Rekordverlust der Deutschen Bank Ich war's nicht

Die Deutsche Bank macht Verluste, die Aktie stürzt ab. Schuld daran sollen unter anderem ehemalige Vorstandsvorsitzende und deren Strategie im Investmentbanking sein. Josef Ackermann aber weist die Kritik entschieden zurück.

Josef Ackermann: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank ist mit sich im Reinen.
AFP

Josef Ackermann: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank ist mit sich im Reinen.


Nach dem milliardenschweren Rekordverlust der Deutschen Bank 2015 plant der neue Vorstandsvorsitzende John Cryan den Radikalumbau des Instituts. 6,7 Milliarden Euro nach Steuern hat Deutschlands größte Bank nach vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr verloren, bis zum endgültigen Abschluss im März könnte der Verlust noch wachsen. Die Aktie der Deutschen Bank stürzte am Donnerstag ins Bodenlose.

Seine Vorgänger Josef Ackermann und Anshu Jain dürften einen Teil der Schuld an dem großen Verlust tragen. Dieter Hein, Bankenexperte des Analysehauses Fairesearch, sagte, der Fokus aufs Investmentbanking sei falsch gewesen. "Diese Strategie ist völlig gescheitert." Und Kritik kommt gar vom aktuellen Vorstandschef Cryan. Der sagte zuletzt, die Deutsche Bank sei lange auf der falschen Spur gefahren.

Doch Ackermann sieht das ganz anders. Er "fühlt sich von dieser Kritik nicht angesprochen", wie die "Neue Züricher Zeitung" (NZZ) schreibt. Sie hat mit Ackermann gesprochen, ohne ihn direkt zu zitieren.. "In dem Jahrzehnt unter seiner Führung sei die Bank als einzige aus Europa in die Spitzengruppe der globalen Investmentbanken vorgestoßen, ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen und habe in den letzten drei Geschäftsjahren vor seinem Ausscheiden rund 15 Milliarden Euro vor Steuern verdient", so Ackermanns Selbstwahrnehmung.

Ackermann und Jain verantworten den Aufstieg des Investmentbankings, das der Bank heute hohe Verluste und Strafzahlungen beschert. "Vieles von dem, was in der Vergangenheit für viel Geld gekauft wurde, ist einfach nichts wert", sagt auch Kritiker und Fairesearch-Analyst Hein. Als Indiz dafür sehe er die hohen Abschreibungen auf Firmenbereiche, die offenbar zu hoch bewertet wurden, wie etwa die Postbank. Die Übernahme geschah unterAckermanns Vorsitz 2010.

kbl



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insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
stefan.mahrdt 22.01.2016
1. 2020
In 2020 wird die dann 150-jährige Geschichte der Deutschen Bank, die zwei verlorene Weltkriege einschliesst, ihre jetzt seit 24 Jahren dauernde Schwächeperiode auch erfolgreich beendet haben. Als über 150 Jahre erfolgteiches Geldhaus in der größten Volkswirtschaft Europas wird die auch diese Krise erfolgreich meistern. Sehr spannend, das Ziel ist im Weg.
jr125gr 22.01.2016
2. Also Volksbanken & Co sind auch ohne Staatsknete durchgekommen!
Herr Ackermann ist doch einer der Weltweiten Akteure an der Finanzkrise! Seine Ziele Z.B. 25% Eigenkapitalrendite waren überzogen! Die heutigen Aktionäre zahlen das! Durch die überzogenen Bonis und sehr Fragwürdigen Geschäfte! Außerdem wurde sich aufgespielt hat unter Breuer angefangen da wurde dann nur noch Englisch gebabbelt anstelle von Deutsch und war süchtig - Großmann süchtig! Tja, keine Rendite und der Aktienkurs im Keller oder geht es noch Tiefer? Arbeitsplätzen werden abgebaut! Bankgeschäfte haben etwas mit Kaufmannsehre und der wichtigsten Währung zu tun: VERTRAUEN! Herr Ackermann ihre Bilanz ist verheerend!!!
syracusa 22.01.2016
3.
---Zitat--- (Zitatv ausdem Artikel: "In dem Jahrzehnt unter seiner Führung sei die Bank als einzige aus Europa in die Spitzengruppe der globalen Investmentbanken vorgestoßen, ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen und habe in den letzten drei Geschäftsjahren vor seinem Ausscheiden rund 15 Milliarden Euro vor Steuern verdient" ---Zitatende--- Die DB ist nur dank krimineller Machenschaften (Libor ist nur einer davon) weitgehend unbeschwert durch diese Krise gekommen und muss nun die Zeche dafür bezahlen. Ich verstehe immer noch nicht, warum Ackermann wegen dieser Straftaten nicht vor Gericht steht.
globus1 22.01.2016
4. Das könnten auch Vorzeichen für eine Riesenkrise sein
Abstürzende Kurse sind ein Vorzeichen für eine echte Krise! Ich denke eher an ein Marktversagen. Das was ich will, bekomme ich nicht, also lege ich das Geld zur Seite. Der Geldreislauf wird unterbrochen. Mit den Schiebereien der Großaktionäre wächst mein Vertrauen auch nicht mehr, um Aktien zu kaufen und ich sehe keine guten Chancen, Gewinne machen zu können. Auch große Unternehmen, die wie VW sehr riskant wirtschaften (Schummeln & Co), sind nicht mehr so vertrauenswürdig wie früher.
pevoraal 22.01.2016
5. Vielleicht denke nur ich so
Aber wieso wurde diese Bande von Betrügern nicht aus dem Bankensektor entfernt und der ganze Laden verstaatlicht? Jedem anderen Betrieb wäre schon lange geschlossen und die Verantwortlichen hinter Gittern
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