Rhön-Übernahme durch Fresenius: Klinikkonzern schmiedet Gesundheits-Giganten

Im Gesundheitssektor bahnt sich ein Mega-Deal an. Der Dax-Konzern Fresenius will den Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum für rund drei Milliarden Euro übernehmen und mit den eigenen Helios-Häusern zusammenführen. Dadurch entstünde Deutschlands größter privater Klinikkonzern.

Fresenius-Hauptquartier in Bad Homburg: Neuer Großkonzern geplant Zur Großansicht
Reuters

Fresenius-Hauptquartier in Bad Homburg: Neuer Großkonzern geplant

Bad Homburg - Zwei große Player im deutschen Gesundheitswesen sollen künftig zusammenarbeiten: Fresenius will den privaten Klinikbetreiber Rhön-Klinikum kaufen. Das teilte der Gesundheitskonzern in Bad Homburg mit. Das Rhön-Klinikum solle mit dem eigenen Klinikunternehmen Helios zusammengeführt werden.

Fresenius bietet für jede Rhön-Aktie 22,50 Euro und damit rund 50 Prozent mehr als den aktuellen Kurs. Gesamtkosten der Übernahme: rund 3,1 Milliarden Euro. Rhön-Gründer Eugen Münch soll laut einer Börsen-Pflichtmitteilung mit der Übernahme einverstanden sein. Er habe bereits angekündigt, das Angebot für das von ihm und seiner Frau gehaltene Aktienpaket in Höhe von 12,45 Prozent des Grundkapitals anzunehmen. Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum will das Übernahmeangebot aber erst noch genau prüfen.

Mit der Fusion entstünde der mit Abstand größte private Klinikkonzern Deutschlands, pro forma Umsatz: rund sechs Milliarden Euro. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier begrüßt die Fusion. Der CDU-Politiker sieht in ihr einen Ausweg für Probleme am privatisierten Uni-Klinikum Gießen-Marburg - für deren Fortbestand er sich eingesetzt hatte.

"Ich freue mich, dass meine Bemühungen um die Zukunft des Klinikums Gießen-Marburg jetzt in ein konkretes Stadium getreten sind", sagte er. Die Regierung werde unverzüglich mit Fresenius über die Interessen des Landes bei Krankenversorgung, Forschung und Lehre sowie die Zukunft der Beschäftigten sprechen. An der Uni-Klinik Gießen-Marburg hatten Pläne für einen Stellenabbau zuletzt große Unruhe ausgelöst.

Der Krankenhauskonzern Rhön-Klinik wurde 1973 gegründet, unter anderem von Enoch zu Guttenberg, dem Vater des Ex-Ministers und Ex-Doktors Karl-Theodor zu Guttenberg. Die Familie stieg jedoch bereits 2002 aus dem Unternehmen aus. Zur Rhön-Klinikum AG gehören 53 Kliniken mit rund 16.000 Betten sowie 39 Medizinische Versorgungszentren. Im Jahr 2011 wurden knapp 2,3 Millionen Patienten behandelt.

ssu/dapd/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 57 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Glattes Katastrophenscenario
Bono Beau 26.04.2012
Zitat von sysopIm Gesundheitssektor bahnt sich ein Mega-Deal an. Der Dax-Konzern Fresenius will den Krankenhaus-Betreiber Rhön-Klinikum für rund drei Milliarden Euro übernehmen und mit den eigenen Helios-Häusern zusammenführen. Dadurch entstünde Deutschlands größter privater Klinikkonzern. Rhön-Übernahme durch Fresenius: Klinikkonzern schmiedet Gesundheits-Giganten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829857,00.html)
Wer, bitteschön, möchte glauben, dass da irgendwas Gutes bei rauskommt? Allein die Marktmacht ist schon zum Fürchten. Aber bitteschön: immer weiter mit dem neoliberalen Umbau staatlicher und kommunaler Strukturen. Is' ja klar, wer am Ende bezahlt.
2. Ganz ...
maxmehr2008 26.04.2012
Zitat von sysopIm Gesundheitssektor bahnt sich ein Mega-Deal an. Der Dax-Konzern Fresenius will den Krankenhaus-Betreiber Rhön-Klinikum für rund drei Milliarden Euro übernehmen und mit den eigenen Helios-Häusern zusammenführen. Dadurch entstünde Deutschlands größter privater Klinikkonzern. Rhön-Übernahme durch Fresenius: Klinikkonzern schmiedet Gesundheits-Giganten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829857,00.html)
... ganz toll. Das KANN NUR im Sinne der Patienten und des Personals sein ;)) und dass diese schleimigen und korrupten Politiker das begrüssen hätte ja jetzt auch keiner gedacht... sch.... Aktiengrosskonzerne... wie ich finde ein ganz klarer Fall für das Kartellamt...
3.
sabaro4711 26.04.2012
Zitat von sysopIm Gesundheitssektor bahnt sich ein Mega-Deal an. Der Dax-Konzern Fresenius will den Krankenhaus-Betreiber Rhön-Klinikum für rund drei Milliarden Euro übernehmen und mit den eigenen Helios-Häusern zusammenführen. Dadurch entstünde Deutschlands größter privater Klinikkonzern. Rhön-Übernahme durch Fresenius: Klinikkonzern schmiedet Gesundheits-Giganten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829857,00.html)
Warum bekomme ich immer ein ungutes Gefühl, wenn in Fragen der Gesundheit nur über Gewinne, Rendite und Erträge geredet wird?
4.
fleshman 26.04.2012
Macht pur = Abzocke pur. Der Parameter Gesundheit spielt da keine Rolle.
5. Das ...
bert1966 26.04.2012
... drohende Szenario ist natürlich jedem halbwegs klar denkenden Menschen klar: mit zunehmender Marktmacht solcher Konzerne werden andere Anbieter rigoros aus dem Gesundheitssektor verdrängt. Was medizinisch notwendig ist oder nicht wird in Zukunft einseitig vom Anbieter allein nach wirtschaftlichen Aspekten bestimmt werden, allenfalls noch in gemeinsamer Absprache mit den Banken des Gesundheitswesens (i.e. den Krankenkassen). Wieder einmal versagt die Politik: weder schafft sie geeignete Kontrollmechanismen oder nutzt ihre Position um derartigen Entwicklungen vorzubeugen, noch sind die Politiker in der Lage ein geeignetes Umfeld zur Erhaltung der bestehenden medizinischen Strukturen zu kreieren. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren: so eine Entwicklung ist den "Volksvertretern" sogar lieb, kann man sich doch in Zukunft hinter den Konzernen verschanzen, wenn man begründen muss, warum bestimmte medizinische Leistungen nicht mehr von den Versicherungen bezahlt werden. Frage an die Experten: Herr Professor Lauterbach, haben wir vielleicht zu viele Politiker mit Interessenkonflikten in den Aufsichtsgremien derartiger Unternehmen ?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Fresenius
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 57 Kommentare