Pirna/Dresden - Es wirkt wie moderner Sklavenhandel: Eine Dresdner Zeitarbeitsfirma soll Vietnamesen nach Deutschland eingeschleust und sie vorwiegend an Fleischfabriken vermittelt haben. Zoll und Bundespolizei führten eine Razzia in sechs Bundesländern durch. Die Beamten durchsuchten insgesamt 38 Geschäfts- und Wohnräume teilte das Hauptzollamt Dresden mit.
Betroffen von der Razzia waren Firmen der Fleisch- und Wurstverarbeitung. Bei ihnen sollen Vietnamesen gearbeitet haben, die die Dresdner Zeitarbeitsfirma eingeschleust haben soll. Dessen Chef und sein Führungsteam stünden im Fokus der Ermittlungen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt wegen "banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern". Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, bislang gebe es keine Hinweise, dass die durchsuchten Firmen von den kriminellen Machenschaften wussten.
Bei der Razzia wurden Computer und Geschäftsunterlagen sichergestellt. Die Vietnamesen sollen mit falschen Personalien oder gefälschten Dokumenten ausgestattet worden sein. Zudem besteht der Verdacht, dass Sozialversicherungsbeiträge und Steuern nicht ordnungsgemäß abgeführt wurden. Die Behörden sind der Dresdner Firma bereits seit September 2009 auf der Spur.
cte/dpa/dapd
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