Analyse Deutsche Familienunternehmen gehören zu den umsatzstärksten der Welt

Konzerne in Familienbesitz spielen weltweit eine wichtige Rolle. Drei deutsche Unternehmen schaffen es in einem Ranking der Beratungsgesellschaft PwC unter die globalen Top Ten.

Hans Michel Piëch (2016)
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Hans Michel Piëch (2016)


Familienunternehmen aus Deutschland gehören weltweit mit zu den umsatzstärksten. Laut einem Ranking, das die Unternehmensberatung PwC und die Onlineplattform Family Capital veröffentlichten, kamen im Jahr 2017 insgesamt 119 der 750 inhaberkontrollierten Firmen mit dem größten Umsatz aus der Bundesrepublik.

Nur in den USA gibt es noch mehr überdurchschnittlich erfolgreiche Gesellschaften dieser Art - insgesamt 171. Auch in der Summe der Umsätze landeten deutsche Familienunternehmen im Jahr 2017 mit rund 1,3 Billionen Dollar auf Rang zwei hinter den Nordamerikanern.

Die Volkswagen AG - mehrheitlich im Besitz der Familien Porsche und Piëch - erzielte 2017 einen Umsatz von fast 277 Milliarden Dollar. Das reicht für Platz zwei im internationalen Vergleich.

In den globalen Top Ten konnten sich zudem die Schwarz-Gruppe, zu der auch Lidl gehört (Rang 7/Familie Schwarz), und BMW (Rang 8/Familien Quandt und Klatten) platzieren.

Die Aldi-Gruppe - mehrheitlich im Besitz der Familie Albrecht - wird mit einem Umsatz von rund 74 Milliarden Dollar auf Rang 15 geführt, deutlich hinter dem US-Einzelhändler Walmart (Familie Walton), der mit 495 Milliarden Dollar die Liste der umsatzstärksten Familienunternehmen der Welt mit Abstand anführt.

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Familienunternehmen: Das sind Deutschlands Top 30

Unter den Top 100 sind noch weitere prominente deutsche Konzerne vertreten - darunter etwa auf Rang 24 der Reifenhersteller Continental (Familie Schaeffler) oder die Henkel AG (Rang 69/Familie Henkel).

Ein Grund für das gute Abschneiden der Familienkonzerne liegt nach Angaben von PwC darin, "dass sie global erfolgreich und lokal verwurzelt sind; dass sie langfristig und vorausschauend handeln und nicht auf kurzfristiges Wachstum setzen". Die Unternehmen benötigten aber politische Unterstützung - beispielsweise beim Ausbau der digitalen Infrastruktur, der Bildungslandschaft oder im Steuersystem.

Familienunternehmen müssen mindestens 20 Jahre alt sein, um in der Studie berücksichtigt zu werden. Bei einer Privatgesellschaft muss die Familie mindestens 50 Prozent der Stimmrechte halten, bei börsennotierten Gesellschaften 32 Prozent. Dies reicht nach Ansicht der Autoren in der Regel aus, um ein Unternehmen zu kontrollieren.

Im Video: Die Firma sind wir - Erfolgreiche Familienunternehmen

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fek/dpa



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