Rekordjahr: Volkswagen glänzt mit Multi-Milliarden-Profit
Volkswagen profitiert vom weltweiten Autoboom wie kein zweiter Konzern: Die Wolfsburger verdoppelten ihren Gewinn im vergangenen Jahr auf 15,8 Milliarden Euro. Jetzt sollen die Aktionäre mehr Geld bekommen.
Hamburg - Europas größter Autobauer hat die Konkurrenz mit dem höchsten Gewinn seiner Geschichte abgehängt. Volkswagen
verdiente im vergangenen Jahr unterm Strich 15,8 Milliarden Euro, teilte der Wolfsburger Konzern am Freitag mit. Ein Jahr zuvor war der Gewinn mit 7,2 Milliarden nur halb so groß ausgefallen.
Auch der Umsatz legte deutlich zu: Die sieben Pkw-Marken und die beiden Lastwagenbauer Scania und MAN, die zum Konzern zählen, nahmen insgesamt fast 160 Milliarden Euro ein - ein Plus von gut 26 Prozent.
VW zog die Veröffentlichung der Zahlen vor, nachdem der enorme Gewinnanstieg bereits durchgesickert war. Eigentlich wollte der Aufsichtsrat erst am Montag darüber berichten.
Nun sollen die Stammaktionäre profitieren und eine Rekorddividende ausgezahlt bekommen - darunter als größte die Porsche Holding, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar. Die Dividende soll bei drei Euro pro Aktie liegen, und damit 80 Cent höher ausfallen als vorher. Bei den stimmrechtslosen Vorzugsaktionären fällt das Plus deutlich magerer aus: Sechs Cent mehr je Anteilschein will VW ihnen zahlen.
Aktie rutscht ins Minus
Volkswagen hatte im vergangenen Jahr weltweit erstmals mehr als acht Millionen Fahrzeuge verkauft. Vor allem in China und den USA liefen die Geschäfte rund. Aber auch in Westeuropa, wo andere Hersteller wie Peugeot wegen der Staatsschuldenkrise kaum neue Autos verkaufen und Verluste schreiben, ging es bei VW nur aufwärts. Zu Beginn des neuen Jahres verloren aber auch die erfolgsverwöhnten Wolfsburger an Tempo: Die Auslieferungen stiegen nur noch leicht. Als Grund nannte VW die Neujahrsfeiern auf seinem weltgrößten Markt in China, wo während dieser Zeit für mehrere Tage das Wirtschaftsleben ruht.
Zum Ausblick äußerte sich Volkswagen nicht. Ein Sprecher wollte das Zahlenwerk mit Verweis darauf, dass sie vorläufig seien, auch nicht näher erläutern.
Die Stärke des Konzerns wird vor allem bei den Barmitteln deutlich. Trotz hoher Investitionen von sieben Milliarden Euro für die Übernahme des Münchner Lastwagenbauers MAN, den Erwerb der Porsche Holding in Salzburg sowie die Beteiligung an dem Karbonhersteller SGL verfügte Volkswagen über eine Netto-Liquidität von 17 Milliarden Euro.
Anleger verfielen trotz der starken Zahlen nicht in Euphorie. In einem ansonsten freundlichen Umfeld verlor die im Dax gelistete Vorzugsaktie zeitweise mehr als ein Prozent an Wert. Börsianer begründeten dies damit, dass Anleger Kasse machten. Das Papier hatte seit Anfang Januar mehr als 20 Prozent zugelegt.
yes/Reuters
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