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Rabatt-Offensive: Telekom paktiert mit Groupon

Vorstoß in den Schnäppchensektor: Die Telekom kündigt eine Kooperation mit Groupon an. Es ist das erste Mal, dass das Online-Portal mit einem Mobilfunkanbieter paktiert - will sich die Plattform zu einem Vor-Ort-Dienst weiterentwickeln?

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Logo der Deutschen Telekom: Offensive in neuen Märkten

Hamburg - Die Telekom will im mobilen Internet stark wachsen - jetzt verkündet der Konzern eine vielversprechende Kooperation. "Wir werden in den kommenden Monaten einige Dienste und Aktivitäten mit Groupon starten", sagte Heikki Makijarvi, bei der Telekom verantwortlich für die Entwicklung neuer Geschäfte, der "Financial Times Deutschland".

Das Rabatt-Portal Groupon wurde 2011 stark gehyped. Es bietet in 45 Ländern rabattierte Angebote von Unternehmen an - über seine Website, per Newsletter oder auf dem Handy. Die Angebote reichen vom Zähnebleichen bis zum Restaurantgutschein.

Nach Angaben von Groupon ist dies die erste Zusammenarbeit des US-Unternehmens mit einem Mobilfunkanbieter. Die Kooperation gilt für alle Länder, in denen die Telekom in Europa aktiv ist.

Genaue Angaben zu ihrer künftigen Partnerschaft machten die beiden Unternehmen nicht. Es ist aber denkbar, dass Groupon die Kooperation nutzt, um sich stärker zu einem Vor-Ort-Dienst zu entwickeln. Derartige location based services gelten als eines der großen Wachstumsfelder der kommenden Jahre.

Vorstellbar sei, dass die Groupon-Software auf Handys vorinstalliert wird, die über die Telekom verkauft werden, oder dass künftig ein Handydienst der Telekom zum Bezahlen von Groupon-Gutscheinen genutzt wird, sagte ein Groupon-Manager.

Die Telekom hatte im März 2010 eine Strategie ausgerufen, um sich neue Wachstumsfelder zu erschließen. Der Konzern versucht damit seine Schwäche zu umgehen, im schnelllebigen Onlinegeschäft mit Privatnutzern nicht schnell genug eigene Produkte anbieten zu können. 2015 will der Konzern mit Onlinediensten für Privatkunden einen Umsatz von bis zu drei Milliarden Euro machen.

Das Unternehmen Groupon war im November 2011 an die Börse gegangen - und hatte dabei rund 700 Millionen Dollar kassiert. Und das, obwohl es zuletzt Negativschlagzeilen produzierte. Als Groupon bei der Vorbereitung seines Börsengangs erstmals die Geschäftszahlen offenlegte, waren viele Investoren von den hohen Verlusten überrascht, die mit steigenden Umsätzen immer größer wurden. Zuletzt hatte die Firma die Verluste zwar eingedampft, wächst aber auch deutlich langsamer als zuvor.

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Neue Telekom-Strategie: Ära der Mini-Projekte

ssu

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Kommunikationsriese Telekom
Der Konzern
Die Deutsche Telekom AG ist Europas größtes Telekommunikationsunternehmen. Weltweit betreut sie fast 200 Millionen Kunden in rund 50 Ländern und beschäftigt etwa 260.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Sitz in Bonn entstand 1995 aus den Bereichen für Telekommunikation und Fernmeldedienst der öffentlich-rechtlichen Deutschen Bundespost, als diese privatisiert wurde. 1996 ging die Telekom an die Börse. Im Sommer 2010 hielt die Bundesrepublik rund 15 Prozent der Aktien direkt und weitere knapp 17 Prozent indirekt über die KfW Bankengruppe. 2009 hatte die Telekom einen Umsatz von knapp 65 Milliarden Euro.
Die Geschäftsfelder
Stammgeschäft der Deutschen Telekom ist der klassische Anschlussmarkt im Festnetz und Mobilfunk. Daneben will der Konzern sich neue Wachstumsbereiche in Zukunftsmärkten erschließen und zu einem "Multiprodukt"-Unternehmen wandeln. Ein Schwerpunkt dabei liegt auf der Vernetzung von Festnetz, Mobilfunk, Internet und IPTV. Das Unternehmen will in Zukunft auch Internetlösungen fürs Auto, Pay-TV, Internetshopping und schlaue Stromzähler anbieten.
Der Chef
René Obermann löste im November 2006 Kai-Uwe Ricke als Vorstandsvorsitzenden der Telekom ab. Der Düsseldorfer hatte als Student ein eigenes Telekommunikationsunternehmen gegründet und wechselte nach dessen Verkauf 1998 zur Telekom-Mobilfunksparte T-Mobile, wo er bald Geschäftsführer wurde.

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