New York - "Große Neuigkeiten - wir gehören jetzt zu Facebook." So feierten die Gründer des Rabattdienstes Tagtile die Nachricht auf ihrer Internetseite. Facebook bestätigte die Übernahme des Startup-Unternehmens aus San Francisco, nannte aber keinen Kaufpreis.
Die Summe dürfte deutlich niedriger liegen als beim Kauf des Fotodienstes Instagram, den Facebook am vergangenen Montag bekanntgegeben hatte. Für den App-Entwickler hatte Zuckerbergs Konzern rund eine Milliarde Dollar hingelegt.
Tagtile ist für Facebook vor allem wegen seiner Technologie interessant. Das Unternehmen hat eine Anwendung entwickelt, mit der sich Nutzer von iPhones und anderen Smartphones beim Einkaufen in bestimmten Geschäften registrieren können und dabei Rabattpunkte sammeln oder Gutscheine erhalten. Dazu müssen sie lediglich ihre Smartphones an eine im Geschäft aufgestellte Box halten, die die Daten des Kunden aufnimmt.
"Wir haben Tagtile mit einem einfachen Ziel gegründet - es örtlichen Geschäftsinhabern zu erlauben, eine bessere Bindung zu ihren Kunden aufzubauen", erklärten die Tagtile-Gründer Abheek Anand und Soham Mazumdar. Mit dem Kauf durch Facebook sei dies nun in einem viel größeren Maßstab möglich. Das Tagtile-System in seiner jetzigen Form werde Facebook aber nicht weiterführen.
Kleinere Übernahmen sind für Facebook nichts Ungewöhnliches. Meist holt sich das boomende Unternehmen damit bestimmte Technologien und deren Entwickler ins Haus. Vor dem Börsengang bemüht sich das Unternehmen nun, alle Einnahmequellen anzuzapfen, um bei den Investoren möglichst gut dazustehen. Dazu gehört auch das Geschäft mit den Rabattcoupons.
Facebooks Haupteinnahmequelle ist die Werbung. Das wertvollste Kapital sind seine mittlerweile rund 850 Millionen Nutzer. Mit ihnen will das soziale Netzwerk in den kommenden Wochen an die Börse gehen und nach aktuellem Stand fünf Milliarden Dollar einsammeln. Es wäre der größte Internetbörsengang aller Zeiten.
stk/dpa/AFP
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