Rechtsstreit: Ebay darf Skype an Investoren verkaufen

Der Weg für den Verkauf von Skype ist nach langem Streit frei: Die Gründer des Web-Telefons haben dem Verkauf von Ebay an ein Konsortium zugestimmt. Als Gegenleistung werden sie mit 14 Prozent an ihrem ehemaligen Unternehmen beteiligt.

Ein junger Mann nutzt Skype: Der Weg für den Verkauf der Ebay-Tochter ist frei Zur Großansicht
dpa

Ein junger Mann nutzt Skype: Der Weg für den Verkauf der Ebay-Tochter ist frei

San Jose - Lange wurde um Skype gestritten - jetzt darf Ebay den Kommunikationsdienst verkaufen: Das weltgrößte Auktionshaus hat sich mit den beiden Skype-Gründern Niklas Zennström und Janus Friis geeinigt.

Die Tech-Tüftler hatten Skype 2005 für 2,6 Milliarden Dollar selbst an Ebay verkauft. Doch als Ebay die Web-Telefonfirma nun seinerseits für zwei Milliarden Dollar an eine Investorengruppe weiterreichen wollte, erhoben sie Einspruch. Sie reichten eine Klage wegen Urheberrechtsverletzungen ein.

Joltid, die neue Firma von Zennstrom und Friis, wirft Ebay vor, ihre sogenannte Peer-to-Peer-Technologie ohne ihr Einverständnis zu nutzen. Die Technologie heißt "Global Index" und ist das Herzstück von Skypes Software, mit der Gespräche über das Internet vermittelt werden.

Jetzt haben Zennstrom und Friis dem Verkauf doch noch zugestimmt. Als Gegenleistung bekommen sie 14 Prozent an Skype - und machen dafür den Weg für den Verkauf frei.

Nach der Einigung übernehme wie geplant eine Investorengruppe den Mehrheitsanteil von nun 56 Prozent an Skype, teilte Ebay am Freitag mit. Ebay selbst werde weiter mit 30 Prozent im Boot bleiben. Ursprünglich sollten die Investoren für 1,9 Milliarden Dollar 65 Prozent an Skype bekommen.

Ebay wollte sich schon seit geraumer Zeit von dem Internettelefoniedienst trennen. Die erhofften Synergieeffekte waren ausgeblieben, das Auktionshaus musste eine Milliardenabschreibung auf den teuren Zukauf vornehmen. Im abgelaufenen Quartal gewann Skype gut 40 Millionen neue Kunden und hat nun mehr als 520 Millionen registrierte Nutzer. Der Quartalsumsatz stieg um 29 Prozent auf 185 Millionen Dollar.

Die eher moderaten Erlöse erklären sich damit, dass Skype-Nutzer untereinander kostenlos über das Internet telefonieren und Textnachrichten verschicken können. Geld verdient die Firma vor allem bei Gesprächen mit dem gewöhnlichen Telefonnetz.

Bevor die Investorengruppe ins Spiel gekommen war, hatten Zennström und Friis ihrerseits Interesse daran, Skype von Ebay loszukaufen. Als der Verkauf an das Konsortium bekanntwurde, zogen die beiden vor Gericht. Beobachter gehen davon aus, dass die Klage einzig dem Zweck gedient habe, dass die beiden Teil des neuen Eigentümerkonsortiums werden.

fro/ssu/dpa/ddp

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Ebay
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback