Aktienkauf Frankreich sichert sich Einfluss auf Renault

Die französische Regierung will sich ihren Einfluss auf Renault sichern. Dafür erhöht der Staat seinen Anteil am zweitgrößten Autobauer des Landes auf fast 20 Prozent - und ist bereit, dafür eine Milliardensumme auszugeben.

Renault-Kommunikationszentrale bei Paris: Staat sichert seinen Einfluss
AFP

Renault-Kommunikationszentrale bei Paris: Staat sichert seinen Einfluss


Die französische Regierung baut ihre Stellung beim Autobauer Renault aus. Der bisherige Anteil von 15 Prozent am zweitgrößten französischen Autobauer wird deswegen um gut 4,7 Prozent aufgestockt, wie Finanz- und Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Paris mitteilten. Dafür will der Staat bis zu 1,23 Milliarden Euro bezahlen. Regierungsangaben zufolge sollen so langfristige Interessen des Staates, der Anteilseigner und der Mitarbeiter von Renault gesichert werden.

Zudem verwies Paris auf eine französische Regelung, wonach Stimmrechte sich verdoppeln, wenn Anteile für mehr als zwei Jahre gehalten werden. Das Gesetz war im vergangenen Jahr beschlossen worden, um französische Industriestandorte gegen kurzfristige Investoren und Spekulationen zu schützen. Diese Regelung kann allerdings von einer Hauptversammlung gekippt werden.

Die Anteilseigner von Renault kommen am 30. April zur jährlichen Hauptversammlung zusammen. Dort liegt nach den Angaben bereits Antrag gegen die Regelung für doppeltes Stimmrecht vor. Mit den zusätzlichen Staatsanteilen kann sich die Regierung einem solchen Votum entgegenstemmen.

Im vergangenen Jahr hatte die Wirtschaftskrise in Russland tiefe Spuren bei Renault hinterlassen. Nach dem Einbruch auf dem einstigen Hoffnungsmarkt fiel aus der Beteiligung am größten dortigen Autobauer Avtovaz ein Verlust von 182 Millionen Euro an. Weil aber unter anderem die Billigmarke Dacia auf Wachstumskurs blieb und Renault die Kosten drücken konnte, stieg der operative Konzerngewinn um 30 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Unter dem Strich blieben dank der Beteiligung am japanischen Partner Nissan 1,9 Milliarden Euro Gewinn. Renault hat stark auf das Wachstum großer Schwellenländer gesetzt und bekommt nun deren Flaute kräftig zu spüren.

nck/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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derweise 08.04.2015
1. Staatskonzern
Staatskonzern will also "Renault" wieder werden: weil es überall zwickt gegen die deutsche Konkurrenz. Die deutschen Autobauer haben uns den Euro eingebrockt. Ich hoffe, dass die nun gegen die wirkliche Gefahr aus Frankreich (Thema Wettbewerbsverzerrung") vorgehen, so wie die eifrig den Euro durchgeboxt haben. Andernfalls: Gnade Gott VW, BMW und Daimler!
Sabi 08.04.2015
2. Vw
Wenn das so einfach mit Renault ist, wieso das Theaterdonner von einiger zeit wegen VW, an der Niedersachsen 20% hält ? Sin die Franzosen respektabler als die Teutonen ?
anderermeinung 08.04.2015
3. Griechenland soll privatisieren, ...
Frankreich geht den umgekehrten Weg. Volkseigene Autofabriken haben sich ja auch besonders bewährt.
Niederbayer 08.04.2015
4.
Zitat von derweiseStaatskonzern will also "Renault" wieder werden: weil es überall zwickt gegen die deutsche Konkurrenz. Die deutschen Autobauer haben uns den Euro eingebrockt. Ich hoffe, dass die nun gegen die wirkliche Gefahr aus Frankreich (Thema Wettbewerbsverzerrung") vorgehen, so wie die eifrig den Euro durchgeboxt haben. Andernfalls: Gnade Gott VW, BMW und Daimler!
Wenn Sie schon mal Renault gefahren sind, dann machen Sie sich um die deutschen Autobauer keine Sorgen.
Belle 08.04.2015
5. Hä ?
Zitat von derweiseStaatskonzern will also "Renault" wieder werden: weil es überall zwickt gegen die deutsche Konkurrenz. Die deutschen Autobauer haben uns den Euro eingebrockt. Ich hoffe, dass die nun gegen die wirkliche Gefahr aus Frankreich (Thema Wettbewerbsverzerrung") vorgehen, so wie die eifrig den Euro durchgeboxt haben. Andernfalls: Gnade Gott VW, BMW und Daimler!
Die dt. Autobauer haben uns den Euro eingebrockt, die "wahre Gefahr" aus Frankreich hat den Euro eifrig durchgeboxt...Gnade Gott.... Sachen gibt´s.....
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