Gespräche über Fusion: Hapag und Hamburg Süd planen deutschen Reederei-Giganten

Weltweit leidet die Reedereibranche unter Überkapazitäten und teurem Treibstoff. Im Kampf gegen die Krise prüfen die deutschen Konzerne Hapag-Lloyd und Hamburg Süd nun eine Fusion. Gemeinsam würden die Unternehmen zur Weltspitze aufrücken.

Containerschiff von Hapag-Lloyd: Reedereien leiden unter hohem Treibstoff Zur Großansicht
Hapag-Lloyd

Containerschiff von Hapag-Lloyd: Reedereien leiden unter hohem Treibstoff

Hamburg - Die Reedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd planen einen Zusammenschluss. Das teilten die beiden größten deutschen Reedereien am Dienstag mit. Die Konzerne prüften, ob und unter welchen Bedingungen eine Fusion sinnvoll sei.

Details wurden in der knappen Mitteilung nicht genannt. Beide Unternehmen leiden unter der seit Monaten andauernden Schifffahrtskrise. Neben den hohen Treibstoffkosten macht sich vor allem bemerkbar, dass zu viele neue Schiffe auf den Markt kommen. Dadurch sinken die Gewinnmargen.

Das neue Unternehmen würde in der Größe zur Weltspitze der Containerbranche aufschließen. Beide Firmen würden einander gut ergänzen: Hapag-Lloyd ist führend vor allem im Asienverkehr, Hamburg Süd ist stark bei Zielen in Nord- und Südamerika. Die Aktie des an Hapag-Lloyd beteiligen Reisekonzerns Tui Chart zeigen gewann zeitweise deutlich an Wert.

Weder Hapag-Lloyd noch Hamburg Süd wollten sich zunächst ausführlicher äußern. Beim Hapag-Großaktionär Tui war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Der Reisekonzern ist noch mit 22 Prozent an der Reederei beteiligt. Die Mehrheit liegt bei einem Konsortium um die Stadt Hamburg und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. Tui darf die verbliebenen Hapag-Lloyd Anteile inzwischen an die Börse bringen oder an einen anderen Investor veräußern, nachdem ein Verkauf an das Hamburger Konsortium bislang nicht zustande kam.

Aus dem Umfeld der Hapag-Lloyd-Eigner hieß es, die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium. "Wir marschieren da hoffnungsfroh rein", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Abschluss sei nicht absehbar. Die Prüfungen begännen gerade, hieß es weiter.

Hapag-Großaktionär Kühne hatte kürzlich gesagt, er wolle die Reederei durch Allianzen zu einer weltweit führenden Containerlinie ausbauen. Nach der Neuordnung der Gesellschafterstruktur stünden strategische Themen wieder im Vordergrund. Zurzeit liegt Hapag-Lloyd weltweit auf Rang sechs in der Containerschifffahrt.

Hamburg Süd rangiert auf Platz zwölf. Die zum Oetker-Konzern gehörende Containerlinie hat einen Zusammenschluss, über den in der Branche schon mehrfach spekuliert wurde, bislang stets abgelehnt.

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Wachstum der Containerschiffe: Größenwahn auf den Weltmeeren

cte/Reuters/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Find ich gut!!
papayu 18.12.2012
Die schoenen CAP Schiffe habe ich schon immer gemocht. Und die Hapag auch, den Norddeutschen Lloyd nicht, dassen Bremer. Allzeit gute Fahrt!!
2. Oh,oh,
auweia 18.12.2012
Zitat von sysopWeltweit leidet die Reedereibranche unter Überkapazitäten und teurem Treibstoff. Im Kampf gegen die Krise prüfen die deutschen Konzerne Hapag Lloyd und Hamburg Süd nun eine Fusion. Gemeinsam würden die Unternehmen zur Weltspitze aufrücken. Reedereien: Hapag-Lloyd und Hamburg Süd erwägen Fusion - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/reedereien-hapag-lloyd-und-hamburg-sued-erwaegen-fusion-a-873578.html)
wenn da mal die Wettbewerbskontrolle mitspielt. Weltweitmögen die ja noch nicht die Größten sein, aber national? Abgesehen von den binnenwirtschaftlichen Nickeligkeiten würde ich einen entsprechenden Schritt begrüßen. Zeigt den Dänen und Chinesen wie der Container schwimmt!
3. wirtschaftlich wäre das allemal
MütterchenMüh 18.12.2012
Zitat von papayuDie schoenen CAP Schiffe habe ich schon immer gemocht. Und die Hapag auch, den Norddeutschen Lloyd nicht, dassen Bremer. Allzeit gute Fahrt!!
Wenn die sich zusammentun ist das grundsätzlich ok und wirtschaftlich. Ob und wie sich die Gesellschafter einigen muss man abwarten. Hapag ist ja wohl extrem verschuldet.
4. optional
politik-nein-danke 18.12.2012
hmm......Fusion......soso und was kommt bei raus, die arbeitsplätze insbesondere in der verwaltung werden unter hinweis auf "skalen- und synergieeffekte" rasiert, etliche leute verlieren ihren job und die oberbosse erhöhen sich die bezüge kräftig, da sie ja jetzt so viel mehr verantwortung tragen....
5.
kosamm 18.12.2012
Die Containerriesen( neueste Generation) werden enden wie damals die Supertanker- als Auflieger!!!! Stoppt die Elbvertiefung!!!!
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