Rating-Agentur Moody's Düstere Zeiten für Deutschlands Banken

Deutschlands Banken müssen sich auf harte Zeiten einstellen: Die US-Rating-Agentur Moody's rechnet für die kommenden anderthalb Jahre mit sinkenden Gewinnen für die Institute. Weil die deutschen Banken zudem schlecht gegen Marktschocks gewappnet seien, bleiben die Aussichten negativ.

Bankenviertel in Frankfurt am Main: Anderthalb schwere Jahre für Deutschlands Banken
dapd

Bankenviertel in Frankfurt am Main: Anderthalb schwere Jahre für Deutschlands Banken


Frankfurt am Main - Die Zukunft für die deutschen Banken bleibt düster: Nach Einschätzung der US-Rating-Agentur Moody's sorgen intensiver Wettbewerb und niedrige Zinsen für einen Margendruck, "der die ohnehin schwachen Erträge deutscher Banken in den nächsten 12 bis 18 Monaten weiter schrumpfen lassen dürfte", heißt es in einer von Moody's am Freitag vorgelegten Studie. Die Aussichten für das deutsche Bankensystem sieht die Rating-Agentur weiter negativ.

Nach den schlechten Erfahrungen deutscher Geldinstitute im Auslandsgeschäft vor der Finanzkrise von 2008 versuchten die Banken, Risiken zu vermeiden und konzentrierten sich wieder verstärkt auf ihr Heimatgeschäft. Dies mindere zwar die Ausfallrisiken, schrieben die Moody's-Experten. Doch erhöhe sich dadurch, etwa wegen der Aussichten auf eine nur geringe Ausweitung des Kreditgeschäfts und hoher Zusatzkosten, gleichzeitig der Druck auf die Gewinne.

Belastend für die Banken hierzulande wirke sich auch der wirtschaftliche Ausblick angesichts der anhaltenden Krise im Euroraum und Deutschlands starker Exportabhängigkeit aus. "Trotz der bislang soliden Konjunkturindikatoren für Deutschland werden sich die operativen Rahmenbedingungen für die deutschen Banken in den nächsten 12 bis 18 Monaten schwierig gestalten", schrieb Moody's.

Moody's rechnet mit einem Wachstum in Deutschland von 1,0 bis 2,0 Prozent im kommenden Jahr. Die Eurokrise berge aber große Risiken, heißt es in der Studie. Die deutsche Wirtschaft sei mit ihren Exporten sehr abhängig von den anderen Staaten der EU; und die deutschen Banken seien "verwundbar", sollte sich die Eurokrise verschlimmern. Viele Kreditinstitute werden nach Einschätzung von Moody's Schwierigkeiten haben, mit unvorhergesehenen Verlusten fertig zu werden.

Bereits im Juli hatte die Rating-Agentur den Ausblick für 17 deutsche Finanzinstitute von stabil auf negativ gesenkt. Betroffen waren Institute, bei denen Verbindlichkeiten durch öffentliche Gelder garantiert werden.

nck/dapd/AFP

insgesamt 17 Beiträge
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chrimirk 19.10.2012
1. Brauchen die US-Boys deutschen Niedergang?
Zitat von sysopdapdDeutschlands Banken müssen sich auf harte Zeiten einstellen: Die US-Rating-Agentur Moody's rechnet für die kommenden anderthalb Jahre mit sinkenden Gewinnen für die Institute. Weil die deutschen Banken zudem schlecht gegen Marktschocks gewappnet seien, bleiben die Aussichten negativ. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rating-agentur-moody-s-erwartet-sinkende-ertraege-bei-deutschen-banken-a-862184.html
Was haben die davon, die Situation zu schildern, wie sie so nicht ist? Deutsche Sparkassen + Genossenschaftsbanken stellen mehr als 2/3 des deutschen Bankenmarktes da. Dort gab es so gut wie keine Schweinereien a la Lehmann & Co, die Bilanzen sind-weil öffentlich kontrolliert- stabil usw. Und die Privatbanken sind in D. mit Ausnahme der DB + Commerzbank ohne wesentlicher Bedeutung. Also? Nur Show?
james-100, 19.10.2012
2.
Haben die US-Boys jetzt Angst, die neuen Pakete der Immobilienblase nicht verkaufen zu können? Lieber weniger Gewinn und geringe Marge, als in den Abgrund zu stürzen. Ach, stimmt ja, der Steuerzahler fängt ja sonst die strauchelnden Banken auf.
kp229 19.10.2012
3. Ratingagentur?
Wieso werden eigentlich noch immer Ressourcen in den Medien verschwendet, um die Ergüsse von Ratingagenturen zu verbreiten? Mittlerweile sollte doch hinreichend bekannt sein, dass diese nur die Ziele ihrer Eigner verfolgen und ansonsten grundsätzlich falsch liegen, was Prognosen angeht.
Pandora0611 19.10.2012
4. Moody's und die deutschen Banken
---Zitat--- Nach einer Studie der Ratingagentur Moody's, die der FTD vorliegt, halten die Institute weiterhin viel zu wenig Eigenkapital vor, um im Ernstfall Verluste aufzufangen: Bis zu 32 Mrd. Euro wären laut der Studie im Ernstfall zusätzlich notwendig. "Die deutschen Banken sind in Relation zur gesamten Bilanzsumme immer noch sehr stark gehebelt", sagte Katharina Barten, Autorin des Branchenüberblicks für die kommenden zwölf bis 18 Monate. ---Zitatende--- Bei nur 4% hartem Eigenkapital ist das auch kein Wunder. Da müssen die Deutsche Bank, Commezbank und vor allem die Landesbanken noch einiges tun. Besser sieht es hingegen bei den meisten Sparkassen und den Volks- und Raiffeisenbanken aus.
brepus 19.10.2012
5. eigentlich ganz einfach....
...vielleicht konzentrieren sich die Banken einfach mal wieder auf Ihre Kunden, auf das Geschäft mit ihnen - ganz einfach eine gute Dienstleistung erbringen. Hochnässigkeit abstreifen und wie jeder andere Servicebetrieb sich bemühen.....Wenn dann "oben" noch ein wenig logisch gedacht wird, mehr Kompetenz wieder "vor Ort" entsteht und hin abgegeben wird, dort wo man "seine Kunden" kennt - dann wird das nach einiger Zeit auch wieder ganz vernünftig laufen. Denn eines ist klar - bei allem Ärger über die Banken derzeit - wir brauchen sie...
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