Elf Quartale Verlust US-Elektronikhändler RadioShack ist pleite

Mehr als 5000 Filialen hat die Elektronikkette RadioShack weltweit, die Kunden aber blieben aus. Jetzt hat das US-Traditionsunternehmen den Kampf gegen die Pleite aufgegeben und Insolvenz angemeldet.

RadioShack-Filiale in Texas: Elf Quartalsverluste in Folge
AP/dpa

RadioShack-Filiale in Texas: Elf Quartalsverluste in Folge


Fort Worth - Ein Teil der Filialen geht an einen Hedgefonds, ein Teil an ein Mobilfunkunternehmen - es ist ein unrühmliches Ende für den US-Elektronikhändler RadioShack. Nach elf aufeinanderfolgenden Quartalsverlusten hat die Kette Insolvenz angemeldet. Das 94 Jahre alte Traditionsunternehmen mit etwa 4000 Filialen im Land steckt seit langer Zeit in der Krise. Vor allem die starke Konkurrenz der Onlinehändler machte RadioShack das Leben schwer, die Verluste wurden immer größer.

Die Kette betreibt zumeist kleinere Läden mit Artikeln wie Handys, Fernsehern und Elektronikzubehör. Auf seiner Website gibt RadioShack die Zahl der Beschäftigten mit 27.000 an. Das Unternehmen ist auch mit Hunderten Filialen in Mexiko und mit mehr als tausend im Rest der Welt vertreten.

Seit Monaten bahnte sich die Pleite an, bereits im März 2014 hatte das Unternehmen 1000 Geschäfte schließen müssen. Die Aktie fiel im vergangenen Jahr um 86 Prozent. US-Medien hatten in den vergangenen Tagen nur noch über den Zeitpunkt des Insolvenzantrags spekuliert und sich damit befasst, an wen die Ladengeschäfte verkauft werden.

RadioShack teilte nun mit, bis zu 2400 seiner Filialen an den Hedgefonds Standard General zu veräußern. Der Mobilfunker Sprint kündigte an, mehr als 1700 der Filialen als Lizenznehmer von Standard General zu betreiben. Auch über Verhandlungen mit dem Online-Handelsriesen Amazon war berichtet worden, der damit den Sprung aus dem Internet in den klassischen Einzelhandel wagen könnte.

nck/dpa/Reuters



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insgesamt 42 Beiträge
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petzipex 06.02.2015
1.
So wird es Media-Saturn auch noch ergehen ;-)
tobiwithyou 06.02.2015
2. Gross frisst Klein
Das ist der natuerliche (fuer mich aber der falsche) Lauf der Dinge. Die Grossen werden immer die Kleinen verdraengen. Man kann RadioShack auch nicht gerade klein nennen (5000 Filialien) und sicher haben sie in der Vergangenheit den einen oder anderen Einzelhaendler verdraengt oder aufgekauft, aber es gibt meist einen groesseren Fisch im Teich. Auch hier in Deutschland ist soetwas zu sehen. Man schaue sich bloss den Markt der Drogerielaeden an. Es gibt ein paar Platzhirsche und die kleinen Einzelhaendler muss man schon mit der Lupe suchen. Ein weiteres Beispiel ist die "Seuche" der Baumaerkte. Da wird die Suche nach einem privaten gut sortierten Eisenwarenladen schon zur Abenteuerreise. Schoenen Tag noch zusammen ich muss jetzt zum REAL ;o)
fatherted98 06.02.2015
3. Tja...
...dann sollen die doch mal in einen Deutschen Media Markt gehen...so wird das Geschäft gemacht...Geiz ist geil usw. (übrigens obwohl nachgewiesenermaßen die Preise bei MM nicht kleiner sind als im Fachhandel...das Marketing machts...)
Besserwisser12345 06.02.2015
4. die Läden gab's auch mal in Deutschland
In meiner Heimatstadt musste ich da immer für meinen älteren Bruder Tonbänder (!) kaufen für sein 19 cm-taugliches Tonbandgerät. Und an meiner Schule gab es den Tandy TRS-80 als Heimcomputer. Lang ist's her...
Aase 06.02.2015
5. Kapitalismus, wo nur wenige 'Markt'teilnehmer geduldet werden.
Schuld liegt auch bei den geizigen Kund/innen, die lieber bei Geiz-ist-geil-Online-*Händlern* *kaufen*, sind genauso als Totengräber der stationären Händler/innen zu betrachten, wie die Online-*Händler/innen* selber als Totengräber des stationären Handels zu betrachten sind. Schade um den Händler RadioShack und um dessen Mitarbeiter/innen. Aber sein Geschäft an eine Heuschrecke zu veräußern, da hat wohl jemand dennoch die Welt nicht verstanden. Eine Heuschrecke frisst sich nur durch und hinterlässt das, was ihr nicht passt.
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