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Rekordeinkommen: Wall-Street-Banker kassieren mehr denn je

141.000 Dollar pro Jahr: So viel verdienen Wall-Street-Banker im Schnitt, bei Goldman Sachs sind es sogar 431.000 Dollar. Insgesamt zahlen die Geldkonzerne ihren Mitarbeitern die Rekordsumme von 135 Milliarden Dollar - nur zwei Jahre nach der Finanzkrise.

Goldman-Sachs-Zentrale in New York: Höhere Einkommen als bei Morgan Stanley Zur Großansicht
AP

Goldman-Sachs-Zentrale in New York: Höhere Einkommen als bei Morgan Stanley

New York - Das Finanzsystem ist beinahe kollabiert, mit Staatshilfe musste die Geldindustrie gerettet werden - doch das scheint lange her. Nur zwei Jahre nach dem Fast-Crash schwimmen die Wall-Street-Banker wieder im Geld.

Die 25 größten US-Finanzfirmen haben 2010 laut "Wall Street Journal" die Rekordsumme von 135 Milliarden Dollar an ihre Mitarbeiter gezahlt. Das sind knapp sechs Prozent mehr als die 128 Milliarden Dollar des Jahres 2009. Im Krisenjahr 2008 war die Summe kurzzeitig auf 112 Milliarden Dollar geschrumpft.

Ein einzelner Banker verdiente 2010 im Schnitt 141.000 Dollar, drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Wall-Street-Häuser hatten, nachdem das Geschäft wieder angesprungen war, ihre ausgedünnten Mannschaften nach und nach aufgestockt. Vor allem in Manhattan macht sich die Welle an Neueinstellungen bemerkbar: Der Wohnungsleerstand geht zurück, die Mieten steigen.

Allerdings klafft die Gehaltsschere zwischen den einzelnen Finanzfirmen weit auseinander. Erfahrene Wertpapierhändler oder Spezialisten für Firmenzusammenschlüsse verdienen locker eine Million Dollar pro Jahr, einfache Mitarbeiter von Geschäftsbanken müssen mit fünfstelligen Gehältern auskommen. Und auch zwischen den einzelnen Investmentbanken gibt es große Unterschiede: Geldmaschine Goldman Sachs hat den Mitarbeitern 2010 im Schnitt 431.000 Dollar gezahlt, der schlechter verdienende Rivale Morgan Stanley 257.000 Dollar.

Gewinne privatisiert, Verluste sozialisiert

Insgesamt stecken die Finanzfirmen ein knappes Drittel ihrer Erlöse in die Lohntüten der Mitarbeiter. Wegen der öffentlichen Kritik an der bisherigen Bonus-Praxis bekommen die Banker nun aber einen größeren Teil ihres Gehalts fest - oder in Aktien, die sie erst in einigen Jahren zu Geld machen dürfen. Das soll, so das Kalkül, die Jagd nach kurzfristigen Gewinnen eindämmen und die Risikobereitschaft senken.

Die Glücksspielmentalität hatte in die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte geführt. Im September 2008 war die New Yorker Investmentbank Lehman Brothers zusammengebrochen, nachdem sie sich mit US-Hypothekenpapieren verzockt hatte. Eine Schockwelle ging durch die Finanzwelt. Nur das Eingreifen der Staaten auf der ganzen Welt hielt die Märkte am Laufen und sicherte den Bankern ihre Einkommen. Die Zeche zahlten die Steuerzahler.

Bereits 2009 war das Bankengeschäft - gestützt durch billiges Geld der Notenbanken - deutlich angesprungen. 2010 setzte sich diese Entwicklung fort. Die Erträge der 25 größten US-Finanzfirmen stiegen nach der Erhebung um ein Prozent auf 417 Milliarden Dollar. 2007, im Jahr vor dem großen Knall, waren es 351 Milliarden Dollar. Durch die Übernahme schwächelnder Konkurrenten sind die Großen der Branche noch größer geworden.

wal/dpa-AFX

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insgesamt 60 Beiträge
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1. Schön, schön
Mr.Fouly 02.02.2011
Das ist ja positiv. Ein Aufschwung vielleicht? Gehälter der Mitarbeiter steigen...wirklich positiv!
2. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
URicken, 02.02.2011
Na, dann warten wir mal ab, bis die große Neiddebatte hier wieder losgeht. Dem linken Flügel sei ein "Trullalla"...
3. ...
Crom 02.02.2011
Eine weitere Neiddebatte ist eröffnet. Deswegen wurde doch der Thread eröffnet, oder?
4. Der Reichsapfel der Erkenntnis
roterschwadron 02.02.2011
Zitat von sysop141.000 Dollar pro Jahr: So viel verdienen Wall-Street-Banker im Schnitt, bei Goldman Sachs sind es sogar 431.000 Dollar. Insgesamt zahlen die Geldkonzerne ihren Mitarbeitern die Rekordsumme von 135 Milliarden Dollar - nur zwei Jahre nach der Finanzkrise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,743152,00.html
135 Milliarden Dollar sind eine Menge Geld - für die außerordentliche "Arbeitsleistung", das Geld anderer zu verwalten bzw. auszugeben. Zum Glück gibt es Millionen Rentner, Sozialhilfempfänger und Obdachlose mit einem großen Herz für die amerikanische Finanzindustrie. Ohne diese "spätrömische Dekandenz" der Deutschen, die millionenfach den Staat um 5 Euro auszunehmen trachten, und ohne die Aufsässigkeit der Ägypter, die ihre ganze Undankbarkeit für 30 Jahre Frieden und Sicherheit nun einen alten Mann und weisen Volksführer spüren lassen. Ja, in Amerika kann man immer noch sagen, daß sich Arbeit wieder lohnen muß. Egal ob Burger verkaufen in der Frittenbude oder Strassenkehren für einen Dollar die Stunde, der Durchschnittsamerikaner ist stolz auf sein freies Regime, das ihn nicht verhungern läßt. Und für manche ist zu Weihnachten sogar noch keine kleine Spende von der Regierung drin. Das jedenfalls ist mein Vorschlag an Obama: schenken Sie doch jedem 1000. Staatsbürger, der Angehörige bei US-Einsätzen in Afghanistan oder sonstwo auf der Welt verloren hat, ein Gebiß. Damit Amerika auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann...
5. Titel
Paul Kessler, 02.02.2011
Zitat von sysop141.000 Dollar pro Jahr: So viel verdienen Wall-Street-Banker im Schnitt, bei Goldman Sachs sind es sogar 431.000 Dollar. Insgesamt zahlen die Geldkonzerne ihren Mitarbeitern die Rekordsumme von 135 Milliarden Dollar - nur zwei Jahre nach der Finanzkrise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,743152,00.html
Das ist recht wenig. Bisher dachte ich, bei der organisierten Kriminalität wäre mehr zu verdienen.
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