Research in Motion: Blackberry-Hersteller bekommt letzte Chance

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion bekommt eine kurze Atempause: Kurz vor dem Verkaufsstart des ersten Smartphones mit dem neuen Betriebssystem ist die finanzielle Lage deutlich besser als erwartet. Der kanadische Konzern rechnet mit einer harten Zeit - und könnte Erfolg haben.

RIM-Chef Thorsten Heins: Vielleicht letzte Chance für den Blackberry-Hersteller Zur Großansicht
AFP

RIM-Chef Thorsten Heins: Vielleicht letzte Chance für den Blackberry-Hersteller

Waterloo - Der Zeitpunkt ist perfekt: In wenigen Monaten startet der Verkauf der ersten Smartphones mit demneuen Betriebssystem Blackberry 10 und genau jetzt konnte der kanadische Hersteller Research in Motion (RIM) seinen Abwärtstrend stoppen. Das zweite Geschäftsquartal lief deutlich besser als das vorhergehende: Der Umsatz stieg, der Verlust fiel und die Kassen füllten sich. Anleger reagierten begeistert auf die unerwartet gute Nachricht, die gebeutelte Aktie schoss in die Höhe.

Insgeheim hegen Analysten offenbar die Hoffnung, dass das Urgestein der Mobilfunkbranche noch eine Zukunft hat in dem umkämpften Markt, der von Apple mit seinem iPhone und den Android-Handys von Herstellern wie Samsung beherrscht wird.

Die reinen Absatzzahlen sind allerdings noch schwach: RIM verkaufte innerhalb von drei Monaten gerade mal 7,4 Millionen Blackberrys. Zum Vergleich: Apple hatte alleine an den ersten drei Verkaufstagen seines neuen iPhone 5 mehr als 5 Millionen Stück abgesetzt. Im Vorquartal hatte RIM noch 7,8 Millionen Smartphones ausgeliefert und im Vorjahresquartal 10,6 Millionen.

"Das Geschäft wird härter"

Es sei keine Frage, dass noch viel Arbeit vor RIM liege, sagte der aus Deutschland stammende Firmenchef Thorsten Heins am Firmensitz in Waterloo. "Das Geschäft wird noch härter und die Herausforderungen mit dem Start neuer Produkte größer", räumte er ein.

Heins streicht 5000 der einst 16.500 Stellen, um die Kosten zu senken. Gleichzeitig treibt er die Entwicklung des neuen Betriebssystems Blackberry 10 voran, an dessen Erfolg das Überleben des Unternehmens hängt. Die ersten Smartphones mit der von Grund auf neu gestalteten Software werden Anfang kommenden Jahres erscheinen. Bis dahin muss RIM durchhalten.

Das Management machte keinen Hehl daraus, dass angesichts mauer Verkäufe auch im laufenden Quartal ein operativer Verlust anfallen werde. Zudem müsse RIM viel Geld in die Hand nehmen, um die neuen Smartphones am Markt zu platzieren. Die Barbestände von RIM lagen zuletzt bei 2,3 Milliarden Dollar und damit leicht höher als drei Monate zuvor.

Generell aber entspannte sich die finanzielle Lage des Unternehmens: Im vergangenen Quartal fiel ein Minus von 235 Millionen Dollar an, im Vorquartal hatte der Verlust noch bei 518 Millionen Dollar gelegen. Der Umsatz erholte sich leicht um zwei Prozent auf fast drei Milliarden Dollar.

nck/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. ahja
grivel 28.09.2012
Das man immer mit Apple vergleichen muss. Es ist doch klar, dass RIM weniger Geräte absetzt, insbesondere weil RIM seit einem Jahr keine neuen mehr angeboten hat. Dafür sind die Zahlen doch ganz okay. Was der Bericht natürlich nicht erwähnt ist, dass der operative Verlust sogar nur bei ca 130Mio lag. die Restrukturierungskosten haben reingehauen. Wie dem auch sei, ich freue mich auf den Tag von Spon mal endlich BlackBerry korrekt schreibt - denn den Namen schon falsch zu schreiben sagt einiges über die Interesse aus.
2. Gut und schlank in der Nix
mitbestimmender wähler 28.09.2012
Was mich beruhigt ist..... Das man jede "Menge" na ja? gefüllte 400% mehr BlackBerrys (fast nur Torch 9860) auf den Strassen sieht als früher die Bolds aufgefallen sind. Und in den Büros/Banken sieht man doch ab und zu ein BB Playbook Tablet wo es früher gar keines gab.... also doch auch gefühlte 200% mehr. Es ist doch toll das nun so viele Marken mit attraktiven Modele an Touchscreen Smartphones und Tablet vorhanden sind, vorallem sind die vielen Damen aufgefallen die von iPhone auf SAMSUNG umgestiegen sind und auch die bunten NOKIAS sind wieder unter Uns. Die Marktbereinigung hat angefangen.
3. Gartner bis 2015
Tatsächlich 01.10.2012
Die Prognose bis 2015 der renommierten Gartner Group sagt eine Verschiebung der Marktanteile voraus, RIM ist seinen heutigen dritten Platz los, iOS fällt hinter Windows zurück: Android Windows iOS RIM Andere
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Research In Motion (RIM)
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 3 Kommentare
  • Zur Startseite
Fotostrecke
Software für Smartphones: Blackberry 10

Fotostrecke
Research in Motion: Hoffnungsträger made in Germany