Stromkonzern E.on steigert Quartalsgewinn

Überraschend gute Quartalszahlen bei E.on: Der Stromkonzern hat in den ersten drei Monaten mehr Gewinn gemacht als im Vorjahreszeitraum. Der Verkauf des Gasnetzes steht kurz vor dem Abschluss.

E.on Ruhrgas AG in Essen: Der Stromkonzern bekräftigt seine Prognose für 2012
dapd

E.on Ruhrgas AG in Essen: Der Stromkonzern bekräftigt seine Prognose für 2012


Düsseldorf - E.on hat im ersten Quartal offenbar seinen Gewinn gesteigert. Vor dem Spitzentreffen von Vertretern der Energiebranche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Stromversorger E.on frühzeitig Quartalszahlen vorgelegt: Man rechne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit rund 3,8 Milliarden Euro nach 3,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, teilte E.on am Mittwoch mit.

Im vergangenen Jahr hat der größte deutsche Strom- und Gaskonzern erstmals in seiner Geschichte einen Verlust erwirtschaftet.2,2 Milliarden Euro Verlust meldete das Unternehmen für 2011, nachdem die Bilanz im Jahr zuvor noch einen Gewinn von 5,8 Milliarden Euro ausgewiesen hatte.

E.on musste 2011 bei seinen Tochterunternehmen Wertberichtigungen in Höhe von rund drei Milliarden Euro vornehmen. In Spanien und Italien würden eine pessimistischere Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung, regulatorische Eingriffe sowie eine geringere Auslastung von Gas- und Kohlekraftwerken Abschreibungen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro notwendig machen, hieß es im Dezember. Weitere 900 Millionen Euro an Wertberichtigungen entfielen auf Kraftwerke in Ungarn, der Slowakei und Mitteleuropa. Der Konzern klagte über gesunkene Profitabilität in Folge geringerer Erzeugungsmengen und Margen sowie geringere Erlöse im Bereich von Heizkraftwerken und im Wärmegeschäft. Diese Vorgänge seien die Folge ungünstiger Marktentwicklungen.

Deutliche Kritik kam aus dem Unternehmen wegen der Umsetzung der Energiewende. E.on erwartet eine klare Positionierung von der Bundeskanzlerin. "Was wir brauchen, sind klare Regeln für den Offshore-Windkraftausbau und eine klare Unterstützung für Gaskraftwerke", sagte ein Unternehmenssprecher in Düsseldorf.

Vertreter des Unternehmens treffen sich im Kanzleramt mit Mitgliedern der Bundesregierung und Vertretern von RWE, Siemens und dem Stadtwerkeverbund. Auch Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie ( IG BCE) ist eingeladen. Neben Problemen beim Netzausbau soll es vor allem darum gehen, welche konventionellen Kraftwerke die Stilllegung von neun Atomkraftwerken bis 2022 auffangen könnten. Bisher gibt es zu wenig Pläne für neue Kraftwerke.

Kurz vor dem Verkauf steht bei E.on das 12.000 Kilometer lange Gasnetz. Das Unternehmen gehe davon aus, dass noch im laufenden Monat ein Vertrag abgeschlossen werden könne, sagte Finanzvorstand Marcus Schenck der "Börsenzeitung". Der Manager wollte sich aber weder zu den potenziellen Erwerbern noch zur Höhe des Verkaufspreises äußern. In der Branche wird der Wert des größten deutschen Gasnetzes auf zwei bis drei Milliarden Euro geschätzt.

sys/Reuters/dpa

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