Gerücht über Betrugsskandal Renault-Aktie stürzt um mehr als 10 Prozent ab

Ermittler haben bei Renault Tests durchgeführt und Computer beschlagnahmt. Die Gerüchte über einen Betrugsskandal wie bei VW ließen die Aktie abstürzen. Fünf Milliarden Euro Börsenwert wurden binnen Stunden vernichtet.

  Renault-Modell: Gerücht über neuen Emissionsskandal
DPA

Renault-Modell: Gerücht über neuen Emissionsskandal


Die Aktien von Renault Chart zeigen sind wegen eines Betrugsverdachts bei Abgaswerten auf eine steile Talfahrt gegangen. Sie büßten mehr als 20 Prozent auf rund 69 Euro ein und hatten damit ihren schlimmsten Tag seit mehr als 20 Jahren.

Der Autohersteller verlor so binnen Stunden mehr als fünf Milliarden Euro an Börsenwert und riss auch die Aktien von PSA Peugeot Citroën Chart zeigen mit sich, die um knapp 10 Prozent nachgaben. Peugeot sah sich deshalb genötigt, in einem Statement darauf hinzuweisen, dass es in ihren Geschäftsräumen keine Durchsuchung gab.

Wie die französische Presseagentur AFP berichtete, haben französische Ermittler bei Renault Computer als Teil einer Überprüfung von Emissionstests beschlagnahmt.

Ein Gewerkschaftssprecher bestätigte die Durchsuchungen: "Das Management hat nicht bestätigt, dass es etwas mit Stickstoffemissionen zu tun hat. Aber wenn man die Abteilungen ansieht, die durchsucht wurden, liegt das nahe".

Der Autohersteller wehrt sich gegen die Gerüchte: Prüfer hätten in Renault-Werken zwar weitere Tests an Autoteilen durchgeführt, Hinweise auf Betrugssoftware habe es dabei aber nicht gegeben.

Stimmen die Gerüchte jedoch, könnte dem Konzern ein ähnlicher Skandal wie Volkswagen Chart zeigen drohen: Der größte deutsche Autobauer hatte im September eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulationssoftware eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests einen niedrigeren Stickoxidausstoß anzeigt als auf der Straße.

Volkswagen drohen deswegen Milliardenstrafen und weltweit Klagen verärgerter Kunden. In einem allgemein sehr schwachen Dax verlor Volkswagen mit knapp vier Prozent überdurchschnittlich stark.

Noch stärker geriet die Aktie von Daimler unter Druck: Die Stuttgarter kooperieren seit Jahren mit Renault - ein Händler verwies darauf, dass in mehreren Daimler-Modellreihen ein gemeinsam mit Renault entwickelter Dieselmotor eingesetzt werde.

ade/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 75 Beiträge
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TheBlind 14.01.2016
1.
Die ersten Firmen werden verprügelt, die letzten als normal hingenommen... tja, VW hatte die Arschkarte und Renault als großer Motorlieferant wohl auch noch... shit happens... die letzten werden wohl unterm Radar wegkommen...
t dog 14.01.2016
2. Wie VW
VW wollte ein Motorenwerk in Russland bauen. Die Fifa gibt eine WM nach Russland und Renault siehe hier: http://app.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autobauer-renault-gelingt-grosseinstieg-in-russland/2928294.html?mwl=ok Ist halt nicht so die beste Idee die USA zu ärgern.
mikaiser 14.01.2016
3. und nun noch alle anderen,
So also sieht der Anfang vom Ende des Auto- Zeitalters aus.
t dog 14.01.2016
4. Mercedes
Nur die Dieselmotoren mit weniger als 2 Liter Hubraum sind bei Mercedes in Wirklichkeit von Peugeot. Ein grober Schnitzer. Einfach ein Mercedeslogo auf einen Peugeotmotor drauf pappen und dann als original Mercedes verkaufen. Verbrauchertäuschung.
muellerthomas 14.01.2016
5.
Zitat von t dogVW wollte ein Motorenwerk in Russland bauen. Die Fifa gibt eine WM nach Russland und Renault siehe hier: http://app.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autobauer-renault-gelingt-grosseinstieg-in-russland/2928294.html?mwl=ok Ist halt nicht so die beste Idee die USA zu ärgern.
Also gab es gar keine Manipulationen bei VW? Weshalb sollte es die USA ärgern, wenn ein deutscher Automobilhersteller eins von vielen Werken in Russland baut? Was sollte es die USA stören, wenn die Fussball-WM, von der in den USA eh kaum einer was mitbekommt, in Russland stattfindet?
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