am Donnerstag in Santa Clare. 2012 soll es weiter aufwärts gehen - durch die neuen schlanken Ultrabooks, neue Prozessoren für die stetig wachsenden Datenzentren oder auch Chips für die boomenden Smartphones und Tablet-Computer, in denen Intel bislang kaum vertreten ist.

Bei den Anlegern wollte nachbörslich dennoch keine rechte Euphorie aufkommen. Die Aktie fiel leicht, denn Intel könnte noch schneller unterwegs sein.

bos/dpa/dapd



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insgesamt 3 Beiträge
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leser1964 20.01.2012
1. Hallo Wolkenkuckucksheim
Ein Unternehmen mit 40 Milliarden Jahresumsatz, einer 10% Reinvestitionsquote und bereits über 27% Rendite, Umsatz und Rendite mit stetig steigender Tendenz enttäuscht die Anleger und Analysten. Da fehlen mir und meinem mangelhaften Know-how kapitaler Marktregeln sämtliches Verständnis. In welchem Wolkenkuckucksheim leben denn die Anleger und Analysten und mit welchen Qualtartalsergebnissen sind denn amerikanische Marktspezialisten zufrieden? Es kann doch nicht immer alles so lange wachsen bis es dann vor aller Augen platzt!
leser1964 20.01.2012
2. Enttäuschende 27% Rendite, die Armen.
Ein Konzern mit 40 Milliarden Jahresumsatz, einer Reinvestitionsquote von 10% des Umsatzes und einer Rendite von 27%! enttäuscht die armen Anleger und Analysten. Da fehlt mir ehrlicherweise sowohl das Mitleid als auch das Marktverständnis der Amerikaner. Muss denn immer alles so lange in's Wolkenkuckucksheim wachsen bis es vor lauter Dauerwachstum wieder platzt vor aller Augen? Und dann bauen die das nächste Unternehmen auf bis es wieder platzt. Viel Spaß damit. Da lobe ich mir etwas nachhaltigere Unternehmer.
saberlin 20.01.2012
3. entäuschte Aktien zu mir
wer seine Aktien los werden will .... ich hab noch Platz in meiner Bude. Wie kann man nur einen solche Schwachsinn veröffentlichen .... das spottet jeder Beschreibung ... und wer ist hier eigentlich Enttäuscht??? Wie sagte ein Bekannter Mensch doch so treffend: "Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance." Winston Churchill
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