Mutmaßlicher Millionenschaden Razzia bei Wölbern Invest - Firmenchef Schulte verhaftet

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat die Geschäftsräume des Fondsemissionshauses Wölbern Invest durchsucht, Firmenchef Heinrich Maria Schulte wurde wegen Fluchtgefahr verhaftet. Er soll 137 Millionen Euro unrechtmäßig abgezweigt haben.

Verhaftet: Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte wird Untreue vorgeworfen
Wölbern Invest

Verhaftet: Wölbern-Chef Heinrich Maria Schulte wird Untreue vorgeworfen

Von manager-magazin.de-Redakteur


Hamburg - Heinrich Maria Schulte, Inhaber und Chef des Hamburger Fondsemissionshauses Wölbern Invest, ist am Montagvormittag verhaftet worden. Das erfuhr manager magazin online von der Hamburger Staatsanwaltschaft. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wird Schulte gewerbsmäßige Untreue in mehr als 300 Fällen vorgeworfen. Die Verhaftung erfolgte wegen Fluchtgefahr, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft manager magazin online. Der Haftbefehl wurde demnach bereits am 17. September ausgestellt, also vergangene Woche.

Ebenfalls am Montag durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume von Wölbern Invest im Großen Grasbrook in der Hamburger HafenCity sowie Schultes Wohnräume. Über das Ergebnis der Durchsuchungen machte die Staatsanwaltschaft gegenüber manager magazin online keine Angaben. Bei Wölbern Invest war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Laut Staatsanwaltschaft steht Schulte nun eine Anklage wegen gewerbsmäßiger Untreue ins Haus. Den Angaben der Behörde zufolge soll der Emissionshauschef aus Immobilienfonds von Wölbern Invest in der Vergangenheit insgesamt 137 Millionen Euro unrechtmäßig abgezweigt haben. Der Gesamtschaden, der Anlegern vermutlich entstanden sei, sei jedoch nicht in dieser Höhe zu veranschlagen, so die Staatsanwaltschaft. Es sei vielmehr möglich, dass ein Teil des Geldes noch verfügbar sei. In Höhe von insgesamt 37 Millionen Euro soll sich Wölbern-Chef Schulte aus den Fonds persönlich bereichert haben.

Damit finden die Streitigkeiten zwischen Wölbern-Anlegern und dem Unternehmenschef ihren vorläufigen Höhepunkt. Seit inzwischen mehr als einem Jahr befinden sich beide Parteien im Streit, manager magazin online berichtete mehrfach. Wiederholt war von Anlegern der Verdacht geäußert worden, Schulte beziehungsweise das Wölbern-Management habe Gelder in Millionenhöhe aus Immobilienfonds des Hauses unrechtmäßig entnommen. Schulte hatte das stets von sich gewiesen. Einige Fonds betreiben bereits die Absetzung Schultes aus der Fondsgeschäftsführung.

Erst kürzlich hatte Wölbern die Anleger zahlreicher Immobilienfonds über einen Paketverkauf ihrer Immobilien abstimmen lassen. Nach dem Abstimmungsergebnis steht derzeit der Verkauf von beinahe 20 Gewerbeimmobilien in verschiedenen europäischen Ländern mit einem Gesamtvolumen von beinahe einer Milliarde Euro an.



insgesamt 20 Beiträge
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Aeris 23.09.2013
1. Die Eliten retten sich selbst...
nur wie ich schon 2010 im Zusammenhang mit einem verhafteten Oldtimer-Händler aus Hamburg schrub: Die Gerissenen sind halt noch lange nicht klug. Und Kluge bleiben selten reich.
neu_ab 23.09.2013
2.
Zitat von sysopWölbern InvestDie Staatsanwaltschaft Hamburg hat die Geschäftsräume des Fondsemissionshauses Wölbern Invest durchsucht, Firmenchef Heinrich Maria Schulte wurde wegen Fluchtgefahr verhaftet. Er soll 137 Millionen Euro unrechtmäßig abgezweigt haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/razzia-bei-woelbern-invest-firmenchef-schulte-verhaftet-a-924017.html
Schlapp. Hätte er 1337 Millionen abzweigen können, *das* wäre mal richtig "leet" gewesen! ;)
markushatt 23.09.2013
3. 137 Millionen Euro
Ein Overkill. Was will ein Mensch mit soviel Geld? An Familie vererben? Wenn so weitergemacht wird ist Geld schneller nichts mehr Wert, als man vererben kann.
neu_ab 23.09.2013
4.
Zitat von markushattEin Overkill. Was will ein Mensch mit soviel Geld? An Familie vererben? Wenn so weitergemacht wird ist Geld schneller nichts mehr Wert, als man vererben kann.
Och, alles ist relativ. Würden Sie denn glauben, daß Stefan Raab bereits gute 200 Millionen € eingesackt hat, & bis 2017 weitere 180 Millionen von Pro 7 kassiert? Kann man eigentlich auch nicht glauben, oder?
mischpot 23.09.2013
5. Herr Schulte und seine Hintermänner
denen dann schnell Geschäfte zugeschanzt wurden das Netz ist größer als es an der Oberfläche den Anschein macht.
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