Amerika dominiert - China holt auf Die wertvollsten Konzerne kommen aus den USA

Die wertvollsten Konzerne der Welt kommen laut aktuellen Zahlen aus der IT- und Internet-Wirtschaft - und aus den USA. Unter den 100 weltgrößten Firmen sind nur 23 aus Europa, zwei chinesische Konzerne steigen in die Top Ten auf.

Apple-Chef Cook
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Der Siegeszug der IT- und Internet-Wirtschaft an den Börsen hat einen Höhepunkt erreicht. Die fünf wertvollsten börsennotierten Unternehmen kamen Ende Juni aus der digitalen Welt, wie die Unternehmensberatung EY errechnet hat. Apple führt mit einer Marktkapitalisierung von 751 Milliarden Dollar die Rangliste weiter vor der Google-Holding Alphabet (636 Milliarden) an. Hinter Microsoft (532 Milliarden) auf Platz drei belegen erstmals der Online-Händler Amazon.com (463 Milliarden) und Facebook (438 Milliarden) die Ränge vier und fünf.

Sie verdrängten Warren Buffetts Investmentholding von Berkshire Hathaway und den Ölriesen Exxon Mobil, der vom fünften auf den neunten Platz zurückgefallen ist. "Die Auswirkungen der Digitalisierung werden immer stärker sichtbar und erfassen immer mehr Branchen und Lebensbereiche", sagte EY-Deutschland-Chef Hubert Barth am Samstag. "Wir erleben eine fundamentale Umwälzung, die angetrieben wird von innovativen und zunehmend auch hochprofitablen Technologiekonzernen."

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Stellten die USA vor einem halben Jahr noch die kompletten Top Ten der Börsen-Schwergewichte, sind nun zwei chinesische Unternehmen aufgestiegen - und auch sie kommen aus der Digitalbranche: die Internet-Händler Alibaba und Tencent auf den Rängen sieben und zehn. Ende 2016 hatten sie noch auf den Plätzen 19 und 13 gelegen, seither sind ihre Börsenwerte um 62 beziehungsweise 46 Prozent nach oben geschnellt. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung des iPhone-Herstellers Apple stieg seit Jahresbeginn um knapp 22 Prozent, die von Alphabet um 18 Prozent.

Wertvollstes deutsches Unternehmen: SAP

Unter den 300 teuersten Unternehmen der Welt zählt EY 36 IT-Konzerne - doch nur drei davon kommen aus Europa. Das könne zum Problem werden. "Die Digitalisierung schreitet in großen Schritten voran - und derzeit werden die Regeln in erster Linie von amerikanischen und asiatischen IT-Konzernen gemacht", betonte Barth. Das wertvollste europäische Unternehmen ist auf Platz 13 der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle mit 272 Milliarden Dollar.

Erst auf Platz 56 weltweit folgt mit dem Softwareunternehmen SAP (126 Milliarden Dollar) die Nummer eins in Deutschland. Unter den Top 100 finden sich mit SAP, Siemens (Platz 68), Bayer (70) und der Allianz (93) vier börsennotierte deutsche Konzerne, Ende 2016 waren es noch sechs. BASF, die Deutsche Telekom und Daimler fielen zurück.

Insgesamt finden sich unter den 100 wertvollsten Unternehmen 23 europäische, 52 kommen aus den USA. "Europa ist aber stärker, als es das Börsenranking suggeriert", sagte Barth. Der Kontinent habe eine industrielle Basis, die man etwa in den USA vergeblich suche. Auch in einer digitalisierten Welt würden produzierende Hightech-Unternehmen gebraucht.

nck/Reuters

insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
micha1212 01.07.2017
1. Ja vom Börsenwert her sind sie am Wertvollsten
aber man muß es ein wenig relativieren. Die Neigung zu Aktienanlagen in den USA ist viel stärker ausgeprägt als z.B. in Europa. Das sorgt auch dafür, dass die Unternehmen in den USA tendenziell überbewertet sind. Bei einigen IT-Giganten (nicht alle) stehen auch große Gewinne dahinter, aber ob die zukünftige Gewinnentwicklung auch zutriff bleibt fraglich. Das KGV der einzelnen Unternehmen ist in den USA deutlich höher als in Europa. Man darf auch nicht vergessen, je größer die Unternehmen sind um so mehr sind diese auch international aufgestellt und sie sie haben klar irgendein Heimatsitz, aber die Frage ist in welchen Ländern die Wertschöpfung sitzt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Da sind Mittelständische Unternehmen für einzelne Volkswirtschaften viel wichtiger.
gehirnaus 01.07.2017
2. Auf der Zunge zergehen lassen
Nach dem lesen ihres Artikel stellt sich die Frage warum so viele G20 Gegner nach Hamburg fahren nicht mehr. Es wird und kann so nicht weitergehen. Milliarden schwere IT Konzerne die nichts mehr erwirtschaften außer noch mehr Armut und Ungerechtigkeit. Das zerplatzte Sharingwunder Uber, AIRbnb, jobbörsen, alibaba usw. Nicht ein Stück Welthandel wird hier betrieben. Solche Artikel ekeln mich nur noch an dabei ist es die Wahrheit
tailspin 01.07.2017
3. Time for the big short
Was kommt nach einer Rekordbewertung? Die zweite Haelfte des Jahres ist wahrscheinlich nicht mehr so gnaedig.
pk10585 01.07.2017
4.
Zitat von micha1212aber man muß es ein wenig relativieren. Die Neigung zu Aktienanlagen in den USA ist viel stärker ausgeprägt als z.B. in Europa. Das sorgt auch dafür, dass die Unternehmen in den USA tendenziell überbewertet sind. Bei einigen IT-Giganten (nicht alle) stehen auch große Gewinne dahinter, aber ob die zukünftige Gewinnentwicklung auch zutriff bleibt fraglich. Das KGV der einzelnen Unternehmen ist in den USA deutlich höher als in Europa. Man darf auch nicht vergessen, je größer die Unternehmen sind um so mehr sind diese auch international aufgestellt und sie sie haben klar irgendein Heimatsitz, aber die Frage ist in welchen Ländern die Wertschöpfung sitzt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Da sind Mittelständische Unternehmen für einzelne Volkswirtschaften viel wichtiger.
Und Sie denken, die Amerikaner würden ausschließlich in die Unternehmen aus den USA investieren? Warum sind die Deutschen Minderheitseigner bei den deutschen Unternehmen?
paulam2 01.07.2017
5. Die wertvollsten Konzerne kommen aus den USA...
und wem gehören sie? Doch nicht den Firmen in den USA, sondern Investoren aus aller Welt, insbesondere China, denen gehört ja auch schon halb Afrika (mal so gesagt, durch Landkauf) und große Firmenanteile von US-Firmen. Und was USA als solches betrifft, wieviel Schulden haben sie sonst noch bei Investoren aus China? Und warum stecken alle ihr Geld dort rein, was den Wert ja wohl ausmacht? Wegen Rendite und der Gesetze wegen. Warum steckt keiner Geld in interessante und höchst innovative Projekte in Italien? Weil dort die Steuern zu hoch sind und andere Hemmnisse abschrecken, klingelts?. So können fortschrittliche Projekte mit ihren Firmen nicht hochkommen. Eruiert doch mal, welche Nationalitäten, geografisch gemeint, Apples Aktien besitzen.
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