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Reaktion auf Krise: Euro-Zentralbank verdoppelt ihr Grundkapital

Die Schuldenkrise sorgt für höheren Geldbedarf bei der Europäischen Zentralbank - nun wird sie ihr Grundkapital massiv aufstocken, auf fast elf Milliarden Euro. Damit will sie sich absichern gegen Schwankungen an den Finanzmärkten und das erhöhte Kreditausfallrisiko.

Euro-Symbol der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main: Grundkapital wird erhöht Zur Großansicht
dpa

Euro-Symbol der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main: Grundkapital wird erhöht

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) reagiert auf die zugespitzte Schuldenkrise in der Euro-Zone: Sie will ihr Grundkapital auf 10,8 Milliarden Euro erhöhen. Dies teilte die Notenbank am Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt am Main mit.

Bislang lag das Grundkapital der EZB bei knapp 5,8 Milliarden Euro, wovon jedoch nur ein Teil eingezahlt ist. Das Grundkapital besteht aus Einzahlungen der an der EZB beteiligten Notenbanken der 16 Euro-Länder und auch der anderen elf EU-Länder, die bislang die Gemeinschaftswährung nicht eingeführt haben.

Durch die nun beschlossene Grundkapitalerhöhung müssen die nationalen Zentralbanken weitere Beträge einzahlen, und zwar in drei Schritten bis 2012. Die erste Rate wird am 29. Dezember fällig. Die Bundesbank muss ihren Anteil an der EZB auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro aufstocken - und dafür rund eine Milliarde Euro einzahlen. Die nun beschlossene Kapitalerhöhung bedarf gemäß EZB-Statut und EU-Vertrag nicht der Zustimmung der Staaten.

Wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr, wird die Maßnahme den Gewinn der Bundesbank aber offenbar nicht verringern, weil die Zahlung in der Bundesbank-Bilanz ertragsneutral umgesetzt wird. Damit muss Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nicht mit einer geringeren Ausschüttung rechnen, der Steuerzahler dürfte somit nicht belastet werden.

Über den Schritt war in den vergangenen Tagen bereits spekuliert worden, weil die Notenbank im großen Stil Staatsanleihen klammer Euro-Länder aufgekauft hatte. Dadurch blähte sich die Bilanz der EZB enorm auf. Darauf soll nun durch das größere Grundkapital reagiert werden. Ein weiterer Grund ist das höhere Kreditausfallrisiko bei privaten Banken, die sich Geld bei der EZB geliehen haben.

Die EZB begründete die Entscheidung zudem mit den Schwankungen an den Finanzmärkten. Explizit genannt wurden Wechselkurse, Zinssätze und der Goldpreis. Zudem betonten die Währungshüter, dass die Kapitalerhöhung auch langfristig sinnvoll sei, weil das Finanzsystem in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden sei.

wit/Reuters/dpa

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insgesamt 81 Beiträge
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1. !
Family Man 16.12.2010
Einfach aus dem nichts erzeugt?
2. Was heißt das?
Deutscher__Michel 16.12.2010
Bedeutet das wir vermehren einfach das Geld wie die FED und entwerten es damit?
3. das ist das sogenannte
sic tacuisses 16.12.2010
Zitat von Deutscher__MichelBedeutet das wir vermehren einfach das Geld wie die FED und entwerten es damit?
Tollhaus-Perpetuum-Mobile. Um Schuldnern helfen zu können ( müssen ) pumpen wir uns jetzt neues FIAT-money. Wenn das einer auf der Strasse uns im Beisein von mehr als 2 Vollidioten sagen würde, man würde ihn einsperren. Als Irren. ( doppeltes r ist gewollt )
4. Der Anfang...
Spinatwachtel 16.12.2010
Zitat von sysopDie*Schuldenkrise sorgt für*höheren Geldbedarf bei der Europäischen Zentralbank - nun*wird sie*ihr Grundkapital massiv erhöhen, auf fast elf Milliarden Euro. Damit will sie sich absichern gegen Schwankungen an den Finanzmärkten*und das erhöhte Kreditausfallrisiko. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,735075,00.html
vom Ende!
5. -
Volker Gretz, 16.12.2010
Zitat von Deutscher__MichelBedeutet das wir vermehren einfach das Geld wie die FED und entwerten es damit?
Nein Frau Merkel hat damit unsere Staatschulden um 2 Milliarden DM erhöht, da die Bundesbank diese Summe an die EZB überweisen muss. Ist doch aber inzwischen eh egal :-)
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Mini-Serie
AFP

Erst Griechenland und Irland, nun wetten die Märkte schon gegen Portugal, Spanien und Italien. In Europa wächst die Sorge, dass weitere Schuldenländer Milliardenhilfen brauchen. Aber wie groß ist das Risiko wirklich? Und wer könnte der nächste Pleitekandidat sein? Ein Überblick:


Wie die Euro-Krise gelöst werden könnte
Trotz riesiger Hilfspakete schwelt die Schuldenkrise in der Euro-Zone weiter. Kaum wurde Irland gerettet, geraten mit Portugal und Spanien die nächsten Wackelkandidaten in den Fokus der Finanzmärkte. Doch wie könnte die Krise überwunden werden? Einige Lösungsvorschläge im Überblick.
Die EZB kauft massiv Anleihen
An den Finanzmärkten wird spekuliert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Retter in der Not spielt. Sie könnte viel Geld in die Hand nehmen und Staatsanleihen der finanzschwachen Euro-Länder aufkaufen. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, sind nach Berechnungen der Anleihenexperten von Evolution Securities in London ein bis zwei Billionen Euro notwendig. "Das Verfahren, von Land zu Land zu springen, hat die Märkte bislang nicht beruhigen können", sagt deren Expertin Elisabeth Afseth. "Der einfachere Weg ist, dass die EZB ihr Aufkaufprogramm hochfährt und große Summen ausgibt." Spanien und Italien müssen im kommenden Jahr zusammen etwa 500 Milliarden Euro an den Kapitalmärkten erlösen. Das wird schwierig und teuer, weil die Investoren hohe Risikoaufschläge verlangen. "Deshalb muss jemand einspringen und helfen", begründet Afseth ihren Vorschlag. Der Vorteil: Die EZB kann rasch helfen. Binnen weniger Tage könnte sie das Kaufprogramm starten. Der Haken: Einige Mitglieder des EZB-Rates werden dem voraussichtlich nicht zustimmen, weil ein solches Vorgehen gegen die Statuten der EZB verstößt, die sich hauptsächlich um stabile Preise kümmern soll. "Das würde sie weiter von ihrem Mandat entfernen und besonders in Deutschland Sorge über die langfristige Stabilität des Euro auslösen", befürchtet Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer.
Erweiterung des EU-Rettungsschirms
In den Euro-Ländern wird bereits darüber diskutiert, das für Notfälle geschnürte Rettungspaket zu vergrößern. Nach den Hilfen für Irland ist es noch mit etwa 650 Milliarden Euro gefüllt. Bundesbankpräsident Axel Weber hat bereits eine Erweiterung ins Spiel gebracht. Ökonomen wie DIW-Präsident Klaus Zimmermann raten dazu, das ursprüngliche Volumen von 750 Milliarden Euro auf 1,5 Billionen zu verdoppeln. Politisch ist das aber nicht so einfach durchsetzbar. In Staaten wie Finnland muss die Zustimmung dafür im Parlament eingeholt werden, was schwierig werden dürfte. Andererseits ist es sinnvoll, einen bereits bestehenden und funktionierenden Krisenmechanismus auszubauen. Er sieht strenge Sparauflagen für die Staaten vor, die Hilfen benötigen. Zudem ist der Internationale Währungsfonds mit an Bord, der die Einhaltung der Auflagen überprüft und über viel Erfahrung im Krisenmanagement verfügt.
Ausgabe von Euro-Anleihen
Diese Idee hat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso einen prominenten Fürsprecher. Eine gemeinsame Anleihe für alle 17 Euro-Länder hatte er bereits vor Monaten gefordert. Allerdings gibt es dagegen starken Widerstand, vor allem aus Deutschland und Frankreich. Beide Länder können sich ohne große Probleme und zu günstigen Konditionen frisches Geld am Kapitalmarkt leihen. Sie müssten ihre hohe Kreditwürdigkeit mit Krisenländern wie Portugal oder Spanien teilen und höhere Zinszahlungen in Kauf nehmen. Sie würden um ihren Lohn gebracht, den sie sich durch vergleichsweise solide Staatsfinanzen verdient haben. Der Nachteil: Die Vorbereitung einer Euro-Anleihe nimmt viel Zeit in Anspruch. Die aktuelle Krise, die Portugal und Spanien zu erfassen droht, ließe sich damit kaum lösen.
China kauft Staatsanleihen aus Europa
Die Volksrepublik besitzt die weltweit größten Devisenreserven. Das Geld ist vorwiegend in US-Staatsanleihen angelegt - insgesamt 1,8 Billionen Doller. China ist damit der größte Gläubiger der USA. "Man muss darüber nachdenken, wer genügend Geld hat, um das Problem zu lösen", sagte ein hoher EU-Offizieller. "Das einzige Land ist China. Wir müssen die Chinesen dazu bringen, EU-Schuldtitel zu erwerben." Allerdings gilt diese Lösung als unwahrscheinlich. Sowohl die EU-Behörden als auch die EZB und die Politik dürften sich dagegen verwahren.
EU beschließt gemeinsame Haushaltspolitik
Die 17 Euro-Länder verfügen über eine gemeinsame Währung und einen gemeinsamen Leitzins, aber nicht über eine gemeinsame Steuer- und Haushaltspolitik. Das hat die Spannungen erst ermöglicht, deretwegen die Währungsunion vor einer Zerreißprobe steht. "Wir brauchen auch eine Art Haushaltsbund", sagt EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. "Wir können das erreichen, wenn es eine starke Aufsicht und Kontrolle gibt." Allerdings ist das ein Tabuthema für Deutschland und andere Kernländer der Währungsunion, die kaum einen Teil ihrer Eigenständigkeit abgeben dürften. Politisch wäre dieser Weg deshalb kaum durchsetzbar. Eine Umsetzung würde zudem viele Jahre dauern - zu lange, um die akute Krise zu lösen.

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