Verstoß gegen Finanzmarktregeln Renault-Chef Ghosn in Japan festgenommen

Renault-Chef Ghosn ist ins Visier der japanischen Justiz geraten. Er soll unter anderem ein zu niedriges Einkommen angegeben haben. Der Partnerkonzern Nissan kündigte Ghosns Absetzung an, die Renault-Aktie bricht ein.

Renault-Chef Carlos Ghosn
AFP

Renault-Chef Carlos Ghosn


Der Chef des französischen Autobauers Renault, Carlos Ghosn, ist in Japan festgenommen worden. Das berichten mehrere japanische Medien übereinstimmend. Ihm werde vorgeworfen, gegen japanische Finanzmarktregeln verstoßen zu haben.

Die Renault- Aktie fiel um rund 12 Prozent und hat damit den tiefsten Stand seit Anfang 2015 erreicht.

Ghosn soll demnach unter anderem in den Jahresabschlüssen des Unternehmens sein eigenes Einkommen zu niedrig angesetzt haben. Laut Autobauer und Renault-Partner Nissan soll Ghosn außerdem Firmeneigentum für private Zwecke verwendet haben. Die internen Ermittlungen gegen ihn und einen weiteren Manager liefen bereits seit Monaten.

Ghosn ist Verwaltungsratschef bei Nissan. Wie das Unternehmen in Tokio mitteilte, wird Vorstandschef Hiroto Saikawa dem Aufsichtsrat die Absetzung Ghosns vorschlagen.

Mehreren örtlichen Medien zufolge wurde Ghosn am Montag zunächst von der japanischen Justiz befragt. "Asahi" berichtete, der Manager wolle mit den Behörden zusammenarbeiten.

Ghosn hatte 1999 von Renault kommend den Chefposten bei Nissan übernommen, um den verschuldeten Konzern aus der Krise zu führen. 2005 hatte er dann auch die Spitze von Renault übernommen. Die Franzosen sind mit Nissan durch Überkreuz-Beteiligungen verbunden. Bei Nissan gab Ghosn den Posten des Vorstandsvorsitzenden ab, blieb aber Verwaltungsratschef.

Laut dem japanischen Sender NHK wurde der Sitz von Nissan in Yokohama nahe Tokio durchsucht. Wie Nissan weiter mitteilte, wurde das Unternehmen durch Berichte eines Whistleblowers aufmerksam.

kko/dab/dpa/AP/Reuters



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