Rechtsstreit mit USA Pharmakonzern Glaxo zahlt Milliarden-Ablass

Der Pharmariese GlaxoSmithKline schließt einen Deal mit der US-Regierung: Gegen die Zahlung von drei Milliarden Dollar sollen Ermittlungen wegen einer umstrittenen Diabetes-Pille eingestellt werden.


London - Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat einen Rechtsstreit mit den USA beigelegt. Um den Konflikt über Vermarktung und Entwicklung von Medikamenten zu klären, will das Unternehmen nun drei Milliarden Dollar zahlen. Das teilten die Briten am Donnerstag mit.

Mit einem endgültigen Vergleich werde im kommenden Jahr gerechnet. Dabei gehe es auch um Ermittlungen des Justizministeriums bei der umstrittenen Diabetes-Pille Avandia. Die genauen Details würden noch ausgehandelt, teilte der Konzern mit.

Eine abschließende Einigung werde 2012 erwartet. Alleine im vergangenen Jahr hatte GlaxoSmithKline Chart zeigen für Avandia und andere Streitfälle nach Schätzungen von Analysten Rechtskosten von mehr als sechs Milliarden Dollar eingeplant. Avandia war mit Umsätzen von rund drei Milliarden Dollar pro Jahr bis 2006 das zweitwichtigste Medikament für den Pharmakonzern.

Die Untersuchung der Marketing- und Verkaufspraxis von Avandia wurde 2004 vom Staatsanwalt im US-Bundesstaat Colorado eingeleitet und landete beim amerikanischen Justizministerium. In den USA muss das Mittel wegen erhöhter Herzrisiken mit einem Warnhinweis versehen werden. In Europa darf es seit 2010 nicht mehr verkauft werden. 2007 hatte eine Analyse an der Cleveland-Klinik von Ohio ergeben, dass mit dem Präparat das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen stärker steige als mit anderen Medikamenten.

cte/Reuters/dpa

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