Bremen - Die angeschlagene Bremer Reederei Beluga hat für ihr Kerngeschäft Insolvenz beantragt. Der Antrag sei am Mittwoch eingegangen, teilte das Amtsgericht Bremen mit. Der Schritt betreffe die Tochtergesellschaft Beluga Chartering, bestätigte ein Sprecher. Grund seien erhebliche Unregelmäßigkeiten bei Umsatz und Liquidität.
Der Firmensprecher sagte, der Insolvenzantrag betreffe nicht die Muttergesellschaft Beluga Group oder andere wesentliche Tochtergesellschaften. Derzeit würden mit den wichtigsten Anteilseignern "konstruktive Gespräche" geführt, um eine gemeinsame Lösung für Beluga zu erreichen. Angaben zur Zukunft des Unternehmens wollte der Firmensprecher nicht machen, dies sei Sache des noch zu benennenden Insolvenzverwalters.
Der Hamburger Fondsanbieter HCI hatte alle Charterverträge mit dem Schwergutspezialisten gekündigt und auf die mit ihm verbundene Hammonia-Reederei übertragen. Damit fehlen Beluga mindestens 20 seiner insgesamt 72 Schiffe. Das Überleben des Bremer Unternehmens steht Experten zufolge deshalb infrage.
Firmengründer Niels Stolberg wurde am Mittwoch von der Bremer Staatsanwaltschaft vernommen. Gegen ihn und weitere suspendierte Manager ermittelt die Justiz wegen des Verdachts des Betruges und der "unrichtigen Darstellung" nach dem Handelsgesetzbuch.
Stolberg erschien am Mittwoch zusammen mit seinem Anwalt Hanns Feigen bei den Ermittlern. Beide wollten sich gegenüber Journalisten nicht zu den Vorwürfen äußern. Feigen sagte lediglich, er erwarte "nur das Beste" von der Vernehmung.
cte/Reuters/dapd
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