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Gewinnsprung: Renault legt trotz Lada kräftig zu

Renault Captur: Dank neuer Modelle konnte Renault seinen Gewinn steigern Zur Großansicht
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Renault Captur: Dank neuer Modelle konnte Renault seinen Gewinn steigern

Die neuen Modelle von Renault kommen gut an. Der französische Autohersteller hat im vergangenen Jahr ein kräftiges Gewinnplus verbucht. Sorge macht die Beteiligung am Lada-Hersteller Avtovaz.

Renault hat im abgelaufenen Jahr von neuen Automodellen profitiert und den Gewinn um fast 50 Prozent gesteigert. Neue Modelle wie die Geländewagen Kadjar und Captur haben dem Konzern 2015 einen Rekordabsatz beschert. Konzernchef Carlos Ghosn sprach in Paris von einem "guten Jahr für Renault".

Das Nettoergebnis sei von 1,89 Milliarden Euro im Vorjahr auf 2,82 Milliarden Euro geklettert, teilte der französische Autohersteller mit. Der Umsatz des Peugeot-Konkurrenten legte um mehr als zehn Prozent auf 45,33 Milliarden Euro zu. Die operative Marge stieg um 1,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Damit erreichte Renault sein Ziel bei der Profitabilität laut Ghosn "früher als geplant".

Während es für die Kernmarke Renault rund lief, verschärften sich die Probleme beim russischen Partner Avtovaz, der 2015 einen Nettoverlust von umgerechnet 817 Millionen Euro einfuhr. Die Franzosen schrieben 225 Millionen Euro auf ihre 37-prozentige Beteiligung an dem Lada-Hersteller ab. Insgesamt beliefen sich die Belastungen wegen Avtovaz 2015 auf 620 Millionen Euro. Das Unternehmen gehört Renault mit seinem Partner Nissan und dem russischen Konzern Rostec.

Russland Hop - Fran kreich top

In Russland sei der Automarkt im vergangenen Jahr aufgrund der im Zuge der Ukrainekrise verhängten Sanktionen um 35 Prozent eingebrochen. Renault erwartet, dass angesichts der Talfahrt der russischen Branche das Ende noch nicht erreicht ist und wohl weitere Investitionen nötig sind.

Rund lief es für Renault auf dem Heimatmarkt. Dieser verzeichnete im vergangenen Jahr mit einem Plus bei den Neuzulassungen von fast sieben Prozent das größte Wachstum seit 2009.

Ghosn dämpfte Spekulationen auf baldige Änderungen in der Struktur der Partnerschaft mit Nissan. Diese werde es nicht geben. Ghosn steht beiden Autobauern vor und hatte sich für einen geringeren Einfluss der Regierung in Paris ausgesprochen. Renault ist mit einem Anteil von 43,4 Prozent Hauptaktionär der Japaner. Die Regierung in Paris wiederum ist größter Anteilseigner an dem französischen Konzern.

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Renault Kadjar: Der Nachzügler
Im Skandal um falsche Abgaswerte hat sich Renault aus Sicht von Ghosn nichts vorzuwerfen. "Es gibt keinen Betrug vonseiten Renaults", sagte der Vorstandsvorsitzende. "Alle unsere Modelle respektieren die Grenzwerte der jeweiligen Märkte." Renault sei den Vorgaben gefolgt, "die nicht von uns gemacht worden sind", sondern von Regierung und EU-Kommission. Bei Renault gebe es kein System, das andere Werte anzeige als die tatsächlich vorhandenen. "Wir sind sehr transparent und sprechen mit der Regierung", sagte Ghosn.

Bei Überprüfungen in Frankreich nach dem Abgasskandal bei Volkswagen waren bei Fahrzeugen von Renault und mehreren nicht-französischen Marken Überschreitungen von Abgasnormen festgestellt worden. Bei den Normverstößen geht es um Werte für Kohlendioxid und Stickoxid. Paris hatte die Zufallstests angeordnet, nachdem 2015 bekanntgeworden war, dass Volkswagen mit Hilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert hatte.

brt/Reuters/dpa/AFP

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