Riesen-Windpark vor britischer Küste Siemens und RWE bauen das Monster "Gwynt y Môr"

Eine gigantische Energiemaschine nimmt Gestalt an: In der irischen See entsteht der größte Windpark der Welt. Das von den deutschen Konzernen Siemens, RWE und den Stadtwerken München umgesetzte Projekt soll künftig den Jahresbedarf an Strom von 400.000 britischen Haushalten decken.

Offshore-Park vor britischer Küste: Jetzt kommt "Gwynt y Môr"
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Offshore-Park vor britischer Küste: Jetzt kommt "Gwynt y Môr"


Hamburg - Nicht nur die Größe, auch der Name ist ungewöhnlich: "Gwynt y Môr" (walisisch: Wind im Meer) soll der Windpark heißen, der in vier Jahren ans Netz gehen soll: Nach den Plänen von RWE Innogy, Siemens und den Stadtwerken München werden dann 160 Siemens-Windanlagen mit einer Leistung von 567 Megawatt vor der walisischen Küste stehen - die bislang größte Offshore-Anlage der Welt.

Die Ausmaße sind gigantisch: Das gesamte Areal 13 Kilometer vor der Küste von Nord-Wales umfasst 124 Quadratkilometer; der Bereich mit den Windturbinen ist 79 Quadratkilometer groß. 400.000 Haushalte sollen ihren Jahresbedarf über die Anlage decken können. "Gwynt y Môr" soll ab 2013 Strom liefern und wird 2014 fertiggestellt.

Die RWE-Tochter für erneuerbare Energie ist mit 60 Prozent an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt, die Stadtwerke mit 30 und Siemens Chart zeigen mit zehn Prozent. Zusammen wollen die Unternehmen mehr als zwei Milliarden Euro investieren.

Schleppender Offshore-Bau in Deutschland

Zwar ist "Gwynt y Môr" mit seiner Leistung der bislang größte Windpark der Welt, für den die Investitionsmittel freigegeben sind. Aber geplant sind weitere Projekte von ganz anderer Größenordnung, deren Umsetzungen allerdings noch nicht so weit vorangeschritten sind. Das größte ist ein geplanter Windpark nahe der Doggerbank in der Nordsee, der eine Leistung von 9000 Megawatt haben soll - das entspricht ungefähr sieben Kernkraftwerken.

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Für RWE Chart zeigen ist das nun geplante Projekt der fünfte Windpark. Bis 2025 will der Energiekonzern den Anteil der erneuerbaren Energien in seinem Kraftwerkspark von bislang weniger als fünf auf 30 Prozent hochschrauben - und die Offshore-Parks sollen dabei helfen. In den Ausbau der erneuerbaren Energien investiere der Konzern rund 1,4 Milliarden Euro jährlich, das entspreche einem Viertel der Gesamtinvestitionen in die Energieerzeugung, sagte RWE-Innogy-Chef Fritz Varenholt.

Vahrenholt kritisierte den schleppenden Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland. "Wir kommen nicht in die Puschen", sagte er. So dauere es drei Jahre, ein Kabel zum Anschluss des geplanten Windparks Nordsee Ost an das Stromnetz zu bauen. "Das ist nicht akzeptabel."

yes/dpa/ddp

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