Gerüchte über Betrugsskandal Renault will 15.000 Autos zurückrufen

Nach VW zieht nun auch Renault Konsequenzen wegen problematischer Abgaswerte. Nach Angaben des französischen Umweltministeriums ruft der Autobauer massenhaft Fahrzeuge zurück.

Renault Mégane:  Rückrufaktion wegen problematischen Abgaswerten
Renault

Renault Mégane: Rückrufaktion wegen problematischen Abgaswerten


Im Verfahren um Abgasnormen will der französische Autobauer Renault 15.000 Fahrzeuge zurückrufen. Die Fahrzeuge sollten neu eingestellt werden, sagte Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal am Dienstag dem französischen Sender RTL. "Die Tests waren nicht ausreichend, das muss unter realen Fahrbedingungen gemacht werden." Sie betonte die Kooperation von Renault.

Das Unternehmen hat für die kommenden Wochen einen Plan zur Reduzierung der Abgase seiner Diesel-Fahrzeuge unter echten Fahrbedingungen angekündigt. Bei einer Stichprobe in Frankreich hatten Diesel-Modelle die Normen für CO2 und Stickoxid überschritten.

Verkaufschef Thierry Koskas hatte am Montag ebenfalls Unregelmäßigkeiten eingeräumt. "Unter den Testbedingungen des Genehmigungsverfahrens erfüllen unsere Fahrzeuge die Abgasnormen", sagte er. Bei den Emissionen im realen Straßenverkehr gebe es aber Unterschiede zu den im Testverfahren gemessenen Werten.

Die Renault-Aktie war zuletzt massiv eingebrochen. Grund war eine Razzia der Behörden, die Spekulationen auslöste, dass der Konzern in einen Abgasskandal verstrickt sein könnte. Dabei wurden Parallelen zum deutschen Konkurrenten Volkswagen befürchtet.

Frankreich will deshalb vorerst seine geplanten Anteilsverkäufe verschieben. So lange die Aktie nicht wieder auf ein "normales" Preisniveau zurückgekehrt sei, werde der Anteil des Staates nicht reduziert, sagte Wirtschaftsminister Emmanuel Macron. "Wir haben nicht vor, die Anteile zu Ungunsten des Steuerzahlers zu verkaufen."

ssu/dpa



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insgesamt 18 Beiträge
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outsider-realist 19.01.2016
1. Relativierung
Das werden einige zum Anlass nehmen, den VW Skandal zu relativieren. Der eigentliche Skandal ist, das dies vermutlich erst der Beginn eines Riesenskandals sein wird, wenn man herausstellt, das bei so ziemlich allem Gemauschelt wird, was sich auf dem Markt befindet und wir offensichtlich Behörden haben, die nicht kontrollieren sondern dulden. Als nächstes bitte mal die ganzen Verbrauchswerte und Energieeffizienzen von Elektrogeräten überprüfen. Wetten dass...?
felisconcolor 19.01.2016
2. Na
mal sehen wann sie mein Fabrikat in die Mangel nehmen... aber das kommt ja aus Gods own country (auch wenn es dort nicht gebaut wurde) da stimmen die Werte garantiert. Und wenn nicht, geht es mir auch wo vorbei. Das läuft gut und wehe da will einer dran rumschrauben. und wenn doch wird er gechipt
Fritz.A.Brause 19.01.2016
3. Der Herr Koskas...
...hat doch im Prinzip schon die Katze aus dem Sack gelassen. Auf dem Prüfstand OK, im Fahrbetrieb nicht. Wenn da mal kein Defeat Device = Prüfstandserkennung dahintersteht. Ich habe mich angesichts des 1600er Diesel mit 100 PS Literleistung im Espace schon gewundert, wie das gehen soll. Ich würde mal sagen: Jetzt haben sie den Salat. Andere werden folgen. Die Geschichte wird so schnell nicht an Fahrt verlieren.
bookwood74 19.01.2016
4. software upgrade
"Neu eingestellt" bedeutet software upgrade. Das könnte ein guter Trick sein um nicht legale Teile der Software verschwinden zu lassen.
curiosus_ 19.01.2016
5. Was ...
... soll das Geeiere? "Unter den Testbedingungen des Genehmigungsverfahrens erfüllen unsere Fahrzeuge die Abgasnormen", sagte er. Bei den Emissionen im realen Straßenverkehr gebe es aber Unterschiede zu den im Testverfahren gemessenen Werten. Die Abgaswerte müssen "Unter den Testbedingungen des Genehmigungsverfahrens" erfüllt werden. Denn nur dafür gibt es gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte, die "Emissionen im realen Straßenverkehr" sind irrelevant. Es sei denn, es wurde, wie bei VW, eine Testerkennungs-Software verwendet (ein sogenanntes "Defeat device"). Das ist ausdrücklich verboten, sowohl in der EU als auch in den USA. Und nur dann kann Renault zu einem Rückruf gezwungen werden. Also, was jetzt? Haben sie oder haben sie nicht? Für mich sieht es so aus als hätten sie. Und was ist mit den Renault-Motoren die bei Mercedes verbaut werden, Stichwort Kooperationsmotoren? Sind die "grün"?
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