Regulierung der Finanzmärkte EU will Transaktionssteuer durchdrücken

Die Chancen für eine EU-weite Finanzsteuer steigen: Laut einem Zeitungsbericht will die Europäische Kommission sich für das umstrittene Regulierungsinstrument starkmachen - auch um den eigenen Haushalt zu stützen.

Bankenhochhäuser in Frankfurt am Main: Spekulationen eindämmen
dpa

Bankenhochhäuser in Frankfurt am Main: Spekulationen eindämmen


Hamburg - Die Europäische Kommission macht Ernst mit einer europaweiten Finanztransaktionssteuer (siehe Erklär-Video): Die Abgaben sollen ab 2014 zur Finanzierung des EU-Haushalts beitragen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Der Vorschlag sei Teil der Finanzplanung für 2014 bis 2020, die die Kommission am Mittwoch beschließen wolle.

Diskutiert wird dem Bericht zufolge ein Steuervolumen zwischen 10 und 20 Milliarden Euro, das auch bei geringen Steuersätzen zu erzielen wäre. Deutschland, Österreich, Frankreich, Luxemburg unterstützten die Idee grundsätzlich - aus Großbritannien ist dagegen mit Widerstand zu rechnen. Die Engländer fürchten Nachteile für ihre ausgeprägte Finanzbranche.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso wolle den EU-Ländern die neue Einnahmequelle mit dem Argument schmackhaft machen, heißt es in dem Bericht. Sie könnten dann weniger aus den nationalen Haushalten an die EU überweisen.

Seit Jahren wird darüber diskutiert, Spekulationen über eine Besteuerung von Börsengeschäften einzudämmen. Pläne für eine weltweite Finanztransaktionssteuer waren bisher in der Gruppe der G20, der wichtigsten Wirtschaftsnationen, gescheitert.

sar/dapd

insgesamt 1433 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
AndyH 23.01.2010
1.
Zitat von sysopWeniger Eigenhandel, eine Strafsteuer und - im Extremfall -Zerschlagung: US-Präsident Barack Obama will die Banken zügeln. Braucht die Finanzbranche wirklich mehr Regulierung?
Ja, braucht. Und ja, Obama wird auch damit scheitern.
Klaus.G 23.01.2010
2. Nix mit Regulierung
solange die Parteien am Tropf der Banken hängen und von deren Spenden abhängig sind wird sich nie was ändern. Alle außer der Linken werden gut dotiert und darum wird sich nix ändern denn dann würde man den Banken in die Quere kommen was ja niemand will.Auch Obama wird scheiten, zu groß die Macht der Banken und deren Verflechtung mit der Politk. Glückauf.
soziale qualität 23.01.2010
3. Ein bisschen regulieren wird nicht reichen
Um aus der Boom - Krise - Falle auszubrechen wird es klare Grenzen brauchen. Ganz wichtig wäre ein Verbot der Kickbacks und Boni. Die Banker haben sich mit diesen 'Tools' eine Schmiergeldlegalisierung herausgenommen die sich zum erfolgreichen Erpressungswerkzeug entwickelt hat. Es wird auch eine Steuer auf internationalen Finanztransaktionen brauchen und einen globalen Plan zur Austrocknung der Steueroasen. Weitere wichtige Grundlagen zum Thema: www.oekonomiefueralle.blogspot.com
Adran, 23.01.2010
4.
ist nur die Rückkehr zum *Glass-Steagall Act* klick (http://de.wikipedia.org/wiki/Glass-Steagall_Act) also nichts neues, sondern ehr sehr altes..bewertes..
Jordan Sokoł 23.01.2010
5. Die Zerschlagung droht so oder so!
Zitat von sysopWeniger Eigenhandel, eine Strafsteuer und - im Extremfall -Zerschlagung: US-Präsident Barack Obama will die Banken zügeln. Braucht die Finanzbranche wirklich mehr Regulierung?
Bezogen auf unsere bundesdeutschen Verhältnisse, muß den Bankmanagern und deren Unterstützern in der Politik klarge- macht werden, daß sie unter Umständen von einem entfessel- ten Volk (z)erschlagen werden, wenn sie sich nicht endlich vernünftigen Beschränkungen und strafbewährten Regeln unterwerfen. Unsere Bundeskanzlerin kann sich bezüglich ihrer unver- zeihlichen Zurückhaltung gegenwärtig nur auf ein einziges Argument berufen: "Ich/wir halten uns zurück, bis die Verursacher der Finanzkrise (USA, GB) regelnd in die Finanzmärkte eingreifen." Frau Merkel, die USA, England und Frankreich sind im Gegen- satz zu Ihnen sichtlich bemühter, um dem ausufernden Ge- schäftsgebaren der Finanzmanager die notwendigen Stop- zeichen vor die Nasen zu setzen. - Nun lassen Sie mal den Koch mit seinen bewußt nicht publizierten bankspezifischen Regionalinteressen rechts liegen und besinnen sich auf das Wohl des Volkes in seiner Gesamtheit! Jordan Sokoł
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.