Rekordpleite Lehman-Anleger können auf Rückzahlungen hoffen

Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 hat das Finanzsystem weltweit erschüttert - und Banken und Anleger um ihre Einlagen gebracht. Die könnten jetzt aber dem "Tagesspiegel" zufolge damit rechnen, einen Teil ihres Geldes doch noch wiederzubekommen.

Zentrale von Lehman Brothers in New York: Komplexeste Bankpleite der Geschichte
dpa

Zentrale von Lehman Brothers in New York: Komplexeste Bankpleite der Geschichte


Berlin - Die größte und komplizierteste Bankpleite der Geschichte mit 7000 Betroffenen in 40 Ländern könnte glimpflicher ausgehen, als lange erwartet. Der Insolvenzverwalter der Deutschland-Tochter Lehman Brothers Bankhaus, Michael Frege, sagte dem "Tagesspiegel", er habe bereits 31,5 Prozent der anerkannten Forderungen erfüllt.

Zu den Hauptgläubigern der früheren Investmentbank gehört der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken in Deutschland. Es werde sogar weitere Ausschüttungen an die Gläubiger geben, sagte Frege der Zeitung. Durch eine größere Zahl von Vereinbarungen innerhalb des Konzerns seien "sehr gute wirtschaftliche Ergebnisse erzielt worden".

Auch die Käufer von Lehman-Zertifikaten können dem Bericht zufolge mit Zahlungen aus der Insolvenzmasse rechnen. Die Quote könnte nach Schätzung des Sprechers der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Jürgen Kurz, bei 20 bis 30 Prozent liegen. "Einige Sparer könnten sogar mit einem kleinen Gewinn aus der Sache herauskommen", sagte Kurz dem "Tagesspiegel".

Das könnte demnach zum Beispiel die Kunden der Targobank betreffen, denen bereits bis zu 80 Prozent ihres Kapitals ersetzt worden seien und die jetzt zusätzlich noch mit Geld aus der Insolvenzmasse rechnen könnten.

Die US-Investmentbank Lehman Brothers war auf dem Höhepunkt der Finanzkrise am 15. September 2008 zusammengebrochen. Wie viele andere Banken hatte Lehman in großem Stil mit Wertpapieren spekuliert, die auf faulen US-Immobilienkrediten basieren - und konnte den rasanten Wertverfall nicht verkraften. Der Schaden, den die schnelle Pleite verursacht hat, wird auf 50 bis 75 Milliarden Dollar geschätzt.

nck/AFP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
juharms 26.02.2012
1.
Zitat von sysopdpaDie Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 hat das Finanzsystem weltweit erschüttert - und Banken und Anleger um ihre Einlagen gebracht. Die könnten jetzt aber dem "Tagesspiegel" zufolge damit rechnen, einen Teil ihres Geldes doch noch wiederzubekommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817695,00.html
Das sich die Targobank bei freiwilligen Ausgleichszahlungen eine mögliche Kapitalrückzahlung nicht hat abtreten lassen, mag ich nicht recht glauben....bei anderen Banken ist das jedoch üblich. Von daher...schlecht recherchiert, wenn man behauptet, dass da jemand mit Gewinn rauskommt.
Mel.M 27.02.2012
2.
Zitat von sysopdpaDie Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 hat das Finanzsystem weltweit erschüttert - und Banken und Anleger um ihre Einlagen gebracht. Die könnten jetzt aber dem "Tagesspiegel" zufolge damit rechnen, einen Teil ihres Geldes doch noch wiederzubekommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,817695,00.html
Den Anleger, der bei der Targobank 80 % bekommen hat, möchte ich gerne mal sehen, 20-30 Prozent, wenn überhaupt entschädigt wurde. Wenn dann noch 20-30 Prozent dazu kommen, steht am Ende immer noch ein Verlust.
jimmy_wiener 01.05.2012
3.
Die interessante Frage ist doch, wann sich der Insolvenzverwalter denn nun dazu durchringen wird, die Quote aus der Konkursmasse zur Auszahlung zu bringen? Oder ob das Kartell der Abkassierer aus Banken sich auch noch an dem kläglichen Rest der Anlagegelder vergreifen will?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.