Von Nils Klawitter
Die NDR-Reportage "Die Kik-Story - die miesen Methoden des Textildiscounters" wird weiter die Gerichte beschäftigen. Vergangene Woche brüstete sich Kik damit, vor dem Hamburger Landgericht gleich in mehreren Punkten gegen den angeblich "rufschädigenden" Beitrag erfolgreich gewesen zu sein. Tatsächlich jedoch obsiegte in dem schon seit Wochen schwelenden Streit in wesentlichen Punkten der NDR.
Dass die Heizungen in einer Filiale sechs Winter lang defekt gewesen seien, verdeckt tätige Reporter des Senders von 9 bis 20 Uhr als Arbeitskräfte für Kik bereitstehen mussten und der Discounter Billigsocken zu Markenware veredelt - alles das darf der Sender weiter behaupten. Der NDR-Beitrag habe aber Fabriken in Bangladesch gezeigt, die nicht für den Discounter produzierten, wurde eine Kik-Sprecherin noch nach der Gerichtsentscheidung zitiert. In ihrer einstweiligen Verfügung hatten die Richter jedoch einen diesbezüglichen Vorwurf des Discounters zurückgewiesen, da es sich um Symbolbilder gehandelt habe.
Erfolgreich war Kik etwa mit dem Punkt, es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, als habe Firmenchef Stefan Heinig zwei Busse für einen Fußballverein gesponsert. Schon zuvor war der medienscheue Heinig mit dem Versuch gescheitert, eine Sequenz verbieten zu lassen, in der er von einem Reporter befragt wurde. Der NDR will mit einem Widerspruch gegen den verbleibenden Rest der Verfügung vorgehen. Kik hält sich dagegen weiter für ein "sozial verantwortliches" Unternehmen und will versuchen, den kompletten Beitrag verbieten zu lassen.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Kik | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH