Betrugsgerücht Französische Minister nehmen Renault in Schutz

Frankreichs Behörden haben bei Renault und anderen Automarken erhöhte Abgaswerte festgestellt. Dennoch verteidigt die Regierung den größten Autobauer des Landes: Anders als VW habe er nicht manipuliert.

Wirtschaftsminister Macron: "Normale Arbeit unserer Behörden"
AP/dpa

Wirtschaftsminister Macron: "Normale Arbeit unserer Behörden"


Frankreich hat beim Autohersteller Renault und mehreren nicht-französischen Marken die Überschreitung von Abgas-Normen bei Dieselfahrzeugen festgestellt. Es geht um die Werte für Kohlendioxid und Stickoxid, wie Umweltministerin Ségolène Royal bekanntgab.

Es sei bei Renault aber anders als bei Fahrzeugen von Volkswagen keine Betrugssoftware gefunden worden, erläuterte Royal nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP. Renault habe akzeptiert, kommende Woche vor einer Kommission Lösungen für die erhöhten Abgaswerte vorzuschlagen.

Die französische Regierung hatte nach der VW-Abgasaffäre stichprobenartige Tests bei 100 Fahrzeugen angeordnet. Volkswagen hatte mit Hilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Vor Royals Pressekonferenz waren am Donnerstag Durchsuchungen der Wettbewerbs- und Anti-Betrugsbehörde des Wirtschaftsministeriums bei Renault bekanntgeworden.

Die Aktie des Autokonzerns war danach um zeitweise mehr als 20 Prozent eingebrochen. Aktuell notiert die Aktie rund 10 Prozent niedriger als am Vortag. Offenbar befürchteten Anleger, Renault könnte ein ähnlicher Abgasskandal drohen wie VW.

Auch Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron nahm Renault in Schutz: Das Unternehmen sei nicht speziell im Visier der französischen Behörden. "Es gibt nichts Besonderes in Hinblick auf Renault", sagte Macron in Berlin.

Es sei lediglich bekannt geworden, dass seine Behörden bei Renault wie auch bei anderen Autoherstellern die Informationspolitik gegenüber den Kunden prüfe. "Das ist eine normale Arbeit unserer Behörden", sagte Macron.

ade/Reuters/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
mike.bu 14.01.2016
1. Auf die Idee unsere eigene Industrie
zu schützen würde hier in Deutschland niemand kommen.
Mister Stone 14.01.2016
2.
Es sei bei Renault aber anders als bei Fahrzeugen von Volkswagen keine Betrugssoftware gefunden worden ...und jetzt wird garantiert nichts mehr gefunden werden können. Vive la France.
mirau 14.01.2016
3. Ach so...
Erhöhte Abgaswerte ...aber nein keine Manipulationen ! Alles klar Herr Minister.Ist aber eigentlich auch egal. Ich würde mir nun endlich und dringend wünschen,das sich die deutsche Regierung ebenso fest hinter ihren grössten Arbeitgeber stellt! Beschissen hat VW! Strafe muss sein! Langsam drängt sich aber der Verdacht auf ,das es den USA darum geht diesen riesigen Autobauer und Konkurenten komplett auszuschalten. Und unsere Regierung schaut dabei Treudoof zu!
note4shape 14.01.2016
4. Jamais avant!
Toujours surplace! Unter keinem Umstaenden vorwaerts, sondern stehen blieben. Plus ca change...
fredotorpedo 14.01.2016
5. Renault ist für General Motors
kein echter Konkurrent. Das Exempel statutiert man an Volkswagen und zwar so gründlich, dass auch VW einige Jahre kein echter Konkurrent für GM mehr sein wird.
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