Hamburg - Nicht nur die Größe, auch der Name ist ungewöhnlich: "Gwynt y Môr" (walisisch: Wind im Meer) soll der Windpark heißen, der in vier Jahren ans Netz gehen soll: Nach den Plänen von RWE Innogy, Siemens und den Stadtwerken München werden dann 160 Siemens-Windanlagen mit einer Leistung von 567 Megawatt vor der walisischen Küste stehen - die bislang größte Offshore-Anlage der Welt.
Die Ausmaße sind gigantisch: Das gesamte Areal 13 Kilometer vor der Küste von Nord-Wales umfasst 124 Quadratkilometer; der Bereich mit den Windturbinen ist 79 Quadratkilometer groß. 400.000 Haushalte sollen ihren Jahresbedarf über die Anlage decken können. "Gwynt y Môr" soll ab 2013 Strom liefern und wird 2014 fertiggestellt.
Die RWE-Tochter für erneuerbare Energie ist mit 60 Prozent an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt, die Stadtwerke mit 30 und Siemens
mit zehn Prozent. Zusammen wollen die Unternehmen mehr als zwei Milliarden Euro investieren.
Schleppender Offshore-Bau in Deutschland
Zwar ist "Gwynt y Môr" mit seiner Leistung der bislang größte Windpark der Welt, für den die Investitionsmittel freigegeben sind. Aber geplant sind weitere Projekte von ganz anderer Größenordnung, deren Umsetzungen allerdings noch nicht so weit vorangeschritten sind. Das größte ist ein geplanter Windpark nahe der Doggerbank in der Nordsee, der eine Leistung von 9000 Megawatt haben soll - das entspricht ungefähr sieben Kernkraftwerken.
Vahrenholt kritisierte den schleppenden Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland. "Wir kommen nicht in die Puschen", sagte er. So dauere es drei Jahre, ein Kabel zum Anschluss des geplanten Windparks Nordsee Ost an das Stromnetz zu bauen. "Das ist nicht akzeptabel."
yes/dpa/ddp
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