Supermarkt-Kette Real-Beschäftige streiken für Tarifbindung

In 70 Real-Märkten streiken Beschäftigte für eine Rückkehr in den Tarifvertrag. Der Mutterkonzern Metro droht mit dem Verkauf der Kette.

Real-Filiale in Berlin
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Real-Filiale in Berlin


Die Real-Beschäftigten machen sich mit einer Welle neuer Streiks für eine Rückkehr der Supermarktkette in die Tarifbindung stark. Mitarbeiter von rund 70 Real-Märkten in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Berlin und Brandenburg legten laut der Gewerkschaft Ver.di die Arbeit nieder.

Der Arbeitskampf ist auch deshalb brisant für den Real-Mutterkonzern Metro, weil dieser nach einem Bericht der "Lebensmittelzeitung" einen neuen Anlauf machen könnte, um die lange mit Verlusten kämpfende Tochter zum Verkauf zu stellen.

Ver.di zufolge hatten bereits am Donnerstag rund 1900 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen die Arbeit niedergelegt. Die Supermarktkette Real mit über 37.000 Beschäftigten hatte im vergangenen Jahr den Abschied aus dem Flächentarifvertrag der Handelsbranche verkündet.

Ver.di fürchtet Einsparungen von 400 Millionen Euro

Die Arbeitgeber wollten durch einen Verzicht der Beschäftigten Einsparungen in einer Höhe von rund 400 Millionen Euro durchsetzen, kritisierte Ver.di. Dabei habe Real vor allem ein Umsatzproblem.

Real unterstrich dagegen am Freitag erneut, die Personalkosten lägen bis zu 30 Prozent über denen von Wettbewerbern. Diese zahlten nicht nach Flächentarifvertrag. Real müsse Nachteile abschaffen, um die Zukunft der Kette und der Beschäftigten zu sichern. Die Real-Märkte blieben trotz der Streiks geöffnet.

Auch die Konzernmutter Metro hatte erklärt, bekomme man das Kostenproblem nicht in den Griff, werde die Lage für Real "mittelfristig sehr bedrohlich". Metro sei entschlossen, in Real zu investieren, "wofür wir aber eine wettbewerbsfähige Kostenbasis benötigen", betonte ein Sprecher. Für Real gebe es zudem auch Interessenten. Weiter wollte er sich nicht äußern.

ade/Reuters

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