Reiseanbieter Unister: Beamte nehmen Manager von Fluege.de fest

Mit Seiten wie Ab-in-den-urlaub.de und Fluege.de gehört die Leipziger Firma Unister zu den größten deutschen Internetanbietern. Jetzt haben Fahnder ihre Büros gefilzt und zwei Manager verhaftet. Es geht um Reiserücktrittskosten-Versicherungen und angebliche Steuerhinterziehung.

Unister-Firmenschilder in Leipzig: Eine Antikorruptionseinheit ermittelt Zur Großansicht
dapd

Unister-Firmenschilder in Leipzig: Eine Antikorruptionseinheit ermittelt

Leipzig - Die Fahnder kamen am Dienstag um 8:30 Uhr. Zeitgleich untersuchten sie die Firmenzentrale des Leipziger Internetunternehmens Unister sowie rund 20 Büros und Wohnungen in Dresden, Hamburg, Stralsund und anderen Städten. "Wir ermitteln gegen acht Führungsmitglieder wegen des Verdachts der unbefugten Geschäftstätigkeit und Steuerhinterziehung", sagte Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden. Gegen zwei führende Manager sei Haftbefehl erlassen worden, ihnen würden illegale Geschäfte und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen.

Unister betreibt unter anderem die Portale Fluege.de und Ab-in-den-urlaub.de. Klein sagte, den Kunden sei eine Absicherung gegen Stornierungen angeboten worden. Dahinter habe aber nicht, wie bei Reiserücktrittskosten-Policen üblich, eine Versicherung gestanden, sondern Unister selbst. Dafür hätte der Portal-Betreiber eine Genehmigung benötigt. "Diese Genehmigung hat die Firma nicht."

Mit dem Stornierungsschutz habe Unister zudem "nicht unerhebliche Einnahmen erzielt", auf die Versicherungssteuer fällig sei - deshalb gehe es auch um den Verdacht der Steuerhinterziehung. Die sächsische Antikorruptionseinheit INES ermittle seit dem 1. Oktober gegen insgesamt acht Unister-Mitarbeiter. Ausgangspunkt sei eine anonyme Anzeige gewesen. Nun werde untersucht, ob das Geschäft mit den Versicherungen auch auf anderen Portalen betrieben wurde.

Ein Unister-Sprecher wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. "Unsere Anwälte prüfen das", sagte er. Unister war 2002 von Thomas Wagner in Leipzig gegründet worden, der damals noch Student war. Das Unternehmen mit rund 1500 Mitarbeitern gehört zu den größten Internetanbietern Deutschlands und betreibt auch die Seiten Auto.de, News.de, Shopping.de, Geld.de, Preisvergleich.de und Partnersuche.de.

Laut "Leipziger Volkszeitung" wird auch gegen Firmenchef Wagner ermittelt. Die Staatsanwaltschaft wollte das nicht bestätigen. Bereits in der Vergangenheit waren Vorwürfe gegen Unister erhoben worden. Die Verbraucherzentrale Sachsen und die Stiftung Warentest warnten öffentlich vor Fluege.de, wo bei der Buchung versteckte Gebühren aufgeschlagen würden. Wagner wies die Vorwürfe damals zurück.

dab/dpa/AFP/dapd

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insgesamt 47 Beiträge
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1. Meine Jungs von..................................
papillon51 11.12.2012
Ups ! Da wird der Kalli (ja der Dicke) aber sauer sein....
2.
kdhms 11.12.2012
Zitat von sysopMit Seiten wie Ab-in-den-urlaub.de und Fluege.de gehört die Leipziger Firma Unister zu den größten deutschen Internetanbietern. Jetzt haben Fahnder ihre Büros gefilzt und zwei Manager verhaftet. Es geht um Reiserücktrittskosten-Versicherungen und angebliche Steuerhinterziehung. Razzia bei Unister: Beamte verhaften Manager von Fluege.de - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/razzia-bei-unister-beamte-verhaften-manager-von-fluege-de-a-872340.html)
man wird feststellen ob Steuern hinterzogen worden sind. Vieleicht taucht das Geld dann Schwarzgeldkonten in der Schweiz auf. Unsere Steuerfahnder werden das schon feststellen. Es sieht ja auch nach Versicherungsbetrug aus
3. Vielleicht
svenni1064 11.12.2012
sollte sich der gute Herr Calmund mal überlegen, für den er da wirbt.
4. Wurde auch Zeit!
senkyenol 11.12.2012
Fluege.de ist ein unglaublich dreister Abzockerladen. Die Durchsuchung und Verhaftung war überfällig. Es gibt wohl kein anderes Flugportal, das nach dem Bezahlvorgang statt Ticketnummern bloß eine "Verbindliche Buchungsbestätigung" rausschickt. Es gibt wohl auch kein anderes Flugportal, das soviele Kritiken im Internet hat. Selbst Calmund schämt sich im Nachhinein, Werbung für diese Betrüger gemacht zu haben, wie man auf seiner Webite nachlesen kann....
5.
sponner_hoch2 11.12.2012
Zitat von kdhmsEs sieht ja auch nach Versicherungsbetrug aus
Sie haben den Artikel aber schon gelesen, oder? Welche Versicherung soll den betrogen worden sein?
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