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Reaktion auf Winterchaos: Ramsauer plant Umbau der Bahn

Der Güterverkehr lahmte, Reisende saßen fest - seit dem Winterchaos steht die Bahn in der Kritik. Nach SPIEGEL-Informationen will Verkehrsminister Ramsauer dem Konzern nun neue Strukturen verpassen. In einem Interview versprach er zudem Milliardeninvestitionen in den Konzern.

ICE: Minister will mehr Wettbewerb auf die Schienen bringen Zur Großansicht
DPA

ICE: Minister will mehr Wettbewerb auf die Schienen bringen

Hamburg - Das Image der Bahn hat im Winterchaos stark gelitten - jetzt reagiert Peter Ramsauer: Nach SPIEGEL-Informationen plant der Bundesverkehrsminister weitgehende Änderungen in der Organisation der Bahn. Mit einem Maßnahmenpaket, ministeriumsintern als "Eisenbahnpaket" bezeichnet, will der CSU-Politiker mehr Wettbewerb auf die Schiene bringen.

Dies soll über eine Stärkung der Bundesnetzagentur geschehen. Außerdem will Ramsauer sicherstellen, dass Gewinne aus den Trassenentgelten, die bei der Bahntochter DB Netz anfallen, künftig ausschließlich in die Schieneninfrastruktur investiert werden. "Wir werden einen Finanzierungskreislauf Schiene schaffen", sagt Ramsauers Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle. Über Details verhandelt Scheurle derzeit mit dem Vorstand des Konzerns. In den nächsten Wochen sollen die Ergebnisse präsentiert werden.

Noch weiter gehen die Pläne, die derzeit in den Koalitionsfraktionen im Bundestag diskutiert werden. Sie sehen vor, dass nur noch die Logistik- und Auslandssparte der Bahn privatisiert werden sollen. Das lukrative Geschäft mit Netz und Zugverkehr soll im Staatseigentum bleiben.

Vor allem die Bahn-Tochter DB Netz soll künftig unabhängiger von der Mutter operieren können. Dazu soll der "Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag" gekappt werden. So können Gewinne, die DB Netz erwirtschaftet, wieder in das Netz investiert werden. Auch der Wettbewerb würde gestärkt.

Die Trassenentgelte, die DB Netz von den Verkehrssparten der Bahn und ihren Wettbewerbern gleichermaßen verlangt, würden nicht mehr im Gesamtkonzern intern verrechnet. Mitte der Woche sollen die Pläne mit Ramsauer diskutiert werden.

Bund will fast vier Milliarden Euro in Bahn investieren

Die Bahn musste für Verspätungen und Zugausfälle heftige Kritik einstecken. Erstmals will Ramsauer am Mittwoch im Verkehrsausschuss konkrete Zahlen vorlegen. Nur 67 Prozent der Güterzüge sind im Dezember pünktlich abgefahren. Im Personenverkehr erreichten knapp ein Drittel der Züge ihr Ziel nur verspätet, so der bisher unveröffentlichte Winterbericht aus dem Bundesverkehrsministerium.

Zudem hat Ramsauer Milliardeninvestitionen in die Bahn angekündigt. Der Bund werde seiner Verantwortung als Eigentümer gerecht und stecke in diesem Jahr "rund 3,9 Milliarden Euro" in die Bahn, sagte Ramsauer dem "Hamburger Abendblatt" vom Samstag. Dies sei mehr Geld "als in den Jahren vor den Konjunkturpaketen", das in Züge und Personal investiert werden solle. "Die Bahn wollte schon in diesem Winter besser vorbereitet sein, aber viele Dinge gehen zu behäbig", sagte der Minister.

Für den geplanten Börsengang sei die Bahn "aufs Renditegleis gesetzt worden", kritisierte Ramsauer in der Zeitung. Der daraus entstandene Investitionsstau lasse sich nicht "von heute auf morgen aufholen". Es sei erstaunlich, wie das Unternehmen jahrelang "auf Kante gefahren" worden sei, fügte der Minister hinzu. Die Bahn müsse langfristig denken und nachhaltig wirtschaften. "Ständiges Kurzfristdenken ruiniert irgendwann jedes Unternehmen."

