Rating-Agentur Fitch droht Deutscher Bank mit Herabstufung

Es könnte Ernst werden für die Deutsche Bank: Die US-Rating-Agentur Fitch hat damit gedroht, ihre Kreditwürdigkeit herabzustufen. Die deutsche Großbank ist jedoch nicht das einzige Geldinstitut im Visier des Rating-Riesens. 

Deutsche Bank in Frankfurt am Main: Negativer Ausblick
DPA

Deutsche Bank in Frankfurt am Main: Negativer Ausblick


Washington - Die Rating-Agentur Fitch hat mehreren Großbanken mit der Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht. Das Geschäftsmodell dieser Institute sei besonders anfällig für die wachsenden Schwierigkeiten, denen sich die Finanzmärkte gegenübersähen, teilte die Agentur am Donnerstag zur Begründung mit. Unter den Instituten, bei denen Fitch den Ausblick auf "negativ" gesenkt hat, befindet sich auch die Deutsche Bank. Zudem ist in Großbritannien Barclays betroffen, in Frankreich sind es die BNP Paribas und Société Générale.

Bei zwei deutschen Geldinstituten wurde es bereits konkret: Fitch hat die Landesbank Berlin und die Berlin-Hannoversche Hypothekenbank herabgestuft. Beide Banken würden ab sofort mit "A+" bewertet und damit einen Punkt niedriger als bisher, teilte die Agentur am Donnerstag in Washington mit. Diese Wertung werde der tatsächlichen Stabilität der Banken gerechter.

Zugleich senkte die Agentur die Bewertung der Schweizer Großbank UBS um eine Stufe auf "A". Begründet wurde dies mit einer abnehmenden Unterstützung des Schweizer Staats für die Großbank. Dafür sei der Ausblick jedoch "stabil". Bei Credit Suisse wurde zunächst nur der Ausblick auf "negativ" gesenkt.

Bei den US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley verfuhr die Agentur ebenso - sie gehören nun wie die Deutsche Bank zu den Geldhäusern, die auf der Beobachtungsliste mit einem negativen Vorzeichen stehen. Der Ausblick für die Bank of America war von Fitch schon zuvor auf "negativ" gesetzt worden. Die anderen beiden großen US-Institute, Citigroup und JP Morgan, blieben von dem Rundumschlag hingegen verschont.

aar/dpa/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 58 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
chris345 14.10.2011
1. Na, denn kan das Bashing ja los gehen
In autokratischen Systemen ist es schon immer eine altehrwürdige Tradition gewesen, den Überbringer schlechter Nachrichten zu köpfen. Von daher ist das Rating-Agentur Bashing europäischer Politiker nichts Neues. Neu ist jedoch, dass der Durchschnittsbürger sich dem Anschließt und komplett Ursache und Wirkung verwechselt.
Peter42, 14.10.2011
2. Fitsch? Was ist das?
Wer ist fitch? Solange europas agenturen an den Amerika-true-believers hängen, solange ist fitch mächtig. Nicht dran stören und das Leben geht normal weiter, diese Rater sind nicht die Götter der Finanzen, sonden nur Beobachter und wenn die was sagen ist das in 80% der Fälle falsch.
iman.kant 14.10.2011
3. kien
Zitat von sysopEs könnte Ernst werden für die Deutsche Bank: Die US-Ratingagentur Fitch hat damit gedroht, ihre Kreditwürdigkeit herabzustufen. Die deutsche Großbank ist jedoch nicht das einzige Geldinstitut im Visier des Rating-Riesens.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,791752,00.html
Vielen Dank her Ackermann! Soviel in Sachen Kompetenz. Die Deutsche Bank verkam zu einer Zockerbude. Gier frisst Hirn.
Flari 14.10.2011
4. An sich kein Problem..
Zitat von sysopEs könnte Ernst werden für die Deutsche Bank: Die US-Ratingagentur Fitch hat damit gedroht, ihre Kreditwürdigkeit herabzustufen. Die deutsche Großbank ist jedoch nicht das einzige Geldinstitut im Visier des Rating-Riesens.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,791752,00.html
Ackermann hat ja angekündigt, ggf. Unternehmenswerte zu verkaufen. Aber was wird er für Merkel bekommen? Und kann er sie wirklich (schon) entbehren?
OneLifeOnly 14.10.2011
5. ...
Zitat von sysopEs könnte Ernst werden für die Deutsche Bank: Die US-Ratingagentur Fitch hat damit gedroht, ihre Kreditwürdigkeit herabzustufen. Die deutsche Großbank ist jedoch nicht das einzige Geldinstitut im Visier des Rating-Riesens.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,791752,00.html
Wenn bei Schwierigkeiten der Bank kein direkter Zugriff auf den Steuerzahler möglich ist, dann muss abgestraft werden. Die geringe Bestrafung der Deutschen Bank deutet daraufhin, dass das Zugriffsmodell an sich in Ordnung aber noch verbesserungsfähig ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.