Rekordhoch Silber so teuer wie nie

Erst Gold, jetzt Silber: Die Preise für Edelmetalle erreichen immer neue Rekordhöhen. Silber kostet inzwischen mehr als beim Allzeithoch 1980.

Silberbarren: Nicht so glänzend wie Gold, aber auch teuer
Heraeus Holding GmbH

Silberbarren: Nicht so glänzend wie Gold, aber auch teuer


London - Mehr als 30 Jahre hat es gedauert. Nun hat der Silberpreis sein historisches Hoch nach vielen Anläufen geknackt. Am späten Donnerstagabend sprang der Preis für eine Feinunze (ca. 31 Gramm) Silber auf bis zu 49,51 Dollar.

Damit wurde der Rekord vom Januar 1980 bei 49,45 Dollar leicht übertroffen. Dieser wurde seinerzeit nur aufgrund starker Spekulationen am Silbermarkt durch die beiden Brüder Herbert William und Nelson Bunker Hunt erreicht.

Am Freitagmorgen gab der Silberpreis indes leicht nach. Im Vormittagshandel lag er bei 48,35 Dollar. Der Goldpreis, der in den vergangenen Wochen von einem Rekord zum nächsten geeilt war, lag am Freitag bei 1.532 Dollar für eine Feinunze. Hier wurde der jüngste Rekord am Donnerstag bei gut 1.538 Dollar erreicht.

Krisensichere Anlagen

Experten nennen viele Gründe für die anhaltende Hausse am Edelmetallmarkt. Ein wichtiger Faktor liegt im schwachen Dollar. Da Silber und Gold in der US-Währung gehandelt werden, sorgt ein schwacher Dollar für eine hohe Nachfrage aus Ländern außerhalb des Dollar-Raums.

Ausschlaggebend für den schwachen Dollar ist vor allem die extrem expansive Geldpolitik in den USA. Im Gegensatz zu vielen anderen Notenbanken großer Industrienationen lässt die US-Notenbank Fed keine Anzeichen für eine bevorstehende Zinswende erkennen. Der extrem niedrige Leitzins von fast null Prozent lässt den Dollar in den Augen vieler Anleger unattraktiv erscheinen.

Darüber hinaus verweisen Marktbeobachter auf die große Unsicherheit unter Investoren wegen der Unruhen in der arabischen Welt und der weltweit angespannten Staatsfinanzen. Gold und Silber gelten traditionell als krisensichere Anlagen. Sie dienen aber auch als Inflationsschutz. Die Teuerungsraten liegen derzeit weltweit deutlich höher als den Notenbanken lieb sein kann. Ausschlaggebend sind vor allem die hohen Energie- und Rohstoffpreise.

böl/dpa-AFX



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