Außerdem kündigte Ramsauer die Zulassung weiterer Fernbuslinien in Deutschland an. "Wir bereiten gerade die gesetzlichen Grundlagen vor", sagte er dem Blatt. Busse seien eine kostengünstige Alternative im Reiseverkehr und gehörten in anderen Ländern längst zur Verkehrskultur. Bislang sind der Zeitung zufolge in Deutschland überregionale Busverbindungen nur von und nach Berlin möglich. Das schreibe das Personenbeförderungsgesetz vor. "Viele Menschen werden vom Pkw auf den Fernbus umsteigen", sagte Ramsauer. Der Bus ergänzt das Angebot auf der Schiene und schafft eine Alternative zum Individualverkehr."

Kritiker des zunehmenden Busverkehrs warnen vor immer stärker verstopften Straßen und größerer Unfallgefahr auf überfüllten Autobahnen.

ssu/AFP

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1. Bewährtes wieder einführen.
Rums, 15.01.2011
Zitat von sysopDer Güterverkehr lahmte, Reisende saßen fest - seit dem Winterchaos steht die Bahn in der Kritik. Nach SPIEGEL-Informationen will Verkehrsminister Ramsauer dem Konzern nun neue Strukturen verpassen. In einem Interview versprach er zudem Milliardeninvestitionen in den Konzern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,739696,00.html
Die *"Deutsche Bundesbahn (DB)"* aus guter Zeit gibt das beste Vorbild zum Neu-Anfang ab! -
2.
Anima, 15.01.2011
Es wäre wirklich schön wenn aus den Ankündigungen Taten werden. Da drück ich meine Daumen, Herr Ramsauer.
3. Klingt gut
Liberalitärer, 15.01.2011
ein Aktivposten der Mann. Dann mal abwarten.
4. Keiner Redet vom sinnleeren Geschwindigkeitsrausch
Koana 15.01.2011
Hallo, eine Frage. Könntet Ihr nicht mal ausrechnen wieviel Geld die Bahn in die Geschwindigkeit steckt? Sieht man wieviele Probleme alleine die ICE´s bereiten, sollte man doch ernsthaft darüber nachdenken, ob nicht Tempo 200 im Fernverkehr bei uns ausreicht. Alleine die reduzierte Energiewandlung dürfte hohe Kosteneinsparungen bewirken. Für eine Temporeduzierung sprechen viele Argumente. Oder seid Ihr der Meinung, dass Tempo 300 des Fortschritts und des Renomés wegen nötig sind. Leider finde ich weder bei Parteien, noch bei Fachleuten, Kommentatoren grundsätzliche Kritik an der ICE Strategie. (..... nur wenn die radikal geändert wird, kann auch der Güterverkehr qualitativ und quantitativ besser werden.) Falls Ihr glaubt hier punkten zu können, jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt. Meiner Meinung nach könnten da Milliarden anders und besser investiert werden - nur ich habe nicht die Zeit dies alles genau zu recherchieren. (Auch wg. S21 - damit das Thema weiter heiss bleibt - und wenn man Euch als rückständig angreifen sollte, denke ich, ist die Argumente-Monition für "ökologisch, sicher, komfortabel, pünktlich und schnell - versus sehr schnell, unpünktlich, anfällig, teuer, energieintensiv" doch qualitativ und quantitativ überlegen.) lG Michael
5. Busse als Alternative?
subhuman9 15.01.2011
Zitat von sysopDer Güterverkehr lahmte, Reisende saßen fest - seit dem Winterchaos steht die Bahn in der Kritik. Nach SPIEGEL-Informationen will Verkehrsminister Ramsauer dem Konzern nun neue Strukturen verpassen. In einem Interview versprach er zudem Milliardeninvestitionen in den Konzern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,739696,00.html
Das kann ich nicht nachvollziehen. Zwar sind Busse preiswerter, aber es gibt auch eine Reihe übler Nachteile: - Die Reisegeschwindigkeit beträgt höchstens 100 km/h; - der Fahrgast kann sich kaum bewegen, wer je mit einem Reisebus unterwegs war, kann ein Lied davon singen. Nach spätestens zwei Stunden verwünscht man sich für die Sparsamkeit; - man hockt mit Leuten auf engstem Raum, denen man nicht ausweichen kann, wenn sich herausstellt, dass man sie nicht erträgt; - gerät der Bus auch noch in einen Stau, vervielfachen sich diese Belastungen. Man wünscht sich dann gar, die Reise zu Fuß angetreten zu haben. Das sind keine Hypothesen, sondern Feststellungen aus Erfahrung. Von daher kann man Busreisen zwar als eine preiswerte Alternative bezeichnen, aber kaum als eine brauchbare. Von daher gibt es keine andere Wahl als Investitionen in eine funktionierende Bahn.
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Deutsche Bahn
Der Konzern
Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.

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