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Quartalszahlen: Microsoft hadert mit dem iPad-Boom

Satter Quartalsgewinn, ein Umsatz auf Rekordniveau - und dennoch kann Microsoft mit dem Geschäft nicht wirklich zufrieden sein. Vor allem die Windows-Kernsparte bereitet Sorgen. Das Betriebssystem gerät ins Hintertreffen, weil die Kunden lieber bei Apple-Produkten zugreifen.

Windows-Logo: Kampf gegen Apple Zur Großansicht
DPA

Windows-Logo: Kampf gegen Apple

Redmond - Eigentlich sieht es gut aus für Microsoft: Der US-Software-Gigant hat seinen Nettogewinn im vierten Quartal um 30 Prozent gesteigert - und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Konzern verdiente nach eigenen Angaben vom Donnerstag 5,87 Milliarden Dollar oder 69 Cent pro Aktie. Vor einem Jahr lagen die Einnahmen bei 4,52 Milliarden Dollar oder 51 Cent pro Aktie. Marktbeobachter hatten für das vierte Quartal mit einem Gewinn von 57 Cent pro Aktie gerechnet.

Der Umsatz von Microsoft erreichte eine neue Rekordmarke und stieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten 17,2 Milliarden Dollar erwartet. Neben der neuesten Ausgabe des Büropakets Office verkaufte sich vor allem die Server-Software bestens. "Wir sehen weiterhin eine starke Nachfrage unserer Firmenkunden - von Kleinbetrieben bis hinauf zu den größten Weltkonzernen", sagte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Kevin Turner. Die gesamte Produktpalette sei gefragt, ergänzte er.

Trotz der positiven Daten reagierten die Märkte verhalten. Waren Microsoft-Aktien unmittelbar nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen im nachbörslichen Handel leicht gestiegen, drehten sie später ins Minus. Das könnte mit dem Umsatz in der Windows-Sparte zusammenhängen. Die Erlöse gingen nach Angaben des Unternehmens im dritten Quartal in Folge zurück. Demnach sank der Umsatz von 4,78 Milliarden Dollar auf 4,74 Milliarden Dollar.

Beobachter gehen davon aus, dass der Erfolg der Tablet-Computer, insbesondere von Apples iPad, für das Minus verantwortlich war. Dank starker Verkäufe des iPhone-Handys und des iPad-Tablets hatte Apple im gleichen Zeitraum 7,3 Milliarden Dollar verdient. Apples Erfolg macht Microsoft zu schaffen, weil viele Konsumenten nach Einschätzung von Marktforschern statt zu einem Windows-PC mittlerweile lieber zu einem iPad greifen. Auch die Mac-Computer sind begehrt.

Dagegen feiert Microsoft mit seiner Videospiele-Konsole Xbox 360 anhaltende Erfolge. Die früher verlustreiche Sparte verdient Geld, wenngleich mit operativ 32 Millionen Dollar eher im bescheidenen Rahmen. Zum Vergleich: Mit Office und anderer Firmenkunden-Software verdiente Microsoft operativ 3,6 Milliarden Dollar, mit Windows immer noch 2,9 Milliarden Dollar.

Problemfall ist und bleibt das Online-Geschäft rund um die Suchmaschine Bing. Die Sparte baute ihre Verluste sogar noch aus auf zuletzt 728 Millionen Dollar. Microsoft hat sich mit dem Internet-Pionier Yahoo gegen den Platzhirsch Google verbündet.

suc/dpa/dapd

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1. Tja...
sappelkopp 22.07.2011
...ist so, wenn ein angefaulter Apfel draufpappt, wird es gekauft. Ich finde das faszinierend. Vor allem verstehe ich nicht, wie man das iPhone als Statussymbol verstehen kann, wenn jeder Hartz-IV-Empfänger damit rumrennt. Da verstehe einer die Kundschaft.
2. Recht so...
orbb 22.07.2011
...die sollen ruhig unzufrieden sein, denn das treibt zu Höchstleistungen. Das Problem von Microsoft ist allerdings nicht mehr technologischer Natur, sondern das Image. Auf Microsoft fällt nun das "Wilde Sau"-Spiel der Monopolistenzeit zurück. Allerdings hat sich Microsoft als äußerst lernfähig erwiesen. Seit ca. 6 Jahren nehme ich eine durchaus positive Entwicklung war: der Kunde wird ernst genommen (Hotline und Datenschutz!), die Usability der Produkte ist signifikant gestiegen (Multifunktionsleisten, Metro-Design) und Produkte werden bezahlbar angeboten (SB-Version, Home & Student). Weiterhin geht man auf die Community zu (Codeplex, MSDN), bindet diese ein und engagiert sich in Open Source. Ich denke, im Großen und Ganzen hat man das Fundament für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft gelegt.
3. Da sieht man
ausländer33 22.07.2011
Zitat von sysopSatter Quartalsgewinn, ein Umsatz auf Rekordniveau - und dennoch kann Microsoft mit dem Geschäft nicht wirklich zufrieden sein. Vor allem die Windows-Kernsparte bereitet Sorgen. Das Betriebssystem gerät ins Hintertreffen, weil die Kunden lieber bei Apple-Produkten zugreifen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,775859,00.html
wie krank diese Welt ist. ZITAT: Vor einem Jahr lagen die Einnahmen bei 4,52 Milliarden Dollar oder 51 Cent pro Aktie. Marktbeobachter hatten für das vierte Quartal mit einem Gewinn von 57 Cent pro Aktie gerechnet. ZITAT ENDE Da sinkt der Umsatz eines Produktes von 4,78 auf 4,74 Milliarden(!!!) Dollar, um noch nicht einmal 1% - schon reagieren 'die Märkte verhalten' Wie hat Volker Pispers mal so treffend gesagt: Es steckt schon im Wort Analyst drin, es kommt von Anal. Wie recht er doch hat.
4. .
Haio Forler 22.07.2011
Zitat von sappelkopp...ist so, wenn ein angefaulter Apfel draufpappt, wird es gekauft. Ich finde das faszinierend. Vor allem verstehe ich nicht, wie man das iPhone als Statussymbol verstehen kann, wenn jeder Hartz-IV-Empfänger damit rumrennt. Da verstehe einer die Kundschaft.
Genau deshalb soll das iPhone 5 deutlich mehr kosten, lol ;)
5. Hallo?
Panasonic, 22.07.2011
Windows 7 ist das meistverkaufte Betriebssystem aller Zeiten, Microsoft hat über 90% Marktanteil und ihr fasel da was von "Sorgen", weil immer mehr menschen zu Apple-Computern greifen? Abgesehen davon ist Microsoft das Endkundengeschäft fast egal und im Enterprise-Sektor, jaja, da hat Apple nichts, null zu sagen.
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Microsoft: Von Flops in Serie und ganz großen Erfolgen

Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix


